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	<title>Die Klimakrise</title>
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	<description>Ursachen und Folgen der globalen Erwärmung - und was wir gegen sie unternehmen können</description>
	<lastBuildDate>Mon, 08 Mar 2010 20:55:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Mailwechsel</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 20:55:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[IPCC]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Financial Times Deutschland ist vor einer guten Woche ein Artikel von Christian Schütte mit dem Titel &#8220;Forscher zum Fürchten&#8221; erschienen. Nach der Lektüre fand ich, dass hier eher Redakteure zum Fürchten am Werk waren und habe im Eifer des Moments eine sehr (!) ausführliche Mail an den Autoren geschrieben. Daraus entspannte  sich ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Financial Times Deutschland ist vor einer guten Woche ein Artikel von Christian Schütte mit dem Titel <a href="http://www.ftd.de/politik/international/:umweltpolitik-forscher-zum-fuerchten/50081076.html">&#8220;Forscher zum Fürchten&#8221;</a> erschienen. Nach der Lektüre fand ich, dass hier eher Redakteure zum Fürchten am Werk waren und habe im Eifer des Moments eine sehr (!) ausführliche Mail an den Autoren geschrieben. Daraus entspannte  sich ein Maildialog, den ich mit Herrn Schüttes Erlaubnis unten wiedergebe.</p>
<p><span id="more-985"></span></p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Schütte,</p>
<p>ich habe gerade Ihren Artikel &#8220;Forscher zum Fürchten&#8221; in der FTD gelesen und finde die Darstellung des IPCC nicht sehr gelungen. Ich gebe Ihnen gerne Recht darin, dass dem IPCC eine Reform gut tun würde. Schließlich basiert das Gremium heute noch auf den selben Regeln, die vor 20 Jahren erdacht wurden, und wie zu sehen ist funktionieren die nicht fehlerfrei. Eine Reihe erfahrener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat sich dazu mittlerweile geäußert, wobei sehr bedenkenswerte und auch weniger ausgegorene Vorschläge zu lesen waren. Eine der am deutlichsten hervortretenden Schwächen ist dabei, dass die zwangsläufig in einem 3.000 Seiten starken Bericht vorkommenden Fehler nicht umgehend eingeräumt wurden, sondern das IPCC mit seinem 10köpfigen Sekretariat viel zu lange gebraucht hat um sich mit klaren Worten an die Öffentlichkeit zu wenden. Es gäbe dazu noch zahlreiche weitere Reformelemente für das IPCC zu diskutieren, von organisatorischen Fragen über Transparenz und politische Unabhängigkeit bis hin zu Personalien. Ich stimme Ihnen deshalb gerne zu, dass es Reformbedarf gibt.</p>
<p>Worin ich Ihnen allerdings überhaupt nicht zustimme ist die Diagnose, dass Alarmismus beim IPCC &#8220;immer gern genommen&#8221; worden sei, worin sich eine klare Agenda zur Übertreibung zeige. Im IPCC-Bericht von 2007 finden sich zahlreiche Elemente, die im Gegenteil als Untertreibung gelten können. Bis zur Finanzkrise mit ihren Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung lagen die Treibhausgas-Emissionen am oberen Rand des worst-case-Szenarios des IPCC. Die Internationale Energie-Agentur veröffentlichte noch 2008 Szenarien zur zukünftigen Energieversorgung, die mit Emissionen jenseits der schlimmsten IPCC-Annahmen einher gehen. 2009 wurden dann in Anbetracht der Finanzkrise die Schätzungen nach unten korrigiert, was allerdings mitnichten eine Entwarnung darstellt. Von 2007 bis 2030 soll sich der Verbrauch fossiler Energien um 40% erhöhen, so der kürzlich erschienene World Energy Outlook 2009. Von 1990 bis 2030 werden sich die energiebedingten Emissionen von knapp 21 auf über 40 Milliarden Tonnen CO2 beinahe verdoppelt haben, und zwar trotz Finanzkrise. Dieses Referenzszenario der IEA würde letztlich zu einer Treibhausgas-Konzentration von über 1.000ppm führen, was eine durchschnittliche globale Erwärmung von 6°C bedeuten würde: http://www.worldenergyoutlook.org Sechs Grad ist der obere Rand der weit gestreuten IPCC-Szenarien, die im Modell mit einer Erwärmung um 1,1 bis 6,4°C bis 2100 korrelierten. Auch hier ist deutlich zu sehen, dass das IPCC keinen Alarmismus verbreitete.</p>
<p>Der Anstieg des Meeresspiegels ist ebenso wie die arktische Meereisschmelze unterschätzt worden. Dabei ist mittlerweile klar, dass die im AR4 angegebene Obergrenze des Meeresspigelanstiegs bis 2100 sehr wahrscheinlich deutlich unterschätzt war: Statt bei den angegebenen 0,59m plus X zu verbleiben diskutierten Forscher in den letzten Jahren, ob nicht 1m viel wahrscheinlicher und ob 2m tatsächlich auszuschließen seien. Und in welchem Sommer die Arktis erstmals eisfrei sein könnte ist zwar nach wie vor unklar. Dass dies allerdings wie im AR4 angegeben erstmals 2100 der Fall sein könnte, glauben viele Beobachter längst nicht mehr. Vielmehr gehen einige Forscher mittlerweile von einem Datum in der ersten Hälfte des aktuellen Jahrhunderts aus.</p>
<p>Diese Untertreibungen sind Ergebnis des sehr konservativen Modells, auf dessen Grundlage die IPCC-Berichte entstehen. Es gibt beispielsweise zu einem Desintegrationsprozess des grönländischen Eisschildes über mehrere Jahrhunderte keine geeigneten Modelle, was am mangelnden physikalischen Verständnis liegt, wodurch entsprechend keine Risikoabschätzung eines solchen Eiskappen-Kollapses angegeben wurde. Gleichzeitig finden sich sicherlich einige Aussagen im vierten Sachstandsbericht, die manchen Leuten als Übertreibungen erscheinen. In Umfragen unter Wissenschaftlern ergab sich jeweils ein ausgesprochen ausgewogenes Bild über das IPCC in der Form, dass gut die Hälfte der Befragten die Einschätzung des IPCC weitgehend teilten, während je ein knappes Viertel die Darstellungen für über- oder untertrieben hält. Ein besseres Ergebnis wird man wahrscheinlich mit keinem Reviewverfahren jemals hinbekommen.</p>
<p>Warum in den letzten Monaten nun einige Fehler des IPCC mit so viel Medienpräsenz ausgeschlachtet wurden, die bei Ihnen einen systematischen Alarmismusverdacht aufkommen lassen, lässt sich meines Erachtens besser mit der Dynamik von Medien selbst als mit einer dem IPCC inhärenten Unausgewogenheit erklären. Die Untertreibungen des IPCC sind bereits seit der Veröffentlichung des AR4 im Jahr 2007 bekannt, sie bieten den Medien keinen Neuigkeitswert mehr. Die mediale Figur der Klimakatastrophe ist fürs erste aufgebraucht, sie braucht einen Ersatz. Die Geschichte eines groß angelegten Wissenschaftsskandals, ausgelöst durch die oft schlecht recherchierte Berichterstattung über die CRU-Mails, bietet da ungleich mehr Stoff. Sie schreiben: &#8220;All die Fehler, die zuletzt von IPCC-Kritikern aufgedeckt wurden, bedienten großzügig den Alarmismus.&#8221; Ich frage mich, und dies bei aller berechtigten Kritik an der Arbeit des IPCC, ob das nicht vielmehr etwas mit der Agenda von Leuten zu tun haben könnte, die jetzt akribisch nach Übertreibungen suchen, während die zahlreichen Untertreibungen geflissentlich übersehen werden?</p>
