Ölfördermaximum
Wie bereits berichtet, kommen die Wissenschaftler der “Energy Watch Group” (EWG) zum Schluss, dass das Maximum der weltweiten Ölförderung im Jahr 2006 erreicht wurde. Nun legt auch die “Association for the Study of Peak Oil and Gas” (ASPO) nach: In ihrem aktuellen Bericht datiert sie das Fördermaximum auf das Jahr 2007. Und auch bei der “Internationalen Energie Agentur” (IEA) scheint sich ein Umdenken in Gang zu setzen.
Die ASPO hat in ihrem aktuellen Newsletter den Zeitpunkt für das Fördermaximum von 2010 auf 2007 nach vorne korrigert. Heute werden pro Tag etwa 84 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Erdöl gefördert. Bis 2020 wird die Förderung laut APSO auf 70 Millionen Barrel pro Tag und bis 2030 auf 55 Millionen Barrel abnehmen.
Die EWG rechnet mit einem schnelleren Rückgang der Förderung. In ihrer Studie, die jetzt auch als deutsche Übersetzung verfügbar ist, rechnen die Autoren bis 2020 mit einer Förderung von 58 Millionen Barrel täglich und 2030 sogar nur noch mit 39 Millionen Barrel pro Tag.

Zu ganz anderen Ergebnissen kommt die “Internationale Energie Agentur”. Im “World Energy Outlook 2007” erwarten die Autoren, dass sich der Ölverbrauch bis 2030 auf 116 Millionen Barrel pro Tag belaufen wird! Dies setzt natürlich voraus, dass auch die Förderung enorm steigt. So nehmen die Autoren beispielsweise eine Steigerung der Förderung der OPEC Länder von heute 36 Millionen Barrel auf dann 61 Millionen Barrel pro Tag an. Nun scheint aber auch die IEA umzudenken: Bis 2030 soll die Förderung demnach nicht mehr auf 116, sondern “nur” noch auf 100 Millionen Barrel pro Tag steigen.
Selbst nach der IEA Prognose gäbe es 2030 eine Differenz zwischen Angebot und Nachfrage, was zu weiter steigendenen Preisen führen düfte. Ob bei den heutigen hohen Rohölpreise von über 130 USD pro Barrel, schon das “Peak-Oil” eine Rolle spielt oder nicht, lässt sich wohl derzeit nicht beantworten. Fest steht jedoch, dass sich der Rohölpreis innerhalb eines Jahres verdoppelt hat und heute so hoch wie noch nie ist.
Es bleibt zu hoffen, dass der hohe Ölpreis genutzt wird, um unabhängiger vom Öl zu werden. Wenn man beipsielsweise sein Haus besser dämmt, spart man nicht nur Heizöl ein, sondern trägt gleichzeitig auch zum Klimaschutz bei.
Von Martin Stolpe
Posted: 25 Mai, 2008 in Peak Oil.
Comments
Comment from chlorobium
Posted: 25. Mai 2008 at 21:20
Hi IqRS,
netter Artikel. Eine der wichtigsten Aussagen findet sich meiner Meinung nach im Statement von Dr. W. Zittel.
“„Peak Oil“ ist jetzt. Die weltweite Ölförderung hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Fördermaximum bereits überschritten. Bis zum Jahr 2030 könnte sie auf die Hälfte sinken. Aufgrund des steigenden Eigenverbrauchs der Ölförderländer wird sich das Angebot auf dem Weltmarkt zusätzlich verknappen. Für Deutschland könnte die Folge sein, dass Deutschland im Jahr 2030 kein Öl mehr importieren kann.”
Es bleiben also 22 Jahre um einen Umbau unserer Energieversorgung zu betreiben. Viel ist das nicht.
mfg
Chlorobium (der Farbe wegen)
Comment from IqRS
Posted: 25. Mai 2008 at 21:58
@chlorobium: Danke!
@Nils: Sowohl die ASPO als auch die EWG berücksichtigen unkonventionalles Öl und dennoch kommen beide Abschätzungen zum Schluss, dass das Fördermaximum erreicht ist. Die EWG schreibt z.B.Die Ausweitung der Teersandförderung erfordert hohe Investitionen und ist sehr zeitaufwändig. Im einem Teersand-Bericht der kanadischen Energiebehörde wird angenommen, dass die Förderung bis
2015 wahrscheinlich auf drei Mb/Tag steigen wird, wobei es einen gewissen Unsicherheitsbereich gibt (1,9 Mb/Tag bis 4,4 Mb/Tag) [NEB 2006]. (enspricht etwa 2% der Weltölförderung)
und
Wegen der dargestellten Beschränkungen ist es nicht wahrscheinlich, dass die Ressourcen an nicht-konventionellem Öl in Kanada den zukünftigen Rückgang der weltweiten Förderung von konventionellem Öl ausgleichen können. (S.98)
Es bleibt zu hoffen, dass der hohe Ölpreis als Chance genutzt wird (Windenergie ist z.B. schon heute kostengünstiger als Kohle), denn eine Ausweitung des Abbaus von unkonventionellem Öl wäre nicht nur fatal für das Klima, auch der z.B. der Wasserverbrauch ist gigantisch.
Comment from Nils Simon
Posted: 26. Mai 2008 at 09:23
@IqRS: Danke für die Hintergrundinfos! Ich meinte allerdings nicht, dass sich durch unkonventionelles Öl Peak Oil nach hinten verschieben könnte, sondern nur dass deren Ausbeutung mit dem steigenden Ölpreis immer lukrativer wird, mit allen Folgen die das haben wird (angefangen bei der Zerstörung der lokalen Umwelt bis hin zu den CO2-Emissionen). Einen positiven Schub für Erneuerbare kann der hohe Ölpreis natürlich genausogut bedeuten.
Comment from Energie-Ossi
Posted: 26. Mai 2008 at 13:00
Sorry meine Herren, ich muß leider Eure illustre Öko-Runde korrigieren. Speziell die Behauptung von IqRS, Windstrom wäre günstiger als Kohlestrom ist ja wohl ein Witz.
Beim AGW argumentiert Ihr immer mit knallharter Physik aber bei der Stromversorgung spielt die für Euch absolut keine Rolle.
Da bringst Du eine Studie, die mit toten Bergleuten und externen Kosten beweisen soll, das Kohle teurer ist als Wind.
Du vergisst eins, ohne Kohle und Kernkraft fehlt die Grundlast, ohne diese eure Windkraft ein wetterabhängiger, kaum berechenbarer, Netzverunsichernder Faktor ist, der bald zum Totalausfall, zum Blackout führen wird. Wenn es zu diesen gekommen ist, ist die Windkraft auch nie in der Lage, wieder eine funktionierende Stromversorgung aufzubauen.
Zu den sogenannten externe Kosten, eine Zahl die auf Szenarien beruht, was passiert, wenn die globale Temperatur um X Grad steigt, wenn die vorhergesagten Katastrophen eintreten, wenn, wenn, wenn.
Sorry, habt ihr schon von der gefälschten Studie über die Schädlichkeit der Handystrahlung gehört????
Ähnlich Qualität hat eure Studie auch.
MfG
Comment from Müller
Posted: 26. Mai 2008 at 13:45
Ihr habt das Problem (Ölknappheit) richtig erkannt aber nicht die Folgen. Es wird nicht zum Ausbau der EE kommen, weil eine technische Umsetzung nicht möglich ist. Es stehen weder das Geld, noch die Fläche noch die Energiespeicher für eine Vollversorgung zur Verfügung. Was zur Verfügung steht sind die Kohleverflüssigung, Methanhydrate, bisher konventionell nicht förderbares Öl und Gas. Der steigende Ölpreis wird in den nächsten Jahren zu einer Weltwirtschaftskrise führen, unter der vor allem die Armen zu leiden haben. Autofahren wird u.a. unerschwinglich werden und Heizölpreise werden ins unermessliche steigen. Die Volksproteste werden schlagartig zu einem Umdenken in der Energiepolitik führen und die vorhandenen Ressourcen werden genutzt werden.
Comment from IqRS
Posted: 26. Mai 2008 at 16:57
@Energie Ossi:
Sehr interessant, du bezeichnest die Science Studie als “Witz” und gefälscht. Wie wäre es, wenn Du ein paar Argumente bringen könntest, anstatt Stammtischparolen von dir zu geben? Z.B. würde ich gerne eine Quelle sehen, dass der vermehrte Einsatz von Windenergie, wie du schreibst, zum “Totalausfall” führt.
Übrigens ist Atomstrom nochmal teurer als Kohlestrom (In deregulated markets, nuclear power is not now cost competitive with coal and natural gas, “The Future of Nuclear Power”)
@Müller: Wie wäre es mit Energieeinsparung? Warum wird z.B. nicht das Passivhaus als verbindlicher Standard eingeführt? Das müsstest du doch auch befürworten? Was denkst Du wie viel sich vom deutschen Energieverbrauch einsparen lässt? 10%, 20% oder gar 30%? Umso weniger Energie wir verbrauchen, desto leichter ist es den Rest mit regenerativen Energien zu decken. Du erwähnst einen hohen Kostenaufwand: Wenn die Windenergie schon heute billiger als die Kohle ist, dann möchte ich gar nicht wissen, wie es im Vergleich zu Methanhydrat steht. Und was ist mit der Fläche? Allein 30% der deutschen Stromversorgung könnten mit heutigen Solarzellen, wenn die geeigneten Dächer und Fassade genutzt werden, gedeckt werden. Und selbst dann ist immer noch Platz für Solarthermie. Was für eine Flache wird benötigt, um unkonventionelles Öl in Kanda zu fördern?
Comment from chlorobium
Posted: 26. Mai 2008 at 17:03
@Energie-Ossi:
Was bitte hat die gefälschte Studie über Handystrahlung mit der Studie über den Kostenvergleich von Windkraft mit Kohlestrom zu tun? Diesen Punkt sollten Sie schon erläutern, sonsten bleibt Ihr Posting nur blabla – so wie viele Ihrer Postings auf oekologismus.
