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BILD kündet neue Eiszeit an!

blödIch glaube wir haben hier hier noch nie über Deutschlands grösste Boulevardzeitung geschrieben. Das muss dringend nachgeholt werden und da bietet sich der Bild-Online Artikel “Bibber-Winter und Regen-Frühling: Erleben wir die nächste Eiszeit?” an. Besonders viel Inhalt hat er nicht: Kurz zusammgefasst, ist die Sonne am “bibber Wetter” schuld und wir befinden uns in einer neuen kleinen Eiszeit.
Dazu der “Bild-Klimaexperte” Dominik Jung

Derzeit sind recht wenige Sonneflecken zu beobachten. Das bedeutet eine verringerte Strahlungsintensität der Sonne, sie heizt uns also weniger stark ein. Als es im Mittelalter die kleine Eiszeit gab war das ähnlich. Daher könnten wir auch jetzt wieder von einer kleinen Eiszeit sprechen.“ Jung weiter: „Ein weiteres Zeichen ist, dass die Temperaturen derzeit unter den Durchschnittswerten liegen.“

Aha. An Dämlichkeit ist der Artikel wohl nur noch von den “EIKE-Experten” zu übertreffen. Dennoch will ich noch kurz die zahlreichen Fehler aufzählen:
i) BILD vermischt Wetter und Klima. Dass die Temperaturen derzeit unter den Durchschnittstemperaturen liegen ist Wetter und hat nichts mit den Sonnenflecken zu tun. Genauso absurd ist es natürlich kühles Wetter als “kleine Eiszeit” zu bezeichnen.
ii) Weiter verschweigt BILD, dass die Temperaturen vielleicht aktuell in Deutschland unter dem Durchschnitt liegen, global aber neue Rekordhöhen anstreben. Der Januar war global der zweitwärmste je gemessene, genau wie der Februar und der März (nachzuschauen hier). Die letzten 12 Monate waren insgesamt die wärmsten seit Messbeginn. Ich weiss nicht, Eiszeit habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.
iii) Zuletzt bleibt noch die Frage, ob ein solares Minimum heute überhaupt noch in der Lage ist, eine neue kleine Eiszeit auszulösen. Wir erinnern uns: Da waren so olle Gase, die irgendwas mit der Atmosphäre anstellen. Nein, selbst wenn es im 21. Jaharhundert eine lang anhaltenden Periode mit geringer solarer Aktivität geben sollte, wird damit nur ein Bruchteil der Erwärmung, die durch die Treibhausgase verursacht wird, aufgehoben (Feulner und Rahmstorf (2010)).

Eine gute Nachricht hat Dominik Jung dann aber auch noch für uns:

Keine Sonnenflecken, kleine Eiszeit: Versaut uns das den Sommer in Deutschland?
Dominik Jung: „Nein! Der Mai bleibt zwar verregnet und kühl, aber ab Juni wird es warm und trocken mit Spitzenwerten bis zu 37 Grad.“

Ich muss schon sagen, diese neue kleine Eiszeit ist aber auch wirklich aussergewöhnlich kurz: Nur ein paar Monate. Die tatsächliche kleine Eiszeit war übrigens einige Jahrhunderte lang…

von Martin Stolpe

Comments

Comment from Thorsten
Posted: 5. Mai 2010 at 09:38

Nun brauchen wir ja nur noch auf die Schlagzeile bei EIKE zu warten:

“Namhafte Klimaforscher sagen Eiszeit voraus…. angeblicher wissenschaftlicher Konsens über globale Erwärmung als Lüge überführt…”

Comment from Michael Krüger
Posted: 6. Mai 2010 at 17:33

Ganz so abwegig ist die Theorie nicht.

“Trotz des Trends der globalen Erwärmung werden die Menschen in Großbritannien und Mitteleuropa in den nächsten Jahren möglicherweise häufiger kalte Winter erleben. Zu diesem Ergebnis ist jetzt ein internationales Wissenschaftlerteam gekommen. Die Forscher fanden in ihrer neuen Studie, über die sie in der Fachzeitschrift „Environmental Research Letters“ berichten, einen Zusammenhang zwischen geringer Sonnenaktivität und ungewöhnlich niedrigen Wintertemperaturen in dieser Region.”

http://www.g-o.de/wissen-aktuell-11514-2010-04-15.html

Comment from Thorsten
Posted: 9. Mai 2010 at 11:47

@ Michael Krüger vom Team Müller

Herr Krüger, seit wann sind “einzelne kalte Winter in Großbritannien und Mitteleuropa” Eiszeiten? Gibt es lokale Eiszeiten über einzelne Jahre?