<p>Auch Ihren Artikel finde ich, was die Recherche angeht, verbesserungswürdig. Sie schreiben über die übertriebene Bedrohung der Amazonaswälder, doch das IPCC hat die Ansichten des dafür ausgewiesenen Experten Daniel Nepstad nach dessen eigener Aussage sehr treffend wiedergegeben, wenn es auch bei der Zitation nachlässig war: <a href="http://www.whrc.org/resources/online_publications/essays/2010-02-Nepstad_Amazon.htm">http://www.whrc.org/resources/online_publications/essays/2010-02-Nepstad_Amazon.htm</a></p>
<p>Sie schreiben, dass das IPCC für Fläche der Niederlande, die unter dem Meeresspiegel liegt, falsch wiedergegeben hat. Das ist korrekt, wobei ein pikantes Detail ausgespart wurde: Die falsche Zahlenangabe kam von der Netherlands Environmental Assessment Agency: <a href="http://www.pbl.nl/en/dossiers/Climatechange/content/correction-wording-flood-risks.html">http://www.pbl.nl/en/dossiers/Climatechange/content/correction-wording-flood-risks.html</a> Letztlich stellte sich heraus, dass nicht 55% der Landesfläche unterhalb des Meeresspiegels liegen, sondern 55% der Landesfläche von Überschwemmung bedroht sind, wobei nur 26% der Niederlande unterhalb des Meeresspiegels liegen. Das ist sicher ein faktischer Fehler und bedarf der Korrektur, doch daraus Alarmismus zu lesen und dem IPCC eine geheime Agenda anzudichten scheint mir in diesem Fall eine Übertreibung. Sie schreiben, dass das IPCC &#8220;die von Überflutung bedrohte Fläche der Niederlande viel zu groß angesetzt&#8221; hätte. Genau das hat das IPCC nicht getan, der Fehler lag woanders. Wie Sie sehen ist die genaue Formulierung eines kompexen Sachverhaltes mitunter mit Schwierigkeiten verbunden.</p>
<p>Sie gehen noch auf die Angaben zur Dürre in Afrika ein. Sie schreiben: &#8220;Und aus ein paar dürren Daten aus dem Maghreb wurde ein Szenario drohender Hungersnöte in Afrika gemacht: Die Ernten dort könnten &#8220;um bis zu 50 Prozent&#8221; zurückgehen.&#8221; Das IPCC schreibt in der Summary for Policymakers des Berichts der Working Group II: &#8220;In some countries, yields from rain-fed agriculture could be reduced by up to 50% by 2020.&#8221; Dort steht klar &#8220;einige Länder&#8221; und nicht &#8220;ganz Afrika&#8221;, wie Sie andeuten. Zudem verweist die SPM klar auf Kapitel 9.4 des umfassenden Berichtes, worin die in der Zusammenfassung notwendigerweise verkürzt wiedergebenen Erkenntnisse sehr genau beschrieben stehen. Auf Seite 448 findet man beispielsweise verschiwdene Szenarien und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft in unterschiedlichen afrikanischen Ländern, und zwar einschließlich denkbarer positiver Folgen des Klimawandels &#8211; was nun gar nicht zum Vorwurf des Alarmismus passt: <a href="http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar4/wg2/ar4-wg2-chapter9.pdf">http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar4/wg2/ar4-wg2-chapter9.pdf</a></p>
<p>Schließlich bleibt die falsche Angabe zur Schmelze der Himalaya-Gletscher, die ganz zweifellos Schlamperei geschuldet ist und die umgehend hätte eingeräumt werden müssen. Insgesamt bleibt nach der Lektüre Ihres Artikels bei mir der Eindruck, dass Sie sich allzu schnell dem gerade vorherrschenden Zeitgeist in den Medien angeschlossen und mit unsauber recherchierten Darstellungen eine Fundamentalkritik am IPCC veröffentlicht haben, die in der Sache nicht gerechtfertigt ist. Sie sind damit nicht alleine, Medialens hat eine ganze Reihe von noch deutlich fragwürdigerer Berichterstattung als Ihre gesammelt: <a href="http://www.medialens.org/alerts/10/100222_gates_of_delusion.php">http://www.medialens.org/alerts/10/100222_gates_of_delusion.php</a> Gerade vor dem Hintergrund der schrillen Stimmen in den Medien wäre es gut gewesen, eine ausgewogene Darstellung in der FTD zu lesen. Diese Chance wurde leider verpasst.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen,</p>
<p>Nils Simon</p></blockquote>
<p>Christian Schütte hat prompt, wenn auch knapp, darauf geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Simon,</p>
<p>Vielen Dank für Ihren ausführlichen Brief und die Zusatzinformationen. Wenn selbst der zitierte Robert Watson feststellt, dass die Fehler auffallend in eine Richtung gehen, liegt m.E. aber doch etwas im Argen. Die grundsätzliche Frage ist, ob das IPCC sich selbst in einer Advocacy-Rolle sieht. Nach meinem Eindruck war dies in der Vergangenheit leider der Fall.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Christian Schütte</p></blockquote>
<p>Daraufhin habe ich die folgenden beiden Mails geschrieben:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Schütte,</p>
<p>vielen dank für die knappe Antwort. Mir ist nicht entgangen, dass sie Robert Watson zitiert haben. Dieser hat sich allerdings kürzlich anders als von Ihnen dargestellt geäußert. Der wichtigste Satz daraus lautet in diesem Zusammenhang: &#8220;I see no evidence that the [IPCC] authors purposely overstated the potential impacts from climate change [...]&#8220;. Der ganze Artikel von Watson findet sich unter <a href="http://blogs.worldbank.org/climatechange/scientific-evidence-human-induced-climate-change-unequivocal">http://blogs.worldbank.org/climatechange/scientific-evidence-human-induced-climate-change-unequivocal</a></p>
<p><strong>Is the scientific evidence of human-induced climate change unequivocal? </strong></p>
<p>Submitted by Robert Watson on Tue, 03/02/2010 &#8211; 11:58</p>
<p>[...]</p>
<p>&#8220;In many cases the IPCC is very conservative in its statements, e.g., the projections of sea level rise reported in WG I were based on contributions from thermal expansion of the oceans and the melting of mountain glaciers, but did not contain a contribution from the melting of the Greenland ice sheet due to an inadequate understanding of the current rate of melting. Some would say: Only four mistakes or cases of imprecise wording have been found in the thousand page WG II report, and none in WGs I and III, so is there really a problem?</p>
<p>I see no evidence that the authors purposely overstated the potential impacts from climate change in an effort to convince the public of the seriousness of the threat – the threat is serious enough without –hyping it—and the expert and government peer-review process should have caught these inaccuracies and imprecise wordings.  The vast amount of attention in the print and TV media, at least in the UK, has probably left some of the public confused if not sceptical – the challenge now is to regain any lost trust through a continuing re-examination and restatement of the evidence, clearly identifying what we know and what is still uncertain. It is critical that the public understand the issue of climate change given the<br />
need to both mitigate and adapt in a cost-effective and socially responsible manner.</p>
<p>So does the IPCC process need to be significantly revised?  I would argue that it does not. The IPCC is more than capable of conducting rigorous and reliable assessments in an open, transparent and inclusive manner, but it also needs to takes steps to regain its full and deserved credibility. The Principles and Procedures for the selection of authors and review editors, and the peer-review process and approval of reports are all sound. What is needed is to tighten up the implementation of these procedures.&#8221;</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen,<br />