Kohlestrom ist nicht ausschließlich deswegen teurer als Windenergie, weil jedes Jahr 2000 Menschen in den USA an der Staublunge sterben. Aber diese med. Kosten kann man schon zu den Gestehungskosten des Kohlestrom zuzählen. Und eigentlich müßten die Kosten für Kohle in den USA durch die Hinzunahme von Sozialleistungen in die Berechnungen noch höher liegen. Viele Familien in den Bergbaugebieten, vor allem in den Südstaaten, kommen ohne staatliche Lohnzuschüsse nicht über die Runden; obwohl er oder sie einen Full-Time Job im Bergwerk hat. Die Menschen dort arbeiten teilweise unter derart unwürdigen Bedingungen, da würde in Europa jede Gewerkschaft gegen Sturm laufen.
Daß die Autoren in dieser Studie keinerlei Aussagen zu den Windenergiekosten bezüglich Grundlast oder Energiespeicherung macht, ist allerdings ein ganz dickes Minus.
@Müller:
Wohl war. Aber warum so technikfeindlich? Wenn es um die Lösungen zum Klimawandel geht, wird doch auch immer gerne auf das Potential kommender Technik hingewiesen. Warum also nicht auch bei diesem Problem. Aber ich stimme Ihnen zu. Kurzfristig wird wohl wieder auf Kohle und Kernenergie gesetzt.
mfg
Chlorobium (der Farbe wegen)
Comment from Thorsten
Posted: 26. Mai 2008 at 17:24
Ich habe hier noch eine aktuelle Kostenstudie:
http://www.bmu.de/files/erneuerbare_energien/downloads/application/pdf/ee_kosten_stromerzeugung.pdf
Alle fossilen Enerieträger sind unrentabel, wenn man die externen Kosten mit einberechnet. Aber wie überall gilt auch hier: Gewinne privatisieren, Risiken abwälzen.
Comment from Thorsten
Posted: 26. Mai 2008 at 17:45
@ Müller
“Es wird nicht zum Ausbau der EE kommen, weil eine technische Umsetzung nicht möglich ist. Es stehen weder das Geld, noch die Fläche noch die Energiespeicher für eine Vollversorgung zur Verfügung.”
Die Fläche steht zu Verfügung und auch das Geld noch. Niemand erwartet eine Vollversorgung in 10 Jahren. Aber wir könnten schon VIEL weiter sein, würden u.a. nicht die Klimaskeptiker eine Energiewende bis heute sabotieren.
Dies rächt sich möglicherweise schon sehr bald!
Wir müssen schleunigst alle Möglichkeiten der Energieeinsparung, der Energieeffizienz und der Wende hin zu einem breiten Energiemix v.a. aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse nutzen und umsetzen.
Tun wir dies nicht, werden die zukünftigen Folgen und Kosten ein Vielfaches dessen betragen, was wir heute aufbringen müssten.
Das Problem der Energiespeicherung wird meist größer geredet als es ist. Erstens muss dieses Problem nicht binnen der nächen 5 Jahre gelöst werden, zweitens gibt es hier sehr hoffnungsvolle Entwicklungen, Drittens können wir die Spitzenlast noch für einige Jahrzehnte auf Gasblockheizkraftwerken aufbauen, vertens befinen wir uns in einem europ. Energieverbundsystem, was das Speicherproblem abpuffert, und fünftens haben wir keine andere Wahl!
Comment from Müller
Posted: 26. Mai 2008 at 17:54
@IqRS
„@Müller: Wie wäre es mit Energieeinsparung? Warum wird z.B. nicht das Passivhaus als verbindlicher Standard eingeführt? Das müsstest du doch auch befürworten?“
Das ist mit Sicherheit die sinnvollste Maßnahme. Aber auch das ist sehr, sehr teuer und nur langfristig umsetzbar. Der Energiebedarf wird mit der Technisierung & Bevölkerung weiter ansteigen. Die Ölkrise beginnt aber heute. Im 2. WK wurde das Problem schnell z.B. in Deutschland und England mit Kohle und dem Fischer-Tropsch-Verfahren gelöst. Bzgl. der Windenergie und den EE schau dir folgende Beiträge in meinem Blog an und rechne das mal selbst durch. Die letzten Tage habe ich Photovoltaikanlagen besucht. Morgen setzte ich mich mal daran, dass zusammen zu fassen.
Deutschland auf dem Weg zum Strom aus 100% Erneuerbarer Energie? Eine Illusion
Die 5 Lügen der Windenergie
Comment from Müller
Posted: 26. Mai 2008 at 18:13
@chlorobium
Technikfeindlich bin ich nicht nur Realist. Das Potential liegt meiner Meinung nach in der Fusionstechnik und in der Nutzung der Gezeitenkraft. Man könnte z.B. an den Küsten vor Buchten, z.B. Jadebusen, Staumauern errichten und die Gezeitenkraft nutzen. Vielleicht gelingt auch in naher Zukunft die künstliche Photosynthese. Damit wäre auch das angebliche „CO2-Problem“ gelöst.
@Thorsten
„Niemand erwartet eine Vollversorgung in 10 Jahren….Erstens muss dieses Problem nicht binnen der nächen 5 Jahre gelöst werden, zweitens gibt es hier sehr hoffnungsvolle Entwicklungen,…“
Ich befürchte wir haben nicht mal diese Zeit mehr. Neue Technologien, außer den EE, werden vor allem durch den Klimaschutz sabotiert und verhindert.
Comment from chlorobium
Posted: 26. Mai 2008 at 18:44
@Müller:
Gezeitenkraft und Fusionstechnik besitzen in der Tat ein großes Potential. Nur werden wird diese Technik wohl nicht dann zur Genüge haben, wenn wir sie brauchen sollten. Es sind also Zwischenlösungen gefragt. Da wird man in Deutschland und anderen Staaten sicherlich auf Kohle und/oder Kernkraft zurückgreifen. Aber mit steigendem Ölpreis werden die EEs immer attraktiver und wertvoller. Ich bin mir ziemlich sicher: Wir werden noch einmal froh sein über jedes Prozent EE in unserem Energiemix.
“Neue Technologien, außer den EE, werden vor allem durch den Klimaschutz sabotiert und verhindert.”
Welche sollen dass sein?
mfg
Chlorobium (der Farbe wegen)
Comment from Thorsten
Posted: 26. Mai 2008 at 19:01
@ Müller
Gezeitenkraft, künstliche Photosysnthese….
Wir haben leider keine Zeit, um auf die Marktreife derartiger eventuell möglicher zukünftiger Energien zu warten.
“Ich befürchte wir haben nicht mal diese Zeit mehr. Neue Technologien, außer den EE, werden vor allem durch den Klimaschutz sabotiert und verhindert.”
Unsinn. Selten hat sich die Forschung um neue Energieformen so schnell fortentwickelt wie in Zeiten zunehmender regenerativer Enerienutzung.
Regenerative Energien stehen HEUTE marktreif zu Verfügung! Sie können relativ kurzfristig in erheblichem Umfang ausgebaut werden. Man muss dies nur tun! Auch Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz stehen zu Verfügung. Auch hier muss man es “nur” tun. Hierfür notwendig ist ein dringender Bewusstseinswandel. Aber so lange Menschen wie Sie den Bürgern einreden, es sei ja alles halb so schlimm und es gäbe kein AGW, können Sie nicht erwarten, dass die Menschen sich von ihren Stühlen erheben und tätig werden.
Comment from IqRS
Posted: 26. Mai 2008 at 19:59
Da es zum Thema passt ein kleiner Fernsehtipp: Morgen widmet sich der WDR ab 21 Uhr dem Thema.
Comment from Müller
Posted: 26. Mai 2008 at 21:34
@chlorobium
“Nur werden wird diese Technik wohl nicht dann zur Genüge haben, wenn wir sie brauchen sollten.”
Sehe ich auch so.
“Welche sollen dass sein?”
Nun, Greenpeace hat z.B. was gegen die Fusion.
http://www.greenpeace.at/1467.html
@Thorsten
“Regenerative Energien stehen HEUTE marktreif zu Verfügung! … Aber so lange Menschen wie Sie den Bürgern einreden, es sei ja alles halb so schlimm und es gäbe kein AGW, …”
Ich bestreite nicht den AGW, sondern die Größe des A-Anteils am GW und gehe von keiner Katastrophe aus. Ich bin gerne bereit das Potential der EE mit Ihnen mal durch zu rechen. Ich besuche wenigstens Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen und die Grönland.
http://www.klima-sucht-schutz.de/groenland.html
Ich habe dort grade mit “Experten” gesprochen.
Comment from IqRS
Posted: 26. Mai 2008 at 22:21
@Müller:
Nun, Greenpeace hat z.B. was gegen die Fusion.
ich sehe nicht den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Ablehnung der Fusion durch Greenpeace. Du hattest geschrieben, dass neue Technologien durch den Klimaschutz “sabotiert und verhindert” werden. Kannst Du mir da auf die Sprünge helfen?
Ich denke vielmehr, dass der Klimawandel neben der Begrenztheit der fossilen Rohstoffe ein weiterer Anreiz ist, Energie effizient zu nutzen, Energie zu sparen, und alternative Energieformen einzusetzen und damit zu Innovationen führt (genau wie das Montreal Protokoll).
Du kritisert den Einsatz erneuerbarer Energien. Allerdings kommen von dir auch keine wirklichen Alternativen. Unkonventionelle Ölvorkommen wird man nur langsam erschließen können (siehe EWG Studie) und sie werden auch nur einen marginalen Anteil der Energieversorgung übernehmen können. Methanhydrate zu fördern ist meines Wissens nach im großen Maßstab technisch noch überhaupt nicht möglich und selbst wenn es mal möglich sein sollte, zu welchen Kosten? Gezeitenkraftwerke sind auch noch nicht ausgereift, genau wie Fusionskraftwerke (das erste steht vielleicht in 50 Jahren…). Nehmen wir also mal an, die Autoren der EWG Studie haben recht, dann blieben uns vielleicht noch 20 bis 30 Jahre um unsere Energieversorung umzurüsten. Was schlägst Du vor zu machen?
Comment from L. Carone
Posted: 26. Mai 2008 at 23:49
@Müller: Also, das mit den Gezeitenkraftwerken, da muss ich sie leider enttäuschen. Es ist ein offenes Geheimnis unter Experten, dass Gezeitenkraftwerke sich nur an sehr wenigen Orten der Welt überhaupt kostendeckend betreiben lässt. Dazu gehört z.B. ein Bereich der französischen Atlantikküste aber kein deutscher Küstenabschnitt. Man braucht entsprechendes Terrain für den Bau als Grundlage und vor allem starke Strömung. Nennen Sie mir einen einzigen Standort in Deutschland, wo Gezeitenkraftwerke geplant werden? Luxemburg? Holland?