Waren die Hitzesommer Mitte der letzten Dekade in Mitteleuropa oder Australien lokale Warmzeiten?

Mir scheint Sie haben wieder einmal Schwierigkeiten mit den Begriffen Wetter und Klima. Und was den Einfluss der Sonne auf das Klima betrifft, so sollten Sie den von Ihnen zitierten Link auch bezüglich der zusammenfassenden Ergebnisse zitieren. Dort heisst es:

Die Studie widerspricht somit nicht der Theorie einer globalen Erwärmung, die auf den Einfluss des Menschen zurückgeht. Im Gegenteil: Vieles deutet darauf hin, dass die Sonne für diesen Effekt nur zu einem kleineren Teil verantwortlich ist.

Comment from Michael Krüger
Posted: 9. Mai 2010 at 16:01

@Thorsten

Hier die Studie

http://iopscience.iop.org/1748-9326/5/2/024001/pdf/1748-9326_5_2_024001.pdf

Comment from Martin Stolpe
Posted: 9. Mai 2010 at 19:31

Daraus:

The connections reported here indicate that, despite hemispheric warming, Europe could well experience more frequent cold winters than during recent decades.

Ahja man muss wohl Krüger oder Müller oder wie auch immer heissen um das als “neue kleine Eiszeit” zu bezeichnen.

Comment from Michael Krüger
Posted: 10. Mai 2010 at 11:09

@Stolpe

“… um das als “neue kleine Eiszeit” zu bezeichnen.”

Tja, waren MWP und “kleine Eiszeit” denn global, oder lokal? Ich denke die dem IPCC zugewandte Klimaforschung bevorzugt Zweites. Eine “kleine Eiszeit” in Europa.

Comment from Steffen
Posted: 14. Mai 2010 at 08:22

Grundsätzlich ist es doch ein Problem, dass Bild irgendeinen dahergelaufenen Metereologen als Klima-Experten bezeichnet.
Denn Meteorologie ungleich Klimatologie… Meiner Meinung nach gibt es viel zu viele selbsternannte Experten… die mit gefährlich viel Halbwissen ein in der Tat wichtiges Thema wie die globale Klimaerwärmung bezweifeln, siehe fachfremde “Experten” bei Eike ;)

Comment from Martin Stolpe
Posted: 15. Mai 2010 at 22:38

Hey Steffen,
danke für deine Kommentare! Ja, das stimmt, so versucht man autoritär zu erscheinen und leider fallen auch viele auf solche Verusche rein. Gut überprüfen, ob es wirklich ein Experte oder nur ein Möchtegern ist, lässt sich mit http://www.isiknowledge.com Einfach den Namen eingeben und schon werden die – falls sie es denn gibt – vorhandenen Publikationen in Fachmzeitschriften aufgelistet.

Comment from mike
Posted: 11. Juli 2010 at 13:30

Im Gegensatz zu den Alarmisten haben viele sogenannten “Klimaskeptiker” wenigstens eine wissenschaftliche Ausbildung. Deswegen sind auch die meisten WISSENSCHAFTLER gegen diese allgemein verbreitete Klimatheorie und prophezeien eine neue kleine Eiszeit, da die Sonnenaktivität und die kosmische Strahlung das Klima am meisten beeinflusst und auch in den letzten 30 Jahren mit den Klimadaten der Satelliten übereinstimmte. Aufgrund der weiterhin schwachen Sonnenaktivität ist daher mit einem raschen Klimasturz innerhalb der nächsten Jahrzehnte zu rechnen.
Die Nachrichten von EIKE oder anderen klimarealistischen Seiten mögen vielleicht für manche lästig sein, die sich unbedingt eine globale Erwärmung wünschen, aber die “Klimaskeptiker” sind deswegen nicht dämlich im Gegensatz zu den IPCC-Anhängern, Al Gore und andere Leute, die mehr politisch als wissenschaftlich sind.