Nils Simon</p></blockquote>
<p>Und folgendes PS:</p>
<blockquote><p>In Ergänzung zu meiner vorherigen Mail: Tim Lambert hat sich direkt mit Robert Watson in Verbindung gesetzt um herauszufinden, wie nah dran die Story der Times an dem war, was Watson erzählt hat. Ich vermute mal, Sie haben sich in Ihrem Artikel auf <a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article7026932.ece">http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article7026932.ece</a> bezogen. Nun, Lamberts Einschätzung, basierend auf Watsons Rückmeldung, ist<br />
klar:</p>
<p><a href="http://scienceblogs.com/deltoid/2010/02/now_its_timesgate.php">http://scienceblogs.com/deltoid/2010/02/now_its_timesgate.php</a></p>
<p>&#8220;Yes there is bias here, but the bias is in the media that only reports the errors that overstate the problem and also reports as errors things that are not errors at all. This seems pretty obvious and Robert Watson is no fool, so I asked him if The Times had accurately report his views. He replied:</p>
<p>&gt;&gt;The article distorted my statements &#8211; I was interviewed for an hour and it was obvious that the reporter wanted me to say that the authors were biased &#8211; I said I did not believe that.&lt;&lt;</p>
<p>Watson said that the authors were not biased, but The Times reported him as saying that they were. That&#8217;s outright dishonesty by Webster and Pagnamenta.&#8221;</p>
<p>Ändert das etwas an Ihrer Haltung?</p>
<p>Beste Grüße,<br />
Nils Simon</p></blockquote>
<p>Worauf Herr Schütte antwortete:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Simon,</p>
<p>vielen Dank für die Rückmeldung. Mir ging es vor allem um den Punkt, dass auch Robert Watson feststellt, dass die Fehler einen bestimmten Bias haben. Er zieht daraus andere Schlussfolgerungen als ich, was vielleicht auch in der Natur der Sache liegt. Wer den Prozess von innen kennt und daran teilnimmt, wird auch eine Häufung von Merkwürdigkeiten anders beurteilen als ein Außenstehender.</p>
<p>Wenn Watson das so nicht gesagt hat (oder haben will), dann würde ich ihn selbstverständlich  nicht mehr für meine Argumentation in Anspruch nehmen.</p>
<p>Die Frage, die sich die IPCC-Verantwortlichen stellen müssten, ist dennoch, wie sie in der Öffentlichkeit glaubwürdig bleiben wollen. Die Erfahrungen der Finanzbranche sind da vielleicht ganz lehrreich. Die Beteuerung, dass niemand absichtlich getäuscht habe und die Prozesse im Prinzip doch in Ordnung sind, hilft den Bankern heute gar nichts.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Christian Schütte</p></blockquote>
<p>Worauf ich die folgende Mail verschickte:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Schütte,</p>
<p>Mit der Schlussfolgerung aus Ihrem letzten Absatz kann ich sehr viel besser leben. Ich halte zwar den Vergleich zwischen dem IPCC und Finanzanalysten für stark hinkend, gemessen an der Größenordnung der jeweiligen Fehlleistungen, doch zweifellos müssen sich alle Beteiligten am IPCC-Prozess einige unangenehme Fragen stellen und auch entsprechende Konsequenzen ziehen.</p>
<p>Trotz allem erstaunt mich, wie gelassen die Öffentlichkeit mit den eklatanten Fehlprognosen der IEA umging, wie vergleichsweise milde der öffentliche Protest gegen die Verursacher der Finanzkrise verlief, gemessen an ihrem riesigen Ausmaß, und mit welcher Verve sich Blogs und Medien dem gegenüber auf den Weltklimarat stürzten. Womöglich ist meine eigene Wahrnehmung hier allerdings auch verzerrt, weil ich mich mit Letzterem am meisten beschäftigt habe. [...]</p></blockquote>
<p>Und Christian Schütte ein (bislang) letztes Wort hatte:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Simon,</p>
<p>Die besonders intensive und kritische Auseinandersetzung mit dem IPCC ist mE vollkommen berechtigt, weil keine andere Institution in vergleichbarer Weise von der Politik dazu herangezogen wird, potenziell extrem weitreichende Eingriffe in Gesellschaft und Wirtschaft zu rechtfertigen bzw. jeglicher öffentlichen Debatte zu entziehen (&#8220;The science is settled&#8221;). Schon deshalb ist die Grenze zur Advocacy hier sehr schwammig.</p>
<p>Einige interessante Argumente dazu finden sich übrigens auch im Blog von Walter Russell Mead, zB. hier:<br />
<a href="http://blogs.the-american-interest.com/wrm/2010/02/01/the-death-of-global-warming/">http://blogs.the-american-interest.com/wrm/2010/02/01/the-death-of-global-warming/</a><br />
<a href="http://blogs.the-american-interest.com/wrm/2010/02/19/how-al-gore-wrecked-planet-earth/">http://blogs.the-american-interest.com/wrm/2010/02/19/how-al-gore-wrecked-planet-earth/</a><br />
Nota bene: Mead geht es nicht darum, die wissenschaftlichen Grundlagen zu diskutieren oder anzuzweifeln.</p>
<p>Persönlich halte ich es mit dem indischen Umweltminister Jairam Ramesh: The climate world is divided into three: the climate atheists, the climate agnostics, and the climate evangelicals. I&#8217;m a climate agnostic. The spirit of science is the spirit of enquiry, of questioning. (WSJ, 8 March 2010)</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Christian Schütte</p></blockquote>
<p>Nicht nur die Klimawelt, sondern auch die Evolutionswelt und noch ein paar mehr sind in verschiedene Gruppen geteilt. Komischerweise ist nur kein klar denkender Mensch stolz darauf, sich als Evolutionsagnostiker oder AIDS-Atheisten zu bezeichnen, nur beim Klima sind Ignoranz und naturwissenschaftlicher Analphabetismus plötzlich hip. <a href="http://xkcd.com">xkcd</a> bringt es auf den Punkt:</p>
<p><a href="http://xkcd.com/675/"><img class="alignnone" title="xkcd on revolutionary science" src="http://imgs.xkcd.com/comics/revolutionary.png" alt="" width="437" height="148" /></a></p>
<p>Walter Russell Mead ist ein anderes Kapitel. Der zweite verlinkte Blogpost enthält wenig Interessantes, dabei finde ich beim ersten erstaunliche Übereinstimmung mit meinen eigenen Überzeugungen unterhalb der vergurkten Einleitung. Ist ein bisschen wie mit Christian Schütte: Die Beweisführung halte ich für brüchig bis einsturzgefährdet, die Schlussfolgerungen trotzdem teilweise akzeptabel. Dazu später vielleicht mehr.</p>
<p><em>Von Nils Simon</em></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 1748px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">http://www.medialens.org/alerts/10/100222_gates_of_delusion.php</div>
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		<title>Code Green</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 21:51:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Stolpe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Linktipp]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade bin ich auf Stephanie McMillan aufmerksam geworden, eine Cartoonistin, die seit August 2009 wöchentlich sehenswerte Cartoons zu Themen wie Umweltverschmutzung oder globale Erwärmung zeichnet.