Und das mit der Fusion… seit 20 Jahren versprechen die Leute, dass wir in 20 Jahren die erste Fusion haben werden. Es ist bis heute eine Verheißung, die sich bislang nicht erfüllt hat. Selbst wenn morgen die erste kontrollierte Fusion gelänge? Was meinen Sie wohl, wie lange es dauern würde, bis die Technik ausgereift und sicher genug ist für einen Einsatz im großen Maßstab?
Wieso setzen Sie also auf Technologien, die bestenfalls noch in den Kinderschuhen stecken bzw. auf Nischenprojekte gegen Technologien, die bereits im Einsatz sind? Sicherlich diese sind verbesserungswürdig… und?
Das klingt doch sehr danach, also ob sie zweierlei Maß anlegen. Technologien, die Ihnen genehm sind, weil sie verheißen, dass wir weiterhin so leben können, wie wir es bisher getan haben, die werden unkritisch hochgelobt und bei anderen Strategien und Ideen, da mäkeln sie an den Details rum.
Comment from Thorsten
Posted: 27. Mai 2008 at 07:17
@ Müller
“Ich bestreite nicht den AGW, sondern die Größe des A-Anteils am GW”
Jetzt widersprechen Sie sich aber.
Sie haben hier vor wenigen Tagen noch erzählt, Sie kennen kein Treibgaus Erde. Auf Ihrer Internetseite verlinken Sie das Klimamanifest von Heiligenroth, in dem Herr Beck gebetsmühlenartig vorträgt, dass es keinen Zusammenhang zwischen CO2-Emissionen und globaler Erwärmung gibt.
Können Sie hier einmal kundtun und belegen, für wie groß Sie denn den Anteil von A am GW sehen. Wenn Sie den AGW nicht bestreiten gibt es also doch ein Treibhaus Erde, oder woher kommt sonst das A?
“Ich besuche wenigstens Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen und die Grönland.”
Was heisst hier “Ich besuche wenigstens”? Was wollen Sie mir unterstellen?
Ich habe bei uns in der Gemeinde ein Holzheizwerk initiiert (1MW Leistung). In der Lokalen Agenda 21 unserer Gemeinde habe ich mit dafür gesorgt, dass mehr Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden, von denen wir inzwischen 3 haben. Ferner habe ich mich für die Vereinfachung von Baugenehmigungen für Holzhausbau in unserer Gemeinde eingesetzt, die Bau- und Gestaltungssatzungen wurden entsprechend geändert. Seitdem ist der Anteil an ressourcensparenden Holzhäusern im Neubaubereich deutlich gestiegen.
Sie sehen, man muss nicht erst bis nach Grönland fahren um vor Ort etwas zu erreichen!
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 11:26
@IqRS
„ich sehe nicht den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Ablehnung der Fusion durch Greenpeace. Du hattest geschrieben, dass neue Technologien durch den Klimaschutz “sabotiert und verhindert” werden. Kannst Du mir da auf die Sprünge helfen?“
Leider nicht, wenn du die Zusammenhänge nicht siehst.
„Allerdings kommen von dir auch keine wirklichen Alternativen.“
Die kamen schon, du hast sie nur nicht gesehen
@L. Carone
„Also, das mit den Gezeitenkraftwerken, da muss ich sie leider enttäuschen…“
Hallo Carone. Ich spreche nicht von gewöhnlichen Gezeitenkraftwerken, sondern davon an den Küsten vor Buchten, z.B. Jadebusen, Staumauern zu errichten und die Gezeitenkraft zu nutzen, entsprechend von Stauseen, ähnlich Saint-Malo. Der Jadebusen hat eine Fläche von über 100 km^2 und der Tidenhub (2 mal täglich) beträgt ca. 3 m.
Die Fusionstechnik wird vermutlich 2040 einsatzreif sein, siehe z.B. ITER. Bis dahin haben wir das Fischer-Tropsch-Verfahren, um aus Kohle Öl zu gewinnen (ist seit dem 2 WK einsatzreif). Die Förderung von Methanhydraten wird frühestens in 10 Jahren möglich sein. Siehe Klaus Wallmann, ehemals Fahrtleiter von mir. Warum das mit den EE nichts wird ist hier bei mir nachzulesen.
P.S.:
Mal zur Herstellung von Solarzellen
http://de.youtube.com/watch/v/2dV9W-WFmy8&hl=de
Und zur Windenergie das
Comment from L. Carone
Posted: 27. Mai 2008 at 14:33
@Müller: Also, da hätten wir ein Gezeitenkraftwerk, für das erst einmal ein Prototyp gebaut werden müsste und das in seiner Durchführung extrem kostspielig wäre und was machen wir dann eigentlich mit der Schifffahrt im Jadebusen? Möglich wäre Idee schon prinzipiell. Aber bezahlbar, praktisch umsetzbar? Rentabel? Hinderlich für andere Wirtschaftszweige?
Künstliche Photosynthese? Muss erst mal erfunden werden.
Kontrollierte Fusion ist bis heute nicht gelungen. D.h. nicht, dass wir auf den von Ihnen erwähnten Gebieten nicht forschen sollten. Aber ich würde nicht meine Zukunft auf Pferde setzen, die noch nicht einmal geboren sind.
Es geht nämlich darum jetzt, hier und heute eine Lösung für unser Energieproblem zu finden und da werden uns Techniken, die eventuell, vielleicht, möglicherweise vielleicht in 20, 30, 40 Jahren einsatzfähig sind, nicht helfen. Haben Sie schon mal die unglaubliche Idee berücksichtigt, dass kein Mensch Ihnen bei einem Forschungsvorhaben eine Erfolgsgarantie geben kann?
Wieviele technische Projekte und da insbesondere Großprojekte werden innerhalb der anvisierten Zeit fertig und das obwohl längst bekannte und hinreichend erforschte Techniken eingesetzt werden.
Um wieviel schwerer wird das bei ganz neuen Technologien?
Der Teufel steckt im Detail und ich garantiere Ihnen, dass bei jedem der von Ihnen vorgeschlagenen Techniken Probleme auftauchen werden, die keiner vorhersehen konnte und den Großanteil noch mal um Jahre verzögern werden. Wenn sie denn überhaupt realisierbar sind. Denn auch das gibt es nun mal in der Entwicklung neuer Techniken. Das ene Idee, die sich zunächst einmal sehr gut anhört, sich als Sackgasse erweist.
Das ist nämlich das Dumme an der Realität. Manchmal scheitern große Ideen an ganz banalen Dingen.
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 14:40
@Thorsten
Ach herrje. Die Grönland ist ein Schiff. Sie haben den Link dazu wieder einmal nicht angeschaut.
Holzhäuser finde ich super und gegen kleine Holzheizwerke habe ich auch nichts. Gegen kleine Windkraftanlagen und Solaranlagen zur Selbstversorgung habe ich auch nichts. Als Segler und Outdoorfan nutze ich das selbst. Das ändert aber nichts daran, dass EE nicht zur Vollversorgung geeignet sind.
Das Treibhaus habe ich auf der Erde noch nicht gefunden. Es gibt aber IR-aktive Gase und Aerosole. Auch anthropogene. Der modellierte Strahlungstransfer ist schlichtweg falsch. 1°C in 100 Jahren halte ich für möglich.
P.S.: Ich verlinke auch neue Vorträge von Al Gore, Latif, Rahmstorf, etc.
Comment from IqRS
Posted: 27. Mai 2008 at 14:57
Leider nicht, wenn du die Zusammenhänge nicht siehst.
Die kamen schon, du hast sie nur nicht gesehen
Ich bin wirklich interesiert. Schade, dass Du den Zusammenhang nicht erklären kannst.
Das Treibhaus habe ich auf der Erde noch nicht gefunden. Es gibt aber IR-aktive Gase und Aerosole. Auch anthropogene. Der modellierte Strahlungstransfer ist schlichtweg falsch. 1°C in 100 Jahren halte ich für möglich.
Autsch. Genau wie das Emissionsvermögen von Wasser 0,67 beträgt? Oder die hohe Temperatur auf der Venus duch die Gasgleichung zu erklären ist? Sorry Müller nimms mir nicht übel, aber immer wenn du dich zu physikalischen Themen des Treibhauseffektes geäußert hast, kam am Ende Murks raus.
Comment from IqRS
Posted: 27. Mai 2008 at 15:18
Die Fusionstechnik wird vermutlich 2040 einsatzreif sein, siehe z.B. ITER. Bis dahin haben wir das Fischer-Tropsch-Verfahren, um aus Kohle Öl zu gewinnen (ist seit dem 2 WK einsatzreif). Die Förderung von Methanhydraten wird frühestens in 10 Jahren möglich sein. Siehe Klaus Wallmann, ehemals Fahrtleiter von mir. Warum das mit den EE nichts wird ist hier bei mir nachzulesen.
Okay das hört sich ja mal etwas konkreter an. Die EWG hat auch eine Studie zur Kohle herausgebracht. Darin kommen die Autoren zum Schluss, dass die Förderung von Kohle um 2025 ihre Höhepunkt erreichen wird (30% über der gegenwärtigen Produktion). Das wäre eine Jahresproduktion von etwa 3.500 Mio. Tonnen Öläquivalente. Heute werden aber schon knapp 3.800 Mio. Tonnen Öl im Jahr verbraucht. Wenn sich die Ölfördeung bis 2030 halbiert – so die EWG Prognose – dann sehe ich nicht, wie die Lücke durch Kohleverflüssigung geschlossen werden soll.
Wenn wir dann Glück haben steht ab 2040 die Kernfusion zur Verfügung. Bis dann die Kernfusion nennenswert zum Energieverbrauch beiträgt, dürften dann nochmal ein paar Jahrzehnte vergehen (auch die Kernergie trägt heute kaum zum weltweiten Energieverbrauch bei).
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 15:36
@IqRS
„Okay das hört sich ja mal etwas konkreter an. Die EWG hat auch eine Studie zur Kohle herausgebracht. Darin kommen die Autoren zum Schluss, dass die Förderung von Kohle um 2025 ihre Höhepunkt erreichen wird…“
Dann schau mal hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Kohle#Vorr.C3.A4te
Also, bei gleich bleibenden Verbrauch reicht die Kohle noch für ca. 200 Jahre. Der Verbrauch steigt natürlich, also gehen wir mal von 100 Jahren aus. Frag mal bei der BGR nach, die sind nicht die deutsche “Energy Watch Group” (EWG), eine unabhängige Analytikergruppe um Wissenschaftler der Ludwig-Bölkow-Stiftung (München), sondern vom Staat beauftragt.
