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Bücher (deutsch)

- Marcel Hänggi: Wir Schwätzer im Treibhaus. Rotpunkt, 2008.
- George Monbiot: Hitze. Riemann, 2007.
- Stefan Rahmstorf und Hans Joachim Schellnhuber: Der Klimawandel. C.H. Beck, 2007.
- Hermann Scheer: Der energethische Imperativ Kunstmann, 2010.
- Harald Welzer: Klimakriege. S. Fischer, 2008.

Bücher (englisch)

- James Hoggan: Climate Cover-Up. Greystone, 2009.
- Mike Hulme: Why We Disagree on Climate Change. Cambridge University Press, 2009.
- Mark Lynas: Six Degrees. Random House, 2008.
- Roger Pielke, Jr.: The Climate Fix. Basic Books, 2010.
- Stephen Schneider: Science as a Contact Sport. National Geographic, 2009.
- Spencer Weart: The Discovery of Global Warming. Harvard University Press, 2008. Auch online.

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EU-Klimaziele “ein Zuckerschlecken”

So sieht es nicht nur Yvo de Boer, der scheidende Chef der UN-Klimarahmenkonvention. Auf einer Rede vor dem Europäischen Parlament am 14. April hielt er uns hasenfüßigen Europäern den Spiegel vor und erklärt, dass wir unsere Führungsrolle bei den internationalen Klimaverhandlungen nur durch energische Schritte wiedererlangen können:

„Viele der Diskussionen, die ihr in Europa führt, sind nicht besonders vertraulich“, sagte er. „Und der Rest der Welt weiß, dass die Kommission den EU-Mitgliedstaaten mitgeteilt hat, dass eine Reduktion um 20 Prozent ein Kinderspiel sei und dass selbst 30 Prozent die europäische Wirtschaft nicht ruinieren würden.“

“Nicht ruinieren” ist dabei wahrlich untertrieben. Selbst der Bundesverband der Deutschen Industrie hat mittlerweile erkannt:

Bis 2020 können 31 Prozent der Treibhausgase in Deutschland vermieden werden: knapp ein Drittel gegenüber den Emissionswerten von 1990 – ohne Einbußen für das Wirtschaftswachstum.

30% Reduktion in Deutschland, ohne Einbußen für das Wachstum. Andere Studien haben jüngst gezeigt: 100% Erneuerbare Energien sind europaweit möglich, zu nahezu gleichen Kosten wie eine konventionelle Energieversorgung. Bis 2050 kann Europa auf dem Pfad der ökologischen Modernisierung viel gewinnen – ökologisch, volkswirtschaftlich, moralisch. Wenn das jetzt endlich auch die Industrie kapiert hat, dann stehen alle Türen offen.

Die Europäische Kommission ist dem gegenüber noch vorsichtig. Sie will erst eine Folgenabschätzung über die Wirkung einer unilateralen Verschärfung der eigenen Klimaziele auf minus 30% CO2-Emissionen bis 2020 abwarten. Grund sind die Bremser innerhalb der EU, die noch mehr als Deutschland vom fossilen Energiesystem abhängig sind und sich keine Vorteile durch frühzeitige Marktführerschaft bei grünen Technologien gesichert haben.

Andere Länder machen vor, wie es geht: Südkorea und selbst China investieren einen weit größeren Anteil ihrer Konjunkturpakete in saubere Technologien und nachhaltige Wirtschaftszweige. Will Europa seine Führung nicht verspielen ist kein Zaudern, sondern Machen gefragt. De Boers Rede könnte einen ganz kleinen Ruck in dieser Richtung ausgelöst haben. Nötig wäre es.

Von Nils Simon

Comments

Comment from Rudolf Kipp
Posted: 25. April 2010 at 20:03

In nächster Zukunft wird wohl nichts aus verbindlich vorgeschriebenen Emissions-Grenzen…


Die Klimakanzlerin war gestern – Merkel strebt kein global bindendes Abkommen zum CO2-Ausstoss mehr an

So sieht wohl ein geordneter Rückzug aus. Wie der Spiegel in seiner Online-Ausgabe heute berichtet, hat unsere Bundeskanzlerin das Ziel aufgegeben, einen weltweit verbindlichen Vertrag für CO2-Emissionen anzustreben…

Comment from Nils Simon
Posted: 25. April 2010 at 20:51

Herr Kipp, wichtiger als verbindliche Grenzen sind die Mittel, mit denen sie eingehalten werden können. So äußert sich in dem von Ihnen verlinkten Artikel auch Umweltminister Röttgen. Ehrlich gesagt halte ich genau diesen Ansatz für durchaus Erfolg versprechend.

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