Hier könnt ihr euch die Cartoons selber anschauen: &#8220;Code Green &#8211; A weekly editorial cartoon about the environmental emergency&#8221;
Besonders gut gefiel mir:

von Martin Stolpe
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade bin ich auf <a href="http://www.minimumsecurity.net/stephaniemcmillan/codegreen/?page_id=2">Stephanie McMillan</a> aufmerksam geworden, eine Cartoonistin, die seit August 2009 wöchentlich sehenswerte Cartoons zu Themen wie Umweltverschmutzung oder globale Erwärmung zeichnet.<br />
Hier könnt ihr euch die Cartoons selber anschauen: <a href="http://stephaniemcmillan.org/codegreen/">&#8220;Code Green &#8211; A weekly editorial cartoon about the environmental emergency&#8221;</a><br />
Besonders gut gefiel mir:<br />
<img src="http://www.minimumsecurity.net/stephaniemcmillan/codegreen/comics/2010-02-14-there-can-not-be.jpg" alt="" width="446" height="420" /></p>
<p><em>von Martin Stolpe</em></p>
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		</item>
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		<title>MetOffice will bessere Daten von Temperaturstationen</title>
		<link>http://klimakrise.de/2010/02/25/metoffice-will-bessere-daten-von-temperaturstationen/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 15:36:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktiv werden!]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Temperatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Das UK MetOffice hat der WMO angetragen (PDF), ein verbessertes Datenset ihrer globalen Wetterstationen zu erstellen. Nicht dass irgendwas ernsthaft falsch damit wäre, schließlich bestätigen sich die verschiedenen verfügbaren Temperaturkurven ganz ausgezeichnet, und für die USA konnte beispielsweise keine systematische Verzerrung durch schlechte Positionierung der kleinen Wetterkästen nachgewisen werden.
Perfekt funktioniert das WMO-System trotzdem  nicht, weshalb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das UK MetOffice <a href="ftp://ftp.wmo.int/Documents/SESSIONS/CCl-XV/English/DOCs/pdf/inf15_en.pdf">hat der WMO angetragen (PDF)</a>, ein verbessertes Datenset ihrer globalen Wetterstationen zu erstellen. Nicht dass <a href="http://tamino.wordpress.com/2010/02/25/false-claims-proven-false/">irgendwas ernsthaft falsch damit wäre</a>, schließlich bestätigen sich die verschiedenen verfügbaren Temperaturkurven <a href="http://tamino.wordpress.com/2008/01/24/giss-ncdc-hadcru/">ganz ausgezeichnet</a>, und für die USA konnte beispielsweise <a href="http://www.skepticalscience.com/On-the-reliability-of-the-US-Surface-Temperature-Record.html">keine systematische Verzerrung</a> durch schlechte Positionierung der kleinen Wetterkästen nachgewisen werden.</p>
<p>Perfekt funktioniert das WMO-System trotzdem  nicht, weshalb die bei der Organisation zuständige Klimakommission dem MetOffice-Vorschlag <a href="http://blogs.nature.com/climatefeedback/2010/02/met_office_calls_for_improved.html?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+reports%2Frss%2Fclimate_feedback+%28Climate+Feedback+-+Blog+Posts%29">bereits zugestimmt hat</a>. So eine Überarbeitung kostet natürlich einiges, und von heute auf morgen wird das <a href="http://blogs.nature.com/climatefeedback/2010/02/met_office_calls_for_improved.html?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+reports%2Frss%2Fclimate_feedback+%28Climate+Feedback+-+Blog+Posts%29">nicht erledigt sein</a>:</p>
<blockquote><p>The proposed exercise would require at least three years of work and may cost several million Euros, says a WMO spokesman. Funding is not yet secured, he says.</p></blockquote>
<p>Ich bin gespannt wann Anthony Watts und Steven McIntyre einen kleinen WMO-Funding-Button auf ihre Blogs packen, mit dem die Organisation bei ihren Bemühungen unterstützt werden soll &#8211; von den &#8220;ferner liefen&#8221;-Skeptie-Blogs ganz zu schweigen. Bei deren Reichweite und der unbändigen Bereitschaft der Skepties, die Wahrheit zu suchen und die Wissenschaft voranzubringen, sollten die paar Millionen binnen weniger Tage beisammen sein. Oder etwa nicht?</p>
<p><em>Von Nils Simon</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>E-Mail-Aktion: Häuser sanieren, Arbeitsplätze schaffen, Klimaschutz voranbringen</title>
		<link>http://klimakrise.de/2010/02/19/e-mail-aktion-hauser-sanieren-arbeitsplatze-schaffen-klimaschutz-voranbringen/</link>
		<comments>http://klimakrise.de/2010/02/19/e-mail-aktion-hauser-sanieren-arbeitsplatze-schaffen-klimaschutz-voranbringen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 16:56:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktiv werden!]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://klimakrise.de/?p=968</guid>
		<description><![CDATA[Energetische Gebäudesanierung ist ein effektives Mittel um Arbeitsplätze zu schaffen, den Energieverbrauch zu reduzieren und das Klima zu schützen. Trotzdem wollen CDU und FDP die Mittel zur Gebäudesanierung einschrumpfen und damit an der ganz falschen Stelle sparen. Via Campact:
Gebäudedämmung ist effektiver Klimaschutz. Doch die Bundesregierung will die Fördermittel für Gebäudesanierung gegenüber dem letzten Jahr halbieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Energetische Gebäudesanierung ist ein effektives Mittel um Arbeitsplätze zu schaffen, den Energieverbrauch zu reduzieren und das Klima zu schützen. Trotzdem wollen CDU und FDP die Mittel zur Gebäudesanierung einschrumpfen und damit an der ganz falschen Stelle sparen. Via <a href="http://www.campact.de/klima/ml4/mailer">Campact</a>:</p>
<blockquote><p>Gebäudedämmung ist effektiver Klimaschutz. Doch die Bundesregierung will die Fördermittel für Gebäudesanierung gegenüber dem letzten Jahr halbieren. Diese Politik schadet dem Klima &#8211; und gefährdet auch noch tausende Jobs. Schon nächsten Mittwoch berät der Bundestag. <strong>Fordern Sie vom Haushaltsausschuss, nicht beim Klimaschutz zu sparen!</strong></p></blockquote>
<p>Die Aufforderung kann <a href="http://www.campact.de/klima/ml4/mailer">von hier aus</a> per E-Mail an vier wesentlich verantwortliche Politiker des Haushaltsausschusses  verschickt werden. Bislang sind schon über 60.000 Mails rausgeschickt worden, eine davon ist von mir.</p>
<p>Die <em>Klimaretter</em> haben außerdem noch ein paar <a href="http://www.wir-klimaretter.de/hintergruende/75-wohnen/5201-energetische-gebaeudesanierung-fuer-alle">Hintergrund-Infos</a> zur energetischen Gebäudesanierung.</p>
<p><em>Von Nils Simon</em></p>
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		<title>Karies: Gewissheit oder politische Machenschaft?</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 15:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicht lustig]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Blogspiel zum Mitmachen: Ersetze die Rezension eines beliebigen Klimaschwindelverschwörungesoterikbuches an wenigen Stellen mit geeigneten Stichwörtern und veröffentliche das Ergebnis.