Comment from Energie-Ossi
Posted: 27. Mai 2008 at 15:46
@Chlorobium
Gefälschte Studien in der Wissenschaft halte ich für durchweg gefährlich. Besonders wenn Personengruppen bedient werden, die damit Stimmung machen können, gegen irgendwas, die zuhauf diese Studien als Beweis anführen. Das gilt natürlich für beide Seiten.
Was ich an der Kohle/Windkraftstudie bemängele, der Kohle werden wirklich alle Kosten einschließlich der sogenannten “externen” Kosten aufgehalst, wie aber ist es mit der Windkraft????
Wurde da jemals ein verunglückter Monteur mit eingerechnet, was ist mit den Zubringerstraßen, wo sind die Kosten für den Netzausbau erwähnt, wo steht was von nötigen Zubau von Regelenergiekraftwerken????
Sorry, jede Studie erbringt genau das Ergebnis, was der Auftraggeber wünscht, und sorry ein Öko-Institut ist für mich nicht die allerbeste Adresse für das komplizierte Problem einer sicheren Stromversorgung.
@Thorsten
Die Speicherung von großtechnisch erzeugter Energie ist weiterhin DAS Problem bei den EE, merk Dir das endlich.
Verbundnetze, alles schön und gut, schon mal was von Leitungsverlusten gehört????
Hast Du mal langsam gemerkt, das es gerade beim Netzausbau hapert, das selbst der Verband der WKA Betreiber dringenst 1000 Km neue Höchstspannungsleitungen einfordern, um den weiteren Ausbau der EE nicht zu gefährden???
Schon mal davon gehört, das der Strom dann erzeugt werden muß, wenn er auch gebraucht wird, nicht wenn gerade mal der Wind weht?
Das derzeitige System des Ausbaus der EE ist absolut Hirnlos und völlig undurchdacht und es wird eines Tages zusammenbrechen, da können wir sogar eine Wette abschließen (ist gerade so schön in Mode).
Solange Ihr nur mit den GWh hausieren geht, solange ihr nicht begreift das aber am Tag X zur Stunde Y die benötigten GW bereitstehen müssen, solange ist eine vernünftige Diskussion zwecklos.
Nehmt mal ein paar Lehrstunden in Elektrotechnik, speziel das Ohmsche Gesetz, Kapazitive und Induktive Widerstände beim Wechselstrom, Energie, Leistung Lastverhalten, Viertelstundenprognosen, Windprognosen, min. Windeinspeisung und max. Windeinspeisung.
Fehlt zwar noch eine Menge Fachwissen, könnte aber auch euch weiterhelfen.
Hier geht es um richtige Physik, die auch in der Praxis funktioniert und nicht um Szenarien aus dem Computer.
Mahlzeit
Comment from IqRS
Posted: 27. Mai 2008 at 16:11
@Müller:
Dann würde mich jetzt aber brennend interessieren, warum du bei Öl von einer baldigen Knappheit ausgehst? Die statische Reichweite von Öl ist doch beruhigend hoch: Über 40 Jahre.
Ich hatte übrigens ganz vergessen die Kohe-Studie zu verlinken. Hier ist sie: COAL: RESOURCES AND FUTURE PRODUCTION
Daraus:
The following figure provides a summary of past and future world coal production in energy
terms based on a detailed country-by-country analysis. This analysis reveals that global coal
production may still increase over the next 10 to 15 years by about 30 percent, mainly driven
by Australia, China, the Former Soviet Union countries (Russia, Ukraine, Kazakhstan) and
South Africa. Production will then reach a plateau and will eventually decline thereafter. The
possible production growth until about 2020 according to this analysis is in line with the two
demand scenarios of the International Energy Agency (IEA) in the 2006 edition of the World
Energy Outlook. However, the projected development beyond 2020 is only compatible with
the IEA alternative policy scenario in which coal production is constrained by climate policy
measures while the IEA reference scenario assumes further increasing coal consumption (and
production) until at least 2030. According to our analysis, this will not be possible due to
limited reserves. Again, it needs to be emphasized that this projection represents an upper limit of future coal production according to the authors’ best estimate. Climate policy or other restrictions have
not been taken into account.
Comment from Thorsten
Posted: 27. Mai 2008 at 16:16
@ Müller
Nun habe ich fast eine Stunde Zeiit vergeudet, mir Ihre Links anzusehen.
1.) Was wollen Sie mit Ihrem Film zur Herstellung von Solarzellen sagen? Thema verfehlt.
2.) Der Film zur Windenergie ist ein Hetzfilm der Stromindustrie. Viele seiner Aussagen sind längst widerlegt.
3.) Ihre “Berechnungen” zur Vollversorgung Deutschlands mit EE sind vollgespickt mit Fehlern. Ich suche nur einige heraus:
- niemand verlangt eine Vollversorgung nur aus Windenergie.
- Bei der Biomasse kommen Sie nur mit Holzenergie. Hier behaupten Sie, Deutschland müsste 50 % seines Holzbedarfes importieren. Das stimmt nicht! Wie kommen Sie darauf? Deutschland ist ein Holzexportland!
http://www.welt.de/wirtschaft/article759260/Deutschland_saegt_fuer_die_Welt.html
Für die Holzpelletproduktion entstehen keine Monokulturen, wie von Ihnen behauptet! Holzpellets werden aus Holzabfällen (Sägemehl) gepresst. Holz ist ein umweltfreundlicher, nachwachsender Rohstoff.
- Die wichtigen Themen Energieeinsparung und Energieeffizienz fehlen in Ihren Berechnungen
- Das Thema Energiemix wird nicht behandelt. Sie betrachten jede Energieform für sich isoliert.
Ich empfehle Ihnen die Berechnungen des Forschungsprojektes „Langfristszenarien für eine nachhaltige Energienutzung in Deutschland“, erarbeitet vom Wuppertal Institut und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Stuttgart, UBA-Reihe „Climate Change 01/02.
Comment from IqRS
Posted: 27. Mai 2008 at 16:27
@Energie-Ossi:
Die Speicherung von großtechnisch erzeugter Energie ist weiterhin DAS Problem bei den EE, merk Dir das endlich.
Das derzeitige System des Ausbaus der EE ist absolut Hirnlos und völlig undurchdacht und es wird eines Tages zusammenbrechen, da können wir sogar eine Wette abschließen (ist gerade so schön in Mode).
Volker Quaschning kommt in seiner Studie “Systemtechnik einer klimaverträglichen Elektrizitätsversorgung in Deutschland für das 21. Jahrhundert” zu einem anderen Ergebnis:
Eine klimaverträgliche Elektrizitätsversorgung in Deutschland ist langfristig nur durch den massiven Ausbau der Nutzung regenerativer Energieträger möglich. Die wichtigsten regenerativen Energien sind hierbei Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie und die Biomasse.
Die Einhaltung der Klimaschutzziele kann durch Energiesparmaßnahmen deutlich erleichtert werden, sodass durch Nutzung regenerativer Energien bis 2050 eine weitgehend CO2- neutrale Elektrizitätsversorgung aufgebaut werden könnte. Durch den Ausgleich der verschiedenen regenerativen Energieträger untereinander entsteht hierbei nur ein geringer Speicherbedarf, der deutlich weniger als 5 % des jährlichen Energieaufkommens
ausmacht. Hierzu sind jedoch Maßnahmen wie Anpassung des Verbrauchs an die regenerative Erzeugung (Demand Management) sowie der optimierte Einsatz von
bestehenden Pumpspeicherkraftwerken und neuen Biomasse-BHKW notwendig.
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 18:52
@IqRS
Ein Posting von mir scheint hängen geblieben zu sein, oder ist verschwunden.
Das Öl knapp wird, darüber sind wir uns doch einig. Nun, wie sieht es mit der Kohle in der BRD aus? Steinkohle noch reichlich im Ruhrgebiet und Braunkohle noch reichlich im Osten. Wir können uns auch gerne andere Länder anschauen.
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 18:53
@ L. Carone
Welche Schifffahrt im Jadebusen? Es gibt in Dangast nur das
http://www.varel.de/bilder/Dangast/Dangast_Hafen_EttavonDangast_rdax_750x563.JPG
und in Varel nur das
http://www.varel.de/bilder/Varel/schleuse2_rdax_750x564.jpg
http://www.varel.de/bilder/Varel/varelerhafen_rdax_750x562.jpg
Einen Prototyp braucht man nicht, die Turbinen gibt es, siehe Wasserkraftwerke an Flüssen. Man muss nur eine ca. 5 km lange und nur einige Meter hohe und breite Staumauer zwischen Eckwarderhörne und Wilhelmshaven errichten und mit Turbinen ausstatten. Kein Vergleich zu den Deichen und Hochwasserschutzmauern an der Küste.
Ich habe nicht von neunen Technologien als Übergangslösung gesprochen, sondern davon: „Bis dahin haben wir das Fischer-Tropsch-Verfahren, um aus Kohle Öl zu gewinnen (ist seit dem 2 WK einsatzreif).“
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 19:17
@Thorsten
„Nun habe ich fast eine Stunde Zeiit vergeudet, mir Ihre Links anzusehen.“
Und leider nichts gelernt.
1. Zur Herstellung von Solarzellen benötigt man Schmelzöfen und über 2.000°C und Plasmaöfen
2. SPIEGEL-TV bringt einen „Hetzfilm der Stromindustrie“?
3. Die Vollversorgung ist das einfachste Beispiel, um der Relationen klar zu machen. Das zeigt die Absurdität einer Vollversorgung durch einen Energiemix aus EE
4. Bei der Biomasse haben ich zudem den Mais genannt.
5. Deutschland deckt seinen gesamten Holzbedarf derzeit nur zur Hälfte aus dem Innland. „Holzpellets werden aus Holzabfällen (Sägemehl) gepresst.“ Genau und das steht nicht mehr als Baumaterial zur Verfügung und muss folglich importiert werden (Tropenholz).
6. „Energieeinsparung und Energieeffizienz fehlen…“ Genau, da der Energiebedarf trotz dieser Maßnahmen weiter steigen wird, z.B. durch PCs, Internet, Flachbildschirme, Technikschnickschack, …
Ich empfehle, lieber einmal selbst rechnen.
