Auf Effizienz gebaut
Wie das Passivhausblog schreibt, ist die Zahl der hoch effizienten Passivhäuser (gemessen in “Wohneinheiten”, entsprechend je 100 Quadratmeter) von Anfang 2007 bis Januar 2009 um etwa 50% auf aktuell 12.500 Passivhauswohnungen und -häuser in die Höhe geschnellt. Ein beeindruckendes Wachstum dieser unverzichtbaren Zukunftstechnologie! Doch selbst wenn dieses Wachstum beibehalten oder sogar noch deutlich beschleunigt werden könnte, dauerte es Jahrhunderte, bis unser Gebäudebestand vollständig mit diesem Energiestandard ausgestattet wäre.
Gerade deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Energieeinsparverordnung (EnEV) des Bundes, die den den gesetzlichen Effizienzstandard im Baubereich regelt, zuletzt 2007 verschärft wurde. In zwei weiteren Schritten soll 2009 und 2012 der Heizenergiebedarf in Wohngebäuden um je 30% gesenkt werden. Damit wäre man praktisch am Passivhausstandard dran, allerdings nur für Neubauten.
In der Regel hinkt die EnEV (wie zu sehen) 20 Jahre hinter dem technisch Machbaren hinterher. Spätestens in den 2020ern wird demzufolge wohl endlich das schon lange mögliche Plusenergiehaus verpflichtender Standard. Wenn das schon deutlich früher geschähe, und wenn dazu noch die Förderprogramme für Wohnraumsanierung endlich einen wirklich massiven Umfang erreichten, dann hätte der Baubereich in der Tat die Chance, seine Treibhausgasemissionen bis 2050 um 90% oder mehr zu reduzieren.
So wird Klimaschutz effektiv und schafft qualifizierte Arbeitsplätze. Die Voraussetzungen für eine grüne Effizienzrevolution im Baubereich sind hervorragend: Wir haben ausgezeichnet qualifiziertes Personal, tausendfach erprobte Technik, genügend finanzielle Mittel und mit der EnEV einen starken regulativen Hebel, an dem die Politik bereits ansetzt. Jetzt fehlt nur noch eins: Tempo!
Von Nils Simon
Eingetragen: Februar 10th, 2009 unter Klimaschutz.