[Karies] ist das weltweit wichtigste Thema der Menschheit. Das vorliegende Buch setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob für die [Zahnfäule] wie von der Politk vorausgesetzt im Wesentlichen der [Zucker] verantwortlich ist oder auch natürliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Blogspiel zum Mitmachen: Ersetze die Rezension eines beliebigen Klimaschwindelverschwörungesoterikbuches an wenigen Stellen mit geeigneten Stichwörtern und veröffentliche das Ergebnis.</p>
<blockquote><p>[Karies] ist das weltweit wichtigste Thema der Menschheit. Das vorliegende Buch setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob für die [Zahnfäule] wie von der Politk vorausgesetzt im Wesentlichen der [Zucker] verantwortlich ist oder auch natürliche Schwankungen eine Rolle spielen könnten. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Frage nach der Wirkung eines vermehrten [Zucker]-Eintrags in [den Mundraum], der angeblich zu einer bedrohlichen [Karieserkrankung] führen soll. Deshalb werden zur Vermeidung von [Zucker] von uns allen wirtschaftliche Opfer verlangt. In leicht verständlicher Form setzt der Autor [...] den Behauptungen der [Karies]-Propheten neuere Ergebnisse der Forschung entgegen und zeigt, dass es durchaus keinen Konsens der [Zahnmediziner] über die Ursachen der vorübergehenden [Karieserkrankungen] gibt. Die geschichtlichen [Karieserkrankungen] und der Einfluss, den [Zucker] und [mangelnde Zahnhygiene] darauf haben, wird ebenso behandelt wie das Stichwort [Zahnseide]. Außerdem wird auf die Sorge um die Verknappung der Reserven an angeblich [zuckerhaltigen Limonaden] sowie die starken politischen und wirtschaftlichen Interessen eingegangen, die vor allem die stark konzentrierte [Zahnpastaindustrie] an der Verbreitung der [Karieskatastrophenangst] hat.</p></blockquote>
<p><em>Von Nils Simon</em></p>
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		<title>Phil Jones wird interviewt und sagt &#8211; das gleiche wie vorher</title>
		<link>http://klimakrise.de/2010/02/19/phil-jones-wird-interviewt-und-sagt-das-gleiche-wie-vorher/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 14:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Erwärmung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaskepties]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Temperatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel Rummel wurde schon zu dem Interview von Phil Jones mit der BBC gemacht. Darin hatte Jones erklärt, die globale Erwärmung seit 1995 sei messbar vorhanden, aber nicht statistisch signifikant nachweisbar:
B &#8211; Do you agree that from 1995 to the present there has been no statistically-significant global warming
Yes, but only just. I also calculated the [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viel Rummel wurde schon zu dem <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8511670.stm">Interview von Phil Jones mit der BBC</a> gemacht. Darin hatte Jones erklärt, die globale Erwärmung seit 1995 sei messbar vorhanden, aber nicht statistisch signifikant nachweisbar:</p>
<blockquote><p><strong>B &#8211; Do you agree that from 1995 to the present there has been no statistically-significant global warming</strong></p>
<p>Yes, but only just. I also calculated the trend for the period 1995 to 2009. This trend (0.12C per decade) is positive, but not significant at the 95% significance level. The positive trend is quite close to the significance level. Achieving statistical significance in scientific terms is much more likely for longer periods, and much less likely for shorter periods.</p></blockquote>
<p>Daraus machten ein paar, die es <a href="http://www.sciencebusters.at/sections/science-fu/posts/201">besser wissen müssten</a> (und für ihre Fehlleistung <a href="http://www.scienceblogs.de/diaxs-rake/2010/02/kein-klimawandel-bei-den-sciencebusters.php">prompt kritisiert wurden</a>), und welche von denen <a href="http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/02/klimaprofessor-sagt-es-gibt-keine.html">nichts anderes</a> <a href="http://klimablog.blog.de/2010/02/15/phil-jones-cr-bescheiden-8013313/">zu erwarten war</a>, im Gleichklang mit einem offensichtlich überbezahlten Journalisten von der <a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article6414711/Klimaforscher-Jones-gesteht-eigene-Schlampigkeit-ein.html">Wel</a>t irgendwie eine &#8220;180° Kehrtwende von Jones&#8221;. Tenor: Auf einmal behaupte Jones, die Erde habe sich nicht erwärmt.</p>
<p>In einem guten <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2010-02-17/verkehrte-welt?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=twitter">Artikel</a> von Stefan Rahmstorf wird erklärt, warum das blanker Unsinn ist. Man braucht einen genügend langen Zeitraum, um eine statistisch signifikante Temperaturentwicklung aufzeigen zu können. 15 Jahre sind dafür der unterste Rahmen, ab 20 klappt das schon ganz gut. Klimatologischer Standard sind 30 Jahre, und auf dieser Skala sieht man den Erwärmungstrend klar und deutlich und natürlich auch statistisch signifikant.</p>