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 19:25
@ L. Carone P.S.:
“Kontrollierte Fusion ist bis heute nicht gelungen.“
Ist seit 15 Jahren schon gelungen.
Siehe hier:
Comment from IqRS
Posted: 27. Mai 2008 at 19:33
@Müller: Dein Posting habe ich gelöscht, weil es nicht zum Thema war.
Das Öl knapp wird, darüber sind wir uns doch einig. Nun, wie sieht es mit der Kohle in der BRD aus? Steinkohle noch reichlich im Ruhrgebiet und Braunkohle noch reichlich im Osten. Wir können uns auch gerne andere Länder anschauen.
Es geht nicht um Menge. Von Öl ist auch noch reichlich vorhanden, vielleicht 1000 Gb. Es geht um das Fördermaximum und dieses soll bei Kohle um 2025 erreicht sein. Einzelne Länder werden in der EWG Studie (zur EWG gibts übrigens um 21:00 in Frontal 21 einen Bericht) auch behandelt.
Comment from IqRS
Posted: 27. Mai 2008 at 19:37
1. Zur Herstellung von Solarzellen benötigt man Schmelzöfen und über 2.000°C und Plasmaöfen
1. Interessant. Und?
6. „Energieeinsparung und Energieeffizienz fehlen…“ Genau, da der Energiebedarf trotz dieser Maßnahmen weiter steigen wird, z.B. durch PCs, Internet, Flachbildschirme, Technikschnickschack, …
Irgendwie fehlt eine schlüssige Linie in der Argumentation. Du hast noch vor Kurzem geschrieben: “Der steigende Ölpreis wird in den nächsten Jahren zu einer Weltwirtschaftskrise führen, unter der vor allem die Armen zu leiden haben. Autofahren wird u.a. unerschwinglich werden und Heizölpreise werden ins unermessliche steigen”
Was ist ein besserer Anreiz zum sparen als hohe Preise?
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 19:44
@IqRS
„Es geht um das Fördermaximum und dieses soll bei Kohle um 2025 erreicht sein.“
Nur nach EWG. Braunkohle wird z.B. in Tagebau abgebaut, die Förderung könnte problemlos gesteigert werden. Aus Kostengründen stillgelegte Steinkohlebergwerke könnten auch problemlos reaktiviert werden. Natürlich nur als Übergangslösung.
Comment from IqRS
Posted: 27. Mai 2008 at 19:50
@Müller:
Das sind Behauptungen, du solltest schon eine Quelle anführen nach der die Kohleprodkution noch stark ausgeweitet werden kann und den Förderrückgang beim Öl ausgleichen kann.
Comment from Müller
Posted: 27. Mai 2008 at 19:54
@IqRS
1. Na denk mal nach ![]()
6. Es wird solange Verbraucht, bis es unerschwinglich wird und zwangsläufig der Zusammenbruch kommt, genannt Weltwirtschaftskrise.
Ich will die Seiten hier aber nicht weiter füllen. Der Mensch ist nun mal kein vernunftbegabtes Wesen.
Comment from Thorsten
Posted: 27. Mai 2008 at 22:34
@ Müller
“1. Zur Herstellung von Solarzellen benötigt man Schmelzöfen und über 2.000°C und Plasmaöfen”
Ja und? Wo in dem Film ist die Berechnung der Energiebilanz?
“2. SPIEGEL-TV bringt einen „Hetzfilm der Stromindustrie“?”
Ja, leider! Fast nur Vertreter von E.ON kamen zu Wort!
“3. Die Vollversorgung ist das einfachste Beispiel, um der Relationen klar zu machen. Das zeigt die Absurdität einer Vollversorgung durch einen Energiemix aus EE”
Ich rechne Ihnen auch nicht vor, wie viele Kernkraftwerke Sie weltweit benötigen um 100 % Vollversorgung aus Kernenergie zu bekommen. So kann man nicht argumentieren, Herr Müller!
“5. Deutschland deckt seinen gesamten Holzbedarf derzeit nur zur Hälfte aus dem Innland. „Holzpellets werden aus Holzabfällen (Sägemehl) gepresst.“ Genau und das steht nicht mehr als Baumaterial zur Verfügung und muss folglich importiert werden (Tropenholz).”
Ich verstehe Ihren Einwand nicht! Deutschland ist in der Gesamtbilanz Holzexportland. Trotzdem werden erst 2/3 des Holzzuwachses in Deutschland genutzt. Tropenholz wird nicht zu Pellets verarbeitet! Holzpeletts werden ausschließlich aus heimischem Nadelrestholz produziert. Nadelrestholz wird gar nicht importiert, weil dieses sehr geringwertig ist und der Transport viel zu teuer wäre. Informieren Sie sich bitte erst, bevor Sie so einen Unsinn über Holzpellets verbreiten!
„Energieeinsparung und Energieeffizienz fehlen…“ Genau, da der Energiebedarf trotz dieser Maßnahmen weiter steigen wird, z.B. durch PCs, Internet, Flachbildschirme, Technikschnickschack, …”
Ob er weiter steigt liegt allein an uns! Wenn Sie sich bei Ökologismus und auf Ihren Internetseiten über Energiesparmaßnahmen lustig machen, steigt er ganz sicherlich! Wenn Sie den Leuten einreden, es bestünde keine Notwendigkeit zum Energisesparen, wird sich nichts verändern! Bei uns im Haushalt haben wir den Energieverbrauch drastisch reduziert, und das ganz ohne Komfortverlust!
Schön wäre es, Sie würden uns sagen, wie Sie zukünftig trotz Ihrem prognostizierten steigenden Energieverbrauch und ohne EE, Energieeinsparung und Energieeffizienz eine verantwortbare Energieversorgung sicherstellen wollen.
Comment from IqRS
Posted: 28. Mai 2008 at 11:16
@ Müller:
Es wird solange Verbraucht, bis es unerschwinglich wird und zwangsläufig der Zusammenbruch kommt, genannt Weltwirtschaftskrise.
Schon jetzt zeigt der hohe Ölpreis Wirkung. Gegenüber März 2007 fuhren die Amerikaner immerhin 4,3% weniger Auto. Naja nur ein Anfang, bedeutet aber schon eine CO2-Reduktion von 9 Mio. Tonnen. (http://www.heise.de/tp/blogs/2/108558)
Comment from Rainhelt
Posted: 29. Mai 2008 at 09:42
@irqs:
Ganz toll. Aber man muss schon ein wenig genauer hinschauen:
http://climateprogress.org/wp-content/uploads/2008/05/vmt1.jpg
Comment from IqRS
Posted: 29. Mai 2008 at 18:54
@Rainhelt:
Ja, “March 2008 saw “the sharpest yearly drop for any month in FHWA history” of total vehicle miles traveled (aka VMT) according to the Federal Highway Administration’s monthly report on”
Comment from Rainhelt
Posted: 30. Mai 2008 at 07:15
Ja, aber das gleicht den voran gegangenen Anstieg nicht aus. 24% in den letzten 10 Jahren. c. 70% in den vergangen 20 Jahren. Und das mit ungleich höheren Verbräuchen.
Comment from Energie-Ossi
Posted: 30. Mai 2008 at 09:26
Hallo IqRS
Mit dem Rechnen hast Du es nicht wirklich, oder???
” Durch den Ausgleich der verschiedenen regenerativen Energieträger untereinander entsteht hierbei nur ein geringer Speicherbedarf, der deutlich weniger als 5 % des jährlichen Energieaufkommens ist”
Jährliches Energieaufkommen in DE, ca. 500 TWh mal 5% macht 25 TWh Speicherkapazitäten.
Das größte Pumpspeicherwerk in DE kann 8 Stunden lang 1050 MW liefern, macht also 8,4 GWh oder 0,008 TWh Speicherkapazität.
Na, merkste was????
“Hierzu sind jedoch Maßnahmen wie Anpassung des Verbrauchs an die regenerative Erzeugung (Demand Management) sowie der optimierte Einsatz von
bestehenden Pumpspeicherkraftwerken und neuen Biomasse-BHKW notwendig.”
In diesen kleinen Satz ist die größte Sauerrei dieser sogenannten Studie versteckt.
Anpassung des Verbrauchs an die Erzeugung.
Lass Dir mal den Satz ganz langsam auf der Zunge zergehen. Heißt das, kein Wind, kein Strom für den Bürger???
Soll die Industrie nur produzieren, wenn gerade mal Wind weht????
Optimierter Einsatz von PSW, was denkst Du eigentlich, was die Dinger jetzt machen, etwa gelangweilt rumlungern???
Bio, ist und bleibt nun mal eine minimale Hilfe, Aufgrund begrenzter Produktion und Flächen kannste die nicht beliebig weit ausdehnen. Die einzige Möglichkeit wäre etwas von der Ernährungsfläche abzuknapsen, aber dann gibt es nix mehr zu Essen.
So und zum Schluss mal die brutale Realität.
Deutschland ist Weltmeister beim Zubau von WKA und Solaranlagen. Inzwischen stehen 20.000 MW Windkraft und über 1000 MW Solar in Deutschland rum. Müsste ja irgend einen Effekt haben.
Hat es aber nicht, Deutschland hat 2007 knapp 9 Millionen Tonnen mehr CO2 in die Luft abgegeben als 2006.
Komisch, meinste nicht auch???
Ich würde mal langsam den Hirnkasten anschalten und mich fragen, was haben die EE bis jetzt gebracht???
Ausser Spesen nix gewesen???
Fröhliches Nachdenken wünsche ich Dir.
Comment from Energie-Ossi
Posted: 30. Mai 2008 at 09:29
Nachtrag, hier der Link zur CO2 Auswertung:
http://www.heise.de/tp/blogs/2/108526
MfG
Comment from IqRS
Posted: 1. Juni 2008 at 22:01
Was hattest du den für ein Rückgang erwartet? Die Ölförderung geht nach dem Maximum vielleicht um 4 oder 5% pro Jahr zurück, da reicht ein Rückgang um 4,3% (wenn dies auch dem Rückgang beim Kraftstoff entspricht). Fürs Klima wirds aber wohl nicht reichen.
Comment from Zyniker
Posted: 2. Juni 2008 at 18:00
Seit der „Club of Rome“, in seinem von jeglicher wissenschaftlicher Kompetenz befreiten Buch „Die Grenzen des Wachstums“, schon in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts mit derlei „Drohungen“ Schiffbruch erlitt, wird die Phrase von der „Endlichkeit der Ressource Erdöl“ mit einer beständigen Regelmäßigkeit wieder und wieder hochgewürgt.