Comment from Michael
Posted: 1. August 2010 at 10:49

Traurig, wie ein so wichtiges Thema zum Schlachtfeld von Propaganda-Kämpfern wird. Diese geistige Rücksichtslosigkeit, einfach zu behaupten, was zur eigenen Auffassung passt.
Zurück ins Mittelalter angeführt von Kreationisten, Verschwörungstheoretikern, Wissenschafts-Gegnern und Konsorten!

Comment from Thorsten
Posted: 4. August 2010 at 19:43

@ MIKE

Im Gegensatz zu den Alarmisten haben viele sogenannten “Klimaskeptiker” wenigstens eine wissenschaftliche Ausbildung. Deswegen sind auch die meisten WISSENSCHAFTLER gegen diese allgemein verbreitete Klimatheorie

Wo haben Sie denn den Unsinn her? Welche Klimaskeeptiker arbeiten denn in der Klimaforschung? Wo betreibt EIKE Forschungsprojekte zum Klima? Wie viele Wissenschaftler sind bei EIKE eingestellt? Nicht ein einziger! Wo sind “Alarmisten” ohne wissenschaftliche Ausbildung. Wie kommt es, dass alle meteorologischen und physikalischen Forschungsgesellschaften deutschlandweit vor dem AGW warnen? Wie kommt es, dass ca. 97 % der Klimawissenschaftler den AGW als ernstes Problem beschreiben?

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/medien-check/2009-03-06/klimakonsens-97-prozent

Comment from Wolfgang
Posted: 19. Dezember 2010 at 18:49

Es spricht einiges für ne Eiszeit-den es ist bewiesen das vor einer Eiszeit eine zunächt Klimaerwärmung stattfand.
Das ist das was wir zur Zeit erleben.
Es ist a bissel Wahrheit an den Film Day After Tomorrow.

Comment from grMf
Posted: 3. Januar 2011 at 23:03

Alter Schwede bei manchen scheints jetzt schon zu frieren. Nicht ausgeschlossen das der Sauerstoff mancherortens knapp ist.
Schnappt euch google und lest gefälligst wie es zu Eiszeiten kommt. Dann stellt vieleicht manch einer hier fest das es vielmehr mit dem Rotationswinkel zu tun hat. Die momentanen Kälteschauer in !Europa! hängen viel mehr mit dem Golfstrom zusammen was eher ein Bildartikel wert sein sollte als so unfähiges Gewäsch.

Hirnlegastheniker.

Comment from Schweickhardt
Posted: 3. März 2011 at 21:58

ach die PIK sind ja auch tolle Experten, Herr Schellnhuber kann ja ganz leicht selber ausrechnen, dass bis 2035 die HimalayGletscher schmelzen.
Gruß Gerhard Schweickhardt

Comment from fpg
Posted: 30. Juli 2011 at 10:53

moin,
…ich arbeite ja schon ewig nicht mehr als quartärgeologe… aber als wir uns in den 90′ern gedanken zu den abläufen am übergang von warm- nach kaltphase machten, spielten dinge wie verlagerung und verstärkung der niederschläge nach norden (optimale schneefalltemperatur), aussüssung der ostsee (schneckenfauna) und daraus überlagerung des golfstroms, erosions/sedimentationsspuren an den mittelgebirgsrändern (zunahme der erdrutsche, sedimentationsraten in flusssystemen und binnengewässern), veränderung der vegetation und ihrer faziellen bedingungen, verschiebung des sauerstoffisotopenverhältnisses in meeressedimenten usw… eine rolle für die beweisführung.
nach unserer auffassung befanden wir uns am ende eine längeren warmphase in erwartung einer neuen kaltphase… in einer eiszeit leben wir ja eh schon seit rund 3 mio. jahren, daher wäre es blöd, von einer neuen eiszeit zu reden. sicher ist, dass, egal wie sehr wir uns anstrengen werden, das eis wiederkommt. da lässt die aktuelle positionierung der kontinente und die verteilung der meere drumherum wenig spielraum. ob wir nun durch den co2-ausstoss den prozess beschleunigen oder eher verzögern, kann man meiner meinung nach eh nicht zuverlässig vorhersagen.
temperaturabweichungen um 2% liegen in der statistischen unschärfe, was viel platz für interpretationen lässt ;-)

gruss vom fpg

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