<p><a href="http://klimakrise.de/wp-content/uploads/2010/02/klimalounge-temperaturen_2009-inkl30y-trend.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-959" title="klimalounge-temperaturen_2009-inkl30y-trend" src="http://klimakrise.de/wp-content/uploads/2010/02/klimalounge-temperaturen_2009-inkl30y-trend.jpg" alt="" width="442" height="286" /></a></p>
<p><em>Bild: Die Entwicklungs der durchschnittlichen Lufttemperatur seit 1960, mit 30-Jahres-Trend bis einschließich 2009. Die globale Erwärmung ist deutlich sichtbar, und es gibt keine Zeichen für eine Abkühlung auf einer klimatologisch relevanten Zeitskala. Quelle: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2010-02-17/verkehrte-welt?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=twitter">KlimaLounge</a>.</em></p>
<p><span id="more-956"></span>Was ist aber nun mit der angeblichen Kehrtwende von Jones? Stefan Rahmstorf verlinkt in seinem jüngsten Artikel praktischerweise <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-10-24/erderwaermung-beschleunigt-sich">auf ein Interview</a>, das er im November 2008 mit Jones geführt hat. Darin sagt Jones (Hervorhebungen von mir):</p>
<blockquote><p>Einige Leute nehmen selektiv den Trend ab 1998, einem extrem warmen Jahr weit oberhalb der Trendlinie. Diese Wärme war Folge eines El Niño Ereignisses im Pazifik. <strong>Selbst dann ist der Trend 1998-2007 in unseren Daten noch positiv</strong>, nämlich +0.09 ºC pro Jahrzehnt. Nimmt man aber den Trend 1999-2007 so beträgt er +0.21 ºC pro Jahrzehnt. Zum Vergleich: der Langzeittrend über die letzten 50 Jahre beträgt +0.13 ºC pro Jahrzehnt. Beginnt man also mit dem warmen Jahr 1998 ist der Trend unterdurchschnittlich, beginnt man mit dem kühlen Jahr 1999 ist er überdurchschnittlich. Das ist einfach ein Ergebnis der natürlichen Schwankungen von Jahr zu Jahr, die es seit jeher gibt. Es gibt keine Anzeichen für ein Abflachen im Trend. [...]</p>
<p><strong>Natürlich ist der Trend seit 1998 nicht signifikant</strong> &#8211; denn wegen der oben genannten Zufallsschwankungen von Jahr zu Jahr <strong>sind zehn Jahre einfach zu kurz, um zuverlässig einen Trend zu bestimmen.</strong> Bei einem 10-Jahrestrend beträgt die Standardabweichung aufgrund dieser Schwankungen +/- 0.1 ºC pro Dekade. Daher kann man auf dieser Basis auf keinen Fall behaupten, der Trend habe sich abgeflacht. Das ist Unsinn und verwechselt einfach das &#8220;Rauschen&#8221; der Wetterschwankungen mit dem &#8220;Signal&#8221; der globalen Erwärmung. Solche Behauptungen sind wissenschaftlich falsch. [...]</p>
<p><strong>Bei 20-jährigen Trends sind die Ergebnisse schon recht robust</strong>, die Standardabweichung ist da nur noch +/- 0.03 ºC pro Dekade. Der aktuellste 20-Jahrestrend, 1988-2007, beträgt 0.20 ºC pro Dekade. Bei diesem robusteren Maßstab sind die jüngsten Trends die steilsten. Nimmt man etwa den 20-Jahrestrend von vor zehn Jahren, also 1978-1997, so beträgt der nur 0.11 ºC pro Dekade. Das bedeutet: für hinreichend lange Zeiträume, über die man vernünftige wissenschaftliche Aussagen machen kann, hat die Erderwärmung sich beschleunigt und keineswegs abgeflacht.</p></blockquote>
<p>Jones sagte also im Januar 2010, der Erwärmungstrend seit 1995 sei positiv, aber statistisch nicht signifikant. Und 2008 sagte er, der Erwärmungstrend seit 1998 sei positiv, aber statistisch nicht signifikant. Donnerwetter! Wenn das mal keine glatte, ähm, 360°-Wende ist.</p>
<p>Haben unsere Journalisten eigentlich überhaupt keine Zeit mehr, um Recherchen sorgfältig durchzuführen? Jörg Zimmermann hat das fortgesetzte Versagen unserer Qualitätsmedien bei ihrer internen Qualitätskontrolle <a href="http://globalklima.blogspot.com/2010/02/2010-es-wird-noch-warmer-wann-merken-es.html">bereits aufgespießt</a>, wähernd Ulrich Berger gleich einen veritablen Fall von <a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/02/isa-martens-datenfalschung-in-der-gratiszeitung.php">Plagiarismus im Gratiszeitungs-Sektor </a>aufdeckte. Ich selber bin bekanntermaßen auch nicht gerade glühender Fan des <a href="http://klimakrise.de/2009/12/31/das-ehemalige-nachrichtenmagazin/">ehemaligen Nachrichtenmagazins</a>. Es ist was faul im Journalistenreich.</p>
<p><em>Von Nils Simon</em></p>
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		</item>
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		<title>Entschärft ein neues solares Minimum das Klimaproblem?</title>
		<link>http://klimakrise.de/2010/02/17/entscharft-ein-neues-solares-minimum-das-klimaproblem/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 19:06:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Stolpe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Erwärmung]]></category>
		<category><![CDATA[Szenarien]]></category>

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		<description><![CDATA[Gegenwärtig ist die Solaraktivität ziemlich gering und es gibt Vermutugen wonach eine längere Periode mit schwacher Sonnenaktivität vor uns stehen könnte, ähnlich wie das Maunder Minimum im späten 17. Jahrhundert, das mit der kleinen Eiszeit in der Verbindng gebracht wird:

Ist damit die Klimaproblematik entschärft und müssen wir uns stattdessen aufs Frieren einstellen?