Dazu wäre festzuhalten: es war ein gewisser M. King Hubbert (1903-89), welcher schon 1956 in einem Aufsatz (Nuclear Energy and Fossil Fuels in: Drilling and Prodution Practice, Washington, American Petroleum Institute, S. 7-25), so etwas wie „peak oil“, d.h. den Wendepunkt der Ölförderung, richtig für das Jahr 1970 vorhergesagt hatte. Das betraf aber ausschließlich die USA und lag nicht an den natürlichen Ölvorkommen der USA, sondern daran, daß die Regierung diese Ölvorkommen in den USA aus strategischen Gründen als Reserve betrachtete und nicht weiter angreifen wollte!
(Böse Zungen sprechen bei derartigen Vorkommnissen auch schon mal von Manipulationen des sogen. „freien Marktes“.)
Für den Rest der Welt stimmten Hubberts Ankündigungen auf der ganzen Linie nicht; so sollte für Libyen der Rückgang der Ölproduktion schon 1970 eintreten; im Iran 1974; in Rumänien 1976; in Brunei 1979; in Rußland 1987… usw. Doch wieviel Öl tatsächlich in der Erdkruste verborgen ist, weiß bisher niemand so recht. Hierzu sehr aufschlußreich Biosphäre der heißen Tiefen & „Mit der Ölwaffe zur Weltmacht“ oder gleich bei Autor William Engdahl
Schon lange vor Hubbert, nämlich 1933, hatte Erich Zimmermann (1888-1961, World Resources and Industries, New York, Harper & Brothers) diese Denkweise ebenfalls sehr einfach und grundlegend widerlegt. Es gebe keine natürlichen Rohstoffe, sagte er:
„Rohstoffe sind eine recht dynamische, funktionale Vorstellung. Es gibt sie nicht, sie werden. Sie ergeben sich aus dem dreieinigen Zusammenwirken von Natur, Mensch und Kultur. Die Natur setzt zwar Grenzen, aber der Mensch und seine Kultur sind weitgehend für den Anteil an der physikalischen Totalität verantwortlich, die dem Menschen verfügbar ist.“
Kurz gesagt: „Wissen ist die Mutter aller Ressourcen“. Nicht nur macht erst das Wissen um die Verwendbarkeit bestimmter Stoffe diese zu Rohstoffen, auch die Technik des Zugriffs auf sie bestimmt, wie viel davon zur Verfügung stehen. Unsere geldorientierte Zeit verkürzt diese Einsicht auf den Preis: die Höhe des Rohstoffpreises bestimmt den Umfang der verfügbaren Vorräte. Und selbst eine wahrhafte EU-Energie-Kommissarin, Loyola de Palacio, erklärte im Mai 2004 in Brüssel vor versammelter Medien-Meute:
„Es handelt sich um eine Spekulationsblase … Es gibt keine echte Verknappung auf den Märkten. Das ist die Wirklichkeit.“
Wie mit dem Erdöl, dürfte es bei allem anderen sein. Um sich einmal über die Dimensionen klar zu werden um die es hier geht und für jeden, der noch über ein gewisses Maß an Vorstellungskraft verfügt, als Vorgabe: der mittlere Erddurchmesser beträgt ca. 12.735 Km.
Das tiefste Bohrloch befindet sich mit über 12 Km in Russland; das, was einmal die „tiefste Bohrung“ werden sollte, wurde bei etwas über 10 Km in der Oberpfalz abgebrochen. Nachweislich graben die Menschen überall auf den 510.000.000 Km2 Fläche der Erde punktuell nach allerlei Mineralien; in Südafrika hat man sich dabei so um die 2 Km eingeschaufelt.
Man zeichne mit einem Zirkel einen Kreis mit Radius 6,4 cm auf ein Blatt Papier und erhält folglich einen 12,8 cm Kreisdurchmesser. Die Linie die ihn umschreibt, dürfte im Verhältnis um ein mehrfaches dicker sein, als es menschliche Buddelei vermochte in die Erdkruste vorzudringen!
Ergo: was dort alles noch auf Entdeckung wartet, enthält sich noch anthropogener Schaffenskraft!
In Ermangelung grundschultauglicher Utensilien tut’s auch einhandelsübliche Salat-Zwiebel. Die oberste braune Schale dürfte dem Vergleich nahe kommen.
Vielleicht denkt der Autor noch einmal in Ruhe über das oben gesagte nach. Denn die als Konsequenz angepriesene Verfrachtung seiner Mitmenschen in zwangsbelüftete Schimmelbuden kann doch nicht der Weisheit letzter Schluß sein!?
Ich hoffe geholfen zu haben…
Comment from IqRS
Posted: 2. Juni 2008 at 19:31
@Energie-Ossi:
Komisch, meinste nicht auch???
Ich würde mal langsam den Hirnkasten anschalten und mich fragen, was haben die EE bis jetzt gebracht???
Ausser Spesen nix gewesen???
Fröhliches Nachdenken wünsche ich Dir.
Dir ist schon aufgefallen, dass sich der Anstieg von 8,9 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2007 auf die Anlagen bezieht, die im Emissionshandel involviert sind?
Die Erneuerbaren Energien haben 2007 etwa 114 Mio. Tonnen CO2 eingespart (davon rund 57 Mio. Tonnen allein durch das EEG).
Comment from IqRS
Posted: 2. Juni 2008 at 19:42
@Zyniker:
Irgendwie habe ich darauf gewartet, dass einer mal die abiotische Theorie der Erdölentstehung aufgreift (von Geoffrey Glasby gibts dazu ein interessantes Paper) Na die Evolution hat bekanntlich auch nicht stattgefunden und der Klimawandel ist auf natürliche Ursachen zurückzuführen.
Warum geht eigentlich die Förderung in Norwegen, Großbritannien und anderen Ländern zurück? Sind die zu doof, um tief zu bohren?
Comment from Energie-Ossi
Posted: 2. Juni 2008 at 20:36
Hallo IqRS
Du lässt Dich aber schnell einlullen. Was ist den das für eine Ausrede????
Emmisionspflichtig sind erstmal aller Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung über 20 MW, Heizkraftwerke, Heizwerke, Energieerzeuger und Großkraftwerke.
Nu sach mir ehrlich, wenn Deine tollen EE so viel Co2 eingespart haben, warum steigt dann der CO2 Ausstoß trotzdem an?
Deine angeführte Jubel-Quelle hab ich mir mal angesehen.
Leider ist nicht ersichtlich, wo die 114 Millionen Tonnen Einsparung eigentlich herkommen.
Sind da alle Nebenkosten, Schattenkraftwerke, Regelaufwand und sonstiges berücksichtigt?
Ist Dir mal aufgefallen, das Solar gerade mal 0,6% Anteil an der Stromversorgung hat aber Kostenmäßig voll ins Kontor haut???
Ich muß weg, meine KWK Anlage streikt mal wieder.
MfG
Comment from IqRS
Posted: 2. Juni 2008 at 21:05
@Energie-Ossi:
Nochmal: Der Anstieg bezieht sich auf emissionspflichtige Anlagen (lies doch mal deine Quelle). Was hat das mit den regenerativen Energien zu tun? Der zusätzliche CO2-Einsparungseffekt der erneuerbaren Energien betrug im Jahr 2007 etwa 15 Mio. Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Etwas ausführlicher ist der Kohlendioxid-Einsparungseffekt der erneuerbaren Energien in dieser Studie dargestellt.
Für die verschiedenen regenerativen Energien ergeben sich demnach folgende CO2-Minderungsfaktoren:
Windenergie: 856 g/kWh
Geothermie: 1030 g/kWh
Wasserkraft: 1030 g/kWh
Biomasse: 929 g/kWh
Deponie-, Gruben- und Klärgas: 1030 g/kWh
Photovoltaik: 474 – 694 g/kWh
Biogasanlage: 790 g/kWh (plus vermiedene Methanemissionen)
Nun kannst du ja mal nachrechnen, ob die BMU Werte plausibel sind.
Comment from Wolfgang Flamme
Posted: 3. Juni 2008 at 09:16
@IqRS
Aus der Fraunhofer-Studie:
“Übereinstimmend kamen alle Studien, die die Kraftwerkseinsatzplanung detailliert untersuchten und modellierten zu dem Ergebnis, dass durch Windstromeinspeisung zum Großteil Mittellastkraftwerke, die mit Steinkohle befeuert werden, substituiert werden.
Daneben wurden durch Windenergie zu einem kleinen Anteil Erdgaskraftwerke und in Starkwindzeiten sowie bei niedriger Last auch Braunkohlekraftwerke verdrängt, was sich in eigenen Analysen bestätigte.”
Was ein riesengroßer Schwindel ist … haben die Autoren doch vorher in der Detailbetrachtung festgestellt, daß nicht diese Kraftwerke selbst, sondern nur Teile ihrer Stromproduktion ‘substituiert’ werden (eine beschönigende Formulierung von ‘deutlich schlechterer Auslastung’).
Weiterhin wird dort festgestellt, daß schon beim damaligen Ausbaustand im Mittel über 5% der installierten Windleistung als zusätzliche (konventionelle) Regelleistung vorzuhalten waren – also im Mittel über 25% der von den WEA tatsächlich eingespeisten Leistung. Also: Wo finde ich das in der CO2-Bilanz? Und wo in der Kostenbilanz?
Comment from Rainhelt
Posted: 3. Juni 2008 at 16:20
@irqs: 1. Die 4% Rückgang kommen doch nicht etwa, weil die Tanken keinen Sprit mehr hatten, sondern weil die Preise steigen. Von der Preissteigerung ist aber ein Grossteil nachweislich spekulativ.
2. Zu der Diskussion mit EO: Man müßte doch, wenn die EE tatsächlich konventionelle substituieren, diese erechnete Einsparung auf der anderen Seite der Summe sehen. Das ist EO’s Argument. Man sieht da aber nüscht… Also wird bei weitem nicht soviel substituiert, wie deine Quelle annimmt oder unsere Verbräuchte steigen massiv…
Comment from IqRS
Posted: 3. Juni 2008 at 16:48
@Rainhelt:
1: Das ist doch was ich die ganze Zeit sage: Ein Anstieg der Preise wird sich beim Verbrauch bemerkbar machen. Wodurch die Preissteigerung begründet ist – ob es die Spekulanten sind oder ob Peak-Oil schon eine Rolle spielt – ist da nicht von Bedeutung. Wo bitte hast du herausgelesen, dass der Rückgang des Verbrauchs aufgrund von zu geringem Angebot erfolgt sei?
2: Warum? Nicht nur Kraftwerke, sondern auch Eisen- und Stahlwerke, Kokereien und diverese Anlagen anderer Branchen beteiigen sich am EU-Emissionshandel. Die Statisitik, die Energie-Ossi angeführt hat, taugt meiner Meinung nach nicht, um den CO2-Einsparungseffekt der eerneuerbaren Energien aus ihr abzulesen.
Comment from Energie-Ossi
Posted: 3. Juni 2008 at 23:34
Hallo IqRS
Gestatte mir erstmal eine kleine Vorbemerkung.
Du solltest Dir angewöhnen, diverse Studien und Quellen mal etwas genauer zu überprüfen. Das mußte ich letzte Zeit auch lernen bei diversen Skeptikerstudien, mit den ich dann voll auf die Fresse gefallen bin. In meinen Berufsleben hatte ich mit reichlich Vertretern zu tun, die mir jede menge Zeug verkaufen wollten, natürlich mit Zertifikat und Überprüfung durch Institut XYZ.
Nachher habe ich mich wieder geärgert weil das meiste Zeug nur teuerer Schrott war. Gut, diese Erfahrungen kann man in Deinen Alter natürlich noch nicht voraussetzen, aber versuch es wenigsten.
Deine beiden Studie konnte ich noch nicht eingehend prüfen, muß ja nebenbei eine Stadt mit KWK-Strom und Fernwärme versorgen.
Deshalb konnte ich weder die Zahlen prüfen, noch die Autoren und vor allem nicht die Quellen dieser Studien.
Trotzdem halte ich sie in einigen Punkten für bedenklich.
1. Frauenhofer_Gutachten: Seite 33, Zusammenfassung Studie (ohne Emissionen der Vorkette)
Zum Teil sehr unterschiedliche Zahlen bei den CO2 Minderungen pro Erzeugerart. Trotzdem haben sie meist die höchsten angesetzt.
Weiterhin erscheinen mir die entstandenen Mehrverbräuche auf der Konventionellen Seite zu niedrig.
Die Studie beruht auf das Abrechnungsjahr 2003, inzwischen hat sich der Windstromerzeugung verdoppelt und auch das Mischungsverhältnis.
Dadurch ist der Gesamteinsparungs-Faktor von CO2 durch EE auf keinen Fall mehr 943 g/kWh, sondern niedriger.
2. Die UBA Studie:
Bei einer Erhöhung des EEG Anteils von 14.500 GWh von 2006 zu 2007 geben die eine Einsparung von 15 Millionen Tonnen CO2 an, der Faktor wäre also 974g/kWh
Da am Schluss angegeben Quellen stammen fast ausschließlich von Instituten der “EE-Lobby”, einseitige Quellen machen mich immer nervös.
3. Erfahrungswerte:
Die 8,9 Millionen Tonnen CO2 mehr im Jahr 2007 sind sogar noch geschmeichelt. Die Wintermonate des Jahres 2007 waren im Vergleich zu 2006 wärmer, so das jede Menge Heizenergie eingespart worden ist, Temperaturbereinigt wäre demnach der Mehrausstoß sogar noch höher gewesen.
Tja, und das war das Ergebnis eines groben Überblicks.
Wenn Du auch noch als Ausrede die Stahlindustrie anführst, solltest Du auch konkrete Zahlen der Mehrerzeugung von Stahl im Jahre 2007 bringen, die einen dermaßen großen Anstieg des CO2 Ausstoßes von Deutschland rechtfertigt.
Du gehst mit unseren Argumenten sehr kritisch um, also prüfe Deine Quellen bitte auch mal auf Plausibilität.
Ein UBA oder BMU im Briefkopf hat noch lange nix mit Qualität zu tun, zumal diese Studien sehr Zielorientiert sind.
MfG
Comment from IqRS
Posted: 5. Juni 2008 at 16:59
@Energie-Ossi:
zu 1: Was meinst du genau? Bei Photovoltaik nennen die Autoren beispielsweise eine Spanne von 474 – 694 g/kWh CO2 Einsparung und rechnen anschließend – bei der absoluten Einsparung – mit dem Mittelwert 584 g/kWh.
Natürlich ist heute die Zusammensetzung der Stromerzeugung heute etwas anders, die Einsparung vielleicht minimal geirnger. Dies ändert jedoch nichts am Gundsätzlichen: Durch die erneuerbaren Energien werden bedeutende Mengen CO2 eingespart.
zu 2: Wie Du schon sagtest, seit 2003 hat sich die Zusammensetzung der EEs geändert. Außerdem scheint das BMU bei der Photovoltaik mit 694 g/kWh CO2 Einsparung zu rechnen.
zu 3: Wen ein neues Medikament zur Behandlung von Hautkrebs eingeführt wird und man herausfinden möchte wie erfolgreich es ist und dann auf die Gesamtzahl aller Krebserkanungen schaut und diese gestiegen ist, dann kann man daraus ebenfalls keine Schlüsse auf die Qualität des Medikamentes ziehen.
Wenn Dir eine andere Studie bekannt ist, die sich mit der CO2-Minderung durch regenerative Energien beschäftigt, dann bitte immer her damit. Ich kenne leider nur die Fraunehofer Studie und die bewerte ich etwas höher als deine Überschlagsrechnungen.
Comment from Energie-Ossi
Posted: 5. Juni 2008 at 21:47
Hallo IqRS
Du bist mir noch Zahlen aus der Stahlindustrie schuldig.
[moderiert]
Ich vertraue mehr auf eigenes Nachdenken, also auf Jubelstudien einschlägig interessierter Kreise.
Tatsache ist und bleibt, Deutschland hat 2007 fast 9 Millionen Tonnen CO2 mehr in die Luft geblasen als 2006 und das trotz 15 TWh mehr EE.
Das muß ein plausiblen Grund haben, denn das Wetter war es augenscheinlich nicht.
MfG
Comment from Thorsten
Posted: 6. Juni 2008 at 09:29
@ Energie-Ossi
“Tatsache ist und bleibt, Deutschland hat 2007 fast 9 Millionen Tonnen CO2 mehr in die Luft geblasen als 2006 und das trotz 15 TWh mehr EE.”
Das ist doch ein genauso dummes Argument, als wolle man den Bestand der Weisstörche in Verbindung zur Geburtenrate setzen.
Der Anstieg der CO2-Emissionen erfolgte nicht wegen sondern trotz EE!
Gründe sind v.a. der mit der Wirtschaftsbelebung verbundene höhere Energiebedarf sowie die starke Zunahme des Flug-, Auto- und LKW-Verkehrs.
Diese Situation zeigt, wie wichtig konsequente und einschneidende Maßnahmen zur CO2-Vermeidung sind.
Comment from IqRS
Posted: 6. Juni 2008 at 09:43
@Energie Ossi:
Nochmal: Deine Zahl ist wertlos. Ich zitiere mich mal selbst:
Wenn ein neues Medikament zur Behandlung von Hautkrebs eingeführt wird und man herausfinden möchte wie erfolgreich es ist und dann auf die Gesamtzahl aller Krebserkanungen schaut und diese gestiegen ist, dann kann man daraus ebenfalls keine Schlüsse auf die Qualität des Medikamentes ziehen.
Man kann nicht sagen, dass der Anstieg durch einen fehlenden CO2-Einsparungseffekt der regenerativen Energien verursacht ist, genauso wenig wie man sagen kann, dass er auf die Zementindustire zurückgeht. Dazu ist diese eine Zahl zu wenig.
Wie schätzt du eigentlich den CO2-Einsparungseffekt der EEs ein? Negativ (also mehr CO2 Emissionen durch EE)?
PS: Bitte mäßige dich im Ton. Danke.
@Thorsten:
Gründe sind v.a. der mit der Wirtschaftsbelebung verbundene höhere Energiebedarf sowie die starke Zunahme des Flug-, Auto- und LKW-Verkehrs.
Der Flug-, Auto- und LKW Verker ist nicht im Emissionshandel enthalten, das kann also nicht der Grund sein.
Comment from Wolfgang Flamme
Posted: 6. Juni 2008 at 13:51
@IqRS
Wenn es wirklich um CO2-Einsparung geht und nicht um Ideologie, dann sind die CO2-Vermeidungskosten der geeignete Orientierungswert.
Gegen Forschungsförderung auf dem Gebiet der EE haben ja nur die wenigsten was einzuwenden, aber was wir da derzeit betreiben, das ist massive Produktionssubvention und eigentlich ein Innovationshemmnis. Weisen so doch alle subventionsverzerrten Marktsignale darauf hin, daß die ‘bessere’ Technik, die es doch erst noch zu finden und zu entwickeln gälte, bereits verfügbar und ihr Einsatz nur noch quantitativ hochzuskalieren sei.
Comment from IqRS
Posted: 6. Juni 2008 at 17:35
@Wolfgang Flamme:
Bei den regenerativen Energien geht es nicht nur um CO2-Einsparung, sondern auch eine zukunftssichere Energieversorung (siehe Eingangsbeitrag). Natürlich verursacht das EEG Kosten, gleichzeitig bietet es aber auch ökonomischen Nutzen.
2006 wurden z.B. etwa 5,8 Mrd. € Vergütungszahlungen getätigt. Die durch das EEG bedingten Netzausbaukosten belaufen sich auf etwa 375 Mio. € pro Jahr und die zustäzlich benötigte Regelenergie hat weitere Kosten in Höhe von 300 bis 600 Mio. € verursacht, macht in der Summe also max. 6,8 Mrd. € Kosten.
Der EEG-Strom hatte 2006 einen Wert rund 3,3 Mrd. €. Weiter wurden 2006 Energieimporte in Höhe von 0,9 Mrd. € vermieden. Weiterhin werden durch das EEG externe Kosten vermieden. Das DLR und das Frauenhofer Institut schätzen die vermiedenen exteren Kosten auf 3,4 Mrd. €. Damit lohnt sich das EEG bereits. Dann gibt es aber auch noch den Merit Order Effekt. Am Strommarkt führte EEG-Strom zu Preis senkenden Effekten von bis zu 3 bis 5 Mrd. €. Nicht zu vergessen ist schließlich noch, dass durch das EEG bis 2006 ca. 134.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Der dem Gesetz zuzurechnende Umsatz in Deutschland betrug 2006 etwa 14,2 Mrd. €.