Georg Feulner und Stefan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gegenwärtig ist die Solaraktivität ziemlich gering und es gibt Vermutugen wonach eine längere Periode mit schwacher Sonnenaktivität vor uns stehen könnte, ähnlich wie das <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Maunder_Minimum">Maunder Minimum</a> im späten 17. Jahrhundert, das mit der<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit#Ursachen"> kleinen Eiszeit</a> in der Verbindng gebracht wird:<br />
<img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/28/Sunspot_Numbers.png" alt="" width="424" height="179" /></p>
<p>Ist damit die Klimaproblematik entschärft und müssen wir uns stattdessen aufs Frieren einstellen?</p>
<p><span id="more-942"></span></p>
<p>Georg Feulner und Stefan Rahmstorf haben dies unterusucht und eine Arbeit dazu veröffentlicht (&#8220;On the Effect of a New Grand Minimum of Solar Activity on the Future Climate on Earth&#8221;), die bei Geophysical Research Letters in press ist.<br />
Mit einem Klimamodell haben sie den Effekt eines solchen möglichen solaren Minimus auf die Temperaturentwicklung des 21. Jahrhunderts analysiert. Auf Basis der A1B und A2 Szenarien errechnen sie eine Erwärmung um 3,7°C bzw. 4,5°C bis zum Ende des Jahrhunderts im Vergleich zum Mittel zwischen 1961-1990.<br />
Berücksichtigen sie zudem das mögliche Eintreten einer lang anhaltenden Periode mit geringer solarer Aktivität, so erhalten sie:</p>
<blockquote><p>In summary, global mean temperatures in the year 2100 would most likely be diminished by about 0.1°C. Even taking into account all uncertainties in the temperature reconstruction, the forcings, and the model physics, the overall uncertainty is estimated to be at most a factor of 3, so the offset should not be larger than 0.3°C.</p></blockquote>
<p>Im Vergleich zu den 3,7°C bzw. 4,5°C ist dies natürlich wenig und so schlussfolgern die Autoren:</p>
<blockquote><p>a new Maunder-type solar activity minimum cannot offset the global warming caused by human greenhouse gas emissions.<br />
Moreover, any offset of global warming due to a Grand Minimum of solar activity would be merely a temporary effect, since the distinct solar minima during the last millennium typically lasted for only several decades or a century at most.</p></blockquote>
<p><em><br />
von Martin Stolpe<br />
</em></p>
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		<title>Europäisches Parlament fordert &#8220;neue Klimadiplomatie&#8221;</title>
		<link>http://klimakrise.de/2010/02/17/eu-parlament-fordert-neue-klimadiplomatie/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 14:41:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Klimapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 10. Februar 2010 beschloss das Europäische Parlament (EP) eine Resolution (Zusammenfassung), in der es den Verlauf der Kopenhagener Klimakonferenz bewertete und eine Neuausrichtung der europäischen Klimapolitik einforderte. Die Parlamentarier verlangen darin von der Europäischen Kommission unilaterale europäische CO2-Reduktionszusagen jenseits der bisher beschlossenen 20% bis 2020 gegenüber 1990, schlagen eine konsequente Energieeffizienzstrategie sowie den weiteren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 10. Februar 2010 beschloss das Europäische Parlament (EP) eine <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P7-TA-2010-0019+0+DOC+XML+V0//EN&amp;language=EN">Resolution</a> (<a href="http://www.eu-un.europa.eu/articles/en/article_9484_en.htm">Zusammenfassung</a>), in der es den Verlauf der Kopenhagener Klimakonferenz bewertete und eine Neuausrichtung der europäischen Klimapolitik einforderte. Die Parlamentarier verlangen darin von der Europäischen Kommission unilaterale europäische CO2-Reduktionszusagen jenseits der bisher beschlossenen 20% bis 2020 gegenüber 1990, schlagen eine konsequente Energieeffizienzstrategie sowie den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien als zentrale Mittel zur Erreichung der selbstgesteckten Ziele vor, und fordern eine umfassende Finanzierung von Vermeidungs- und Anpassungsmaßnahmen zusätzlich zu den bestehenden Transfers im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.</p>
<p>Neben diesen weitgehend erwartbaren Forderungen enthält die Resolution einige Besonderheiten. Das EP spricht sich in der Resolution für eine „neue Klimadiplomatie“ aus. Diese soll Klimaschutz als zentralen Bestandteil in allen bi- und multilateralen Partnerschaften der EU-Mitgliedstaaten integrieren. Die Parlamentarier halten die USA, China und Europa für die drei Schlüsselakteure auf dem Weg zu einem neuen Klimaschutzvertrag, scheinen den Debatten um eine &#8220;Gruppe der 2&#8243; beziehungsweise &#8220;Gruppe der 3&#8243; gegenüber also offen zu stehen. Außerdem schlagen sie die Gründung einer „Allianz der Verantwortung“ vor, die allen aktiv am Klimaschutz interessierten Staaten offen stehen soll.</p>
<p><span id="more-937"></span></p>
<blockquote><p><em>The European Parliament</em> [...]</p>
<p>7. Underlines that there is a need to create a new &#8216;climate diplomacy&#8217;; calls, therefore, on the EU&#8217;s High Representative and the Commissioner responsible for climate action to lead this strategy, especially with the more progressive developing and emerging countries; urges the EU to agree on a &#8216;Roadmap for Mexico&#8217; which will include the discussion of climate policies in every strategic partnership and bilateral and multilateral cooperation agreement in order to create a more coherent external climate protection strategy; calls on the EU and its Member States to build an &#8216;Alliance of Responsibility&#8217;, open to all countries that consider climate change as a major threat to humanity and are prepared to act in order to stop global warming;</p></blockquote>
<p>Zusammengenommen ergibt sich aus diesen Elementen das Potenzial zu einer grundlegenden Neuorientierung europäischer Klimaaußenpolitik, die auf breitere Füße gestellt wird indem sie mehr Foren und verschiedene Themenfelder zur Durchsetzung europäischer Interessen nutzen will. Ob und in welcher Form die EU-Mitgliedstaaten die Positionen des EP aufgreifen, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Welche Ideen es zur Reform der internationalen Klimapolitik gibt, werde ich in der nächsten Zeit hier berichten. Damit rücken wieder mehr die politischen Fragen in den Mittelpunkt, nachdem die letzten Wochen vor allem von der Schnittstelle zwischen Klimaforschung, Medien und Öffentlichkeit geprägt waren.</p>
<p><em>Von Nils Simon</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Instant-Revisionismus</title>
		<link>http://klimakrise.de/2010/02/16/instant-revisionismus/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 22:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaskepties]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Erinnert sich noch jemand an Spaceballs? Den Jungs und Mädels vom gleichnamigen Planeten geht daheim die Luft aus, und Rick Moranis wird im Darth-Vader-Kostüm als Lord Helmchen losgeschickt, dem Planeten Druidia mit einem gigantischen Weltraum-Staubsauger den Sauerstoff abzudrehen. Ein junger Bill Pullman alias Lonestar verhindert das, angelt sich nebenbei eine Prinzessin, und zwischendrin organisiert Mel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erinnert sich noch jemand an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spaceballs">Spaceballs</a>? Den Jungs und Mädels vom gleichnamigen Planeten geht daheim die Luft aus, und Rick Moranis wird im Darth-Vader-Kostüm als Lord Helmchen losgeschickt, dem Planeten Druidia mit einem gigantischen Weltraum-Staubsauger den Sauerstoff abzudrehen. Ein junger Bill Pullman alias Lonestar verhindert das, angelt sich nebenbei eine Prinzessin, und zwischendrin organisiert Mel Brooks als Reinkarnation Yodas einen florierenden Merchandising-Handel.</p>