Comment from Energie-Ossi
Posted: 6. Juni 2008 at 23:18
Hallo IqRS
Du bist mir noch Zahlen aus der Stahlindustrie schuldig.
Danke, das Du Thorsten schon korrigiert hast.
“Deine Zahl ist wertlos”
Warum wertlos, verstehe ich nicht.
Massiver Zubau an EE und trotzdem Anstieg des CO2 in Deutschland, dann erkläre mir doch den Grund dafür.
Ich bin wirklich gespannt drauf.
Externe Kosten beruhen auf eine Phantomrechnung, die auf Szenarien des IPCC beruhen, wenn das Klima genau das macht, was Computermodelle vorausberechnet haben.
Nun aber macht die Erwärmung eine Pause, stimmen da die externen Kosten denn noch???
MfG
Comment from IqRS
Posted: 7. Juni 2008 at 15:42
@Energie-Ossi:
Warum wertlos, verstehe ich nicht.
Massiver Zubau an EE und trotzdem Anstieg des CO2 in Deutschland, dann erkläre mir doch den Grund dafür.
Ich bin wirklich gespannt drauf.
Habe mehrmals versucht zu erklären, warum diese Zahl keinen Rückschluss auf den CO2-Einsparungseffekt der regenerativen Energien zulässt (z.B. mein Post vom 6. Juni 2008 at 9:43). Du bist nicht darauf eingegangen.
Externe Kosten beruhen auf eine Phantomrechnung, die auf Szenarien des IPCC beruhen, wenn das Klima genau das macht, was Computermodelle vorausberechnet haben.
Nun aber macht die Erwärmung eine Pause, stimmen da die externen Kosten denn noch???
Sorry, aber deine Meinung zum Klimawandel interessiert mich nicht. Sie ist weder von wissenschaftlicher noch von politischer Bedeutung und daher habe ich auch recht wenig Lust mich damit zu beschäftigen.
Bei der Studie wurden übrigens nicht nur die externen Kosten der CO2 Emissionen, sondern auch die anderer Luftschadstoffe berechnet (SO2, NOx und Feinstaub).
Comment from Energie-Ossi
Posted: 8. Juni 2008 at 10:38
Hallo IqRS
Die Mehrerzeugung von CO2 in Deutschland hat mich nicht in Ruhe gelassen, deshalb hab ich mal in mühevoller Kleinarbeit diverse Zahlen zusammengesucht.
Als Quellen dienten mir das statistische Bundesamt, PIK, Verband der Stahlerzeuger, Verband der Zementindustrie, und Eure Links von dieser Webseite.
Jetzt zu den Zahlen:
Stromerzeugung 2006 – 594,9 TWh, 2007 – 597 TWh
Macht ein Plus von 2,1 TWH oder 2,1 Millionen T CO2
Stahlproduktion:
Rohstahl 2006 – 47,2 Millionen T, 2007- 48, 6 Millionen T
Macht ein Plus von 1,33 Millionen T, bei 0,414 CO2/T macht das ein Plus von 0,55 Millionen Tonnen CO2
Zement und Klinker (Energieeinsatz):
Elektro 2006 – 3,42 TWh, 2007 3,4 TWh macht eine Differenz von Null
Thermischer Energieeinsatz 2006 – 25,6 TWH, 2007 – 27,5 TWH, macht ein Plus von 1,9 TWh= 1,9 Millionen T CO2
Anzahl der EHS-Anlagen:
2006 – 1.851 Stück, 2007 – 1.915 Stück
Steigerung um 64 Anlagen
Heizung muß ich indirekt mit den Durchschnittstemperaturen der Heizmonate rechnen.
Jahresmittel (Jan-Apr + Sep-Dez) 2006 – 9,07 C° , 2007 – 9,93 C°
Das bedeutet im Umkehrschluß, es wurde 2007 weniger Heizenergie/Brennstoff benötigt.
Soweit, so gut. Wenn man die eingesparten 15 Mill. T CO2 durch die EE mit den Mehrausstoß von 8,9 Mill. Co2 addiert, ergibt sich ein Saldo von 23,9 Mill. T CO2 nur durch EHS-Anlagen.
Nun ziehe man die Mehrerzeugungen bei den wichtigsten Industrieproduktionen ab einschließlich höheren Stromerzeugung, ergibt sich eine Differenz von 19,3 Mill. T CO2, die ja irgendwo herkommen müssen.
Fehlerbetrachtung:
Die Heizung habe ich auf Null gesetzt, höhere Durchschnittstemperaturen 2007 dürften sogar eine Verminderung des CO2 Ausstoßes ergeben haben.
Stahlproduktion habe ich die alte Zahl von 414 kg CO2/T Rohstahl genommen, neuere Zahlen besagen nur 317 Kg/T Rohstahl, also auch etwas höher gerechnet.
Abschluss:
Nach eingehender Betrachtung reichen die geringfügigen Mehrerzeugungen bei Stahl, Zement und Strom nicht aus, die erhöhten CO2 Ausstöße durch EHS Anlagen zu erklären.
Deshalb wieder meine Frage, haben die EE wirklich solch hohen Einspareffekt?
MfG
Comment from IqRS
Posted: 8. Juni 2008 at 12:28
Danke für deine Mühen Energie Ossi!
Meine Bedenken bleiben aber bestehen. Laut Wikipedia: Unter die Regelung fallen ca. 12.000 Anlagen, darunter Verbrennungsanlagen mit einer thermischen Leistung von mehr als 20 MW (insbesondere Kraftwerke), Erdölraffinerien, Kokereien, Eisen- und Stahlwerke, sowie Anlagen der Zement-, Glas-, Kalk-, Ziegel-, Keramik-, Zellstoff- und Papierindustrie.
Du hast jetzt Stahl, Zement und Strom in deine Rechnung intigriert. Der Rest bleibt außen vor.
Mal eine andere Überlegung: Du hast geschrieben, dass die Anzahl der EHS-Anlagen von 1851 auf 1915 gestiegen sei. Die durchschnittlichen Emissionen pro Anlage sind in 2006 und 2007 nahezu konstant geblieben.
Da bevorzuge ich doch noch die Zahlen der Frauenhofer-Studie.
Comment from Peper
Posted: 12. Juni 2008 at 21:43
Was ich nicht verstehe, wieso habt ihr bedenken, dass Öl und Kohle demnächst leer sein wird und gleichzeitig bedenken durch ihren CO2-Ausstoß?
Wenn ich mir Sorgen machen würde, dass das fossile CO2 eine Gefahr sei, aber auch daran glauben würde, dass die Quellen demnächst empty wären, würde ich das Ganze dann sehr gelassen sehen.
„Es bleibt zu hoffen, dass der hohe Ölpreis genutzt wird, um unabhängiger vom Öl zu werden.“
Ich sehe hier keine Hoffnung. Egal wie man es dreht und wendet, egal welche Öl-Alternative(n) man erwartet, werden wir immer von wenigen Energiequellen hauptsächlich abhängig sein. Das Spiel das wir hier spielen wird zukünftig weiter getrieben werden, nur die Figuren in diesem Kalkül werden sich irgendwann ändern.
Comment from ich nur ich
Posted: 29. Dezember 2009 at 21:06
der zug ist längst abgefahren.
keine der studien berücksichtigt dass der EROEI ständig sinkt (bis 2020 steht uns keine nettoenergie aus erdöl mehr zur verfügung(föderung verbraucht gleich viel energie wie dann im öl steckt)) und dass eine umstellung auf “alternativen” einen zum normalen energieverbrauch zusätzlichen verbrauch erfordert. (auch die unbedingt notwendigen seltenen metalle haben bereits “gepeakt”)
ebenso wird nicht berücksichtigt das die “gute kohle” (qualität und erreichbarkeit) bereits im 19 jahrhundert verbraucht wurde.
zusätzlich wird nicht berücksichtigt dass z.b. kohle eine wesentlich geringere energiedicht als öl besitzt und deshalb auch wesentlich mehr davon verbraucht werden muss um öl zu ersetzten. beim gas ist es das selbe. und dass bei exponentiell steigenden verbrauch!
mit anderen worten – kohle und gas werden wenige jahre (je nach datensatz) 3 bis 5 jahre nach dem öl “peaken”.
man hört auch immer “tolle” nachrichten von 25% windenergie und 30% wasserenergie usw…
allerdings handelt es sich dabei nur um elektrische energie.
wenn man mal den gesamtenergieverbrauch durchrechnet (metallindustrie = kohleenergie; glas/chemieindustrie=gasenergie; transport= ölenergie; heizen=kohle+gas+ölenergie; usw. usf) erkennt man das der anteil der “alternativen” an der gesamtenergie nur im promillebereich liegt!
es wird also definitiv keine “energiewende” geben…
der zug ist längst abgefahren.
anstatt von alternativen zu träumen – die ja nur den sinn hätten (wenn sie umfangreich möglich wären) so weiterzumachen wie bisher – solltet ihr euch damit anfreunden auf jeder ebenen fläche ackerbau (ohne pflanzenschutzmittel und chemiedünger = öl;gas) zu betreiben…
Comment from ich nur ich
Posted: 29. Dezember 2009 at 21:15
nachtrag:
ölschiefer und ölsande haben einen EROEI von 1:1,1 bis 1:1,2 und wird im tagebau gefördert.
wenn nur 5% des ölverbrauches von 2006 damit ersetzt soll würde TÄGLICH ein abraum in der größe von 4 cheopspyramiden entstehen. es ist technisch nicht möglich – abgesehen vom unsagbaren umweltschaden…
methanhydrat würde dem klima den endgültigen rest geben.
meine 2 postings kurz zusammengefasst:
unsere auf öl basierende kultur/gesellschaft ist längst tot und bewegt sich nur noch aufgrund ihrer “massenträgheit” ein klein wenig weiter…
stellt euch schon mal auf armut ein.


Comment from Nils Simon
Posted: 25. Mai 2008 at 19:41
Zu befürchten steht allerdings, dass der hohe Ölpreis auf einmal die Ausbeutung von nichtkonventionellen Vorkommen wie Ölschiefer oder Ölsand um so attraktiver werden lässt… die Folgen für das Klimasystem wären dramatisch!