<p>Irgendwann in der Mitte des Films müssen die Spaceballs die gefangen geglaubte und dank Lonestar entkommene Prinzessin ausfindig machen, um das Passwort (&#8220;12345&#8243;) für den Schutzschild um Druidias Atmosphäre aus ihr herauszubekommen. Cornel Sandfurz hat schließlich die rettende Idee, der Suche schnellen Erfolg zu verschaffen: Instant-Kassetten (ja, Kassetten &#8211; das waren die 80er). Die können im Laden gekauft werden, bevor der Film fertig gedreht ist.<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Tj0ZqIo60tg&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/Tj0ZqIo60tg&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Warum erzähle ich das? Erstens hatte ich schon lange kein Video mehr hier eingebunden. Zweitens habe ich einen besonders guten Artikel des französischen Soziologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Latour">Bruno Latour</a> gelesen, der ebenfalls mit so etwas wie Instant-Kassetten aufwarten kann: <a href="http://criticalinquiry.uchicago.edu/issues/v30/30n2.Latour.html">Why Has Critique Run out of Steam?</a></p>
<p><span id="more-932"></span>Latour ist ein bekannter Denker der Wissenschaftssoziologie, der sich jahrzehntelang mit der sozialen Konstruktion wissenschaftlicher Erkenntnisse beschäftigt hat. Er hat leidenschaftlich gegen die Ingewahrsahmname von &#8220;Fakten&#8221; und für die Dekonstruktion ideologischer Fundamente hinter den angeblich objektiven Befunden gestritten. Er ist ein kritischer Denker, der Freude daran hat die scheinbaren Gewissheiten, die sich aus dem wissenschaftlichen Betrieb ergeben, zu hinterfragen.</p>
<p>Zuletzt allerdings ist Latour, so schreibt er in seinem Artikel, besorgt und ratlos geworden. Die zahllosen Fragezeichen stehen dafür Zeuge. Eines der von ihm besonders hervorgehobenen Beispiele ist die Leugnung der globalen Erwärmung. Dort ist es ist die Fabrikation von Zweifeln an wissenschaftlichen Fakten, die Erzeugung künstlicher Ungewissheit, die ihn zum Nachdenken bringen.</p>
<blockquote><p>Fancy that? An artificially maintained scientific controversy to favor a &#8220;brown backlash&#8221; as Paul Ehrlich would say. Do you see why I am worried? I myself have spent sometimes in the past trying to show the &#8220;lack of scientific certainty&#8221; inherent in the construction of facts. I too made it a &#8220;primary issue.&#8221; But I did not exactly aim at fooling the public by obscuring the certainty of a closed argument–or did I? After all, I have been accused of just that sin. Still, I&#8217;d like to believe that, on the contrary, I intended to <em>emancipate</em> the public from a prematurely naturalized objectified fact. Was I foolishly mistaken? Have things changed so fast?</p>
<p>In which case the danger would no longer be coming from an excessive confidence in ideological arguments posturing as matters of fact–as we have learned to combat so efficiently in the past–but from an excessive <em>distrust</em> of good matters of fact disguised as bad ideological biases! While we spent years trying to detect the real prejudices hidden behind the appearance of objective statements, do we have now to reveal the real objective and incontrovertible facts hidden behind the <em>illusion</em> of prejudices?</p></blockquote>
<p>Es ist diese Vermischung des ernst zu nehmenden Ansatzes beispielsweise von Mike Hulme, der auf die kulturelle Dimension des Klimawandels als soziales Konstrukt hinweist, mit dem berechneten Überbetonen bestehender Unsicherheiten in der Faktenlage durch professionelle Leugner, die unter dem Applaus der Fußvolk-Skepties effektive Klimapolitik verhindern, was mich manchmal dreimal nachdenken lässt was ich von einem dahergeschriebenen Stück Klimawissenschaftskritik halten soll.</p>
<p>Latour benennt die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rungstheorien_zum_11._September_2001">Verschwörungstheorien über den 11. September</a> als ein weiteres Beispiel für eine außer Kontrolle geratene Tendenz zur Überkritik. Diese, so seine Beobachtung, kommt nicht wie die philosophische Ideologiekritik teilweise erst Jahrzehnte nach einem Ereignis, sondern tritt binnen kürzester Zeit auf den Plan &#8211; im Instant-Tempo.</p>
<blockquote><p>Remember the good old days when revisionism arrived very late, after the facts had been thoroughly established, decades after bodies of evidence had accumulated? Now we have the benefit of what can be called instant revisionism? The smoke of the event has not yet finished settling before dozens of conspiracy theories are already revising the official account, adding even more ruins to the ruins, adding even more smoke to the smoke.</p></blockquote>
<p>Instant-Revisionismus ist tatsächlich etwas Spezielles, und er hat eine Schwester. Die Instant-Klimaskeptiererei ist ein Phänomen, bei dem sicher nicht nur ich mich manchmal frage, wie die Skepties scheinbar noch bevor ein Pseudoskandal überhaupt aufgetreten ist bereits den Dschihad in Form zusammengelogener Blogbeiträge ausrufen können. Das Tempo jedenfalls ist atemberaubend, und wer wie ich kopfschüttelnd die soziale Dekonstruktion der Klimapolitik in den vergangenen drei Monaten mitverfolgt hat weiß, wovon ich rede.</p>
<p>Während Jerome Ravetz das Heil der Wissenschaft in der <em>extended peer community</em> <a href="http://klimakrise.de/2010/02/16/ich-ravetz-nicht/">in Gestalt schrottiger Blogs vermutet</a>, besticht Latour ein deutlich unheimlicheres Gefühl bei diesem Phänomen. Was ihn besonders verstört, so scheint mir, sind nicht bloß die beschriebenen sozialen Phänomene an sich. Es ist die Wiedererkennung bekannter Methoden, und zwar die, deren er sich selbst als Akademiker bedient. Diese sind es, die bei ihm ein zwischen den Zeilen verstecktes Gefühl von entfernter Verantwortung für dieses ganze Elend auslösen.</p>
<blockquote><p>What has become of critique when there is a whole industry denying that the Apollo program landed on the Moon? What has become of critique when DARPA uses for its Total Information Awareness project the Baconian slogan Scientia est potentia? Have I not read that somewhere in Michel Foucault? Has Knowledge-slash-Power been co-opted of late by the National Security Agency? Has <em>Discipline and Punish</em> become the bedside reading of Mr. Ridge? [...]</p></blockquote>
<blockquote><p>Maybe I am taking conspiracy theories too seriously, but I am worried to detect, in those mad mixtures of knee-jerk disbelief, punctilious demands for proofs, and free use of powerful explanation from the social neverland, many of the weapons of social critique. Of course conspiracy theories are an absurd deformation of our own arguments, but, like weapons smuggled through a fuzzy border to the wrong party, these are our weapons nonetheless. In spite of all the deformations, it is easy to recognize, still burnt in the steel, our trade mark: MADE IN CRITICALLAND.</p></blockquote>
<p><em>Von Nils Simon</em></p>
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		<title>Woher nehmen?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 10:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Klimapolitik, besonders in Form einer konsequenten ökologischen Modernisierung, bietet enorme Chancen für hiesige Volkswirtschaften.  Zwar kann man davon ausgehen, dass sich die Einsparung von Treibhausgasen über kurz oder lang bezahlt macht &#8211; sei es durch eingesparte Energiekosten, vermiedene Klimaschäden, die Entwicklung neuer Technologien, oder durch die verbesserte Marktposition von Unternehmen mit umfassendem grünen Portfolio. Doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klimapolitik, besonders in Form einer konsequenten ökologischen Modernisierung, bietet enorme Chancen für hiesige Volkswirtschaften.  Zwar kann man davon ausgehen, dass sich die Einsparung von Treibhausgasen über kurz oder lang bezahlt macht &#8211; sei es durch eingesparte Energiekosten, vermiedene Klimaschäden, die Entwicklung neuer Technologien, oder durch die verbesserte Marktposition von Unternehmen mit umfassendem grünen Portfolio. Doch zumindest am Anfang muss man erst einmal Geld in die Hand nehmen. Öffentliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sind dafür zentral. Es stellt sich nur die Frage: <a href="http://thebreakthrough.org/blog/2010/02/friday_factoids_us_military_sp.shtml">Woher nehmen? </a></p>
<p><em>Von Nils Simon</em></p>
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