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- Chris Methmann, Alexander Haack und Jesko Eisgruber: Wem gehört der Himmel? VSA, 2007.
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- Hermann Scheer: Solare Weltwirtschaft und Energieautonomie. Jeweils Kunstmann, 2005.

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- Andrew Dessler and Edward Parson: The Science and Politics of Global Climate Change. Cambridge University Press, 2006.
- Ross Gelbspan: Boiling Point. Basic Books, 2005.
- James Hoggan: Climate Cover-Up. Greystone, 2009.
- Mike Hulme: Why We Disagree on Climate Change. Cambridge University Press, 2009.
- Mark Lynas: Six Degrees. Random House, 2008.
- Spencer Weart: The Discovery of Global Warming. Harvard University Press, 2008. Auch online.

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Beck lügt wieder

E.G. Beck, der Berühmtheit durch seine vielen Fälschungen erlangt hat, hat sich mal wieder eine neue Geschichte ausgedacht.

Auf der Internetseite www.eike-klima-energie.eu hat er einen Text zur globalen Erwärmung geschrieben.
Dort schreibt er u.a.:

Beide Datenreihen [CRU und GISS] zeigen seit ca. 1975 einen starken Anstieg der Temperatur.

und

Die seit 1979 von Satelliten gemessenen Temperaturen [er verweist auf RSS] werden vom Weltklimarat und der Politik ignoriert. Sie zeigen keinen solchen Temperaturanstieg und tasten die gesamte Erdoberfläche präzise ab.

Mal davon abgesehen, dass die Satelliten nicht die gesamte Errdoberfläche vermessen (RSS TLT: 70°S bis 82,5°N), stimmen die Angaben natürlich nicht. Von 1979 bis heute kommt GISS auf eine Erwärmungsrate von 0,166°C/Dekade und CRU auf 0,165°C pro Jahrzehnt. Die Satellitendaten von RSS zeigen eine noch etwas stärkere Erwärmung und zwar um 0,177°C pro Dekade (siehe hier). Da ist Beck also mal wieder ganz in seinem Element.

Von Martin Stolpe

Kommentare

Comment from Thorsten
Time 1. Mai 2008 at 19:47

Dass Beck nicht die Wahrheit sagt und Fakten verdreht ist lange bekannt. Dies finde ich an sich nicht schlimm, denn derartige “Spinner” gibt es überall auf der Welt.

Schlimm finde ich, dass Beck mit seinen falschen Thesen viele Anhänger bei den sog. “Klimaskeptikern” hat. Obwohl oft auf diese und andere seiner Fehler immer wieder öffentlich hingewiesen wurde, hat sich kein mir bekannter Skeptiker davon distanziert. Ganz im Gegenteil: In der aktuellen Version des “Nairobi-Reportes” (gefeiert bei Ökologismus als neuester Stand der Wissenschaft) wird den Thesen von Beck viel Raum gegeben. Auch seine manipulierten Grafiken tauchen dort wieder auf. Dies ist einer der Gründe, warum ich den Thesen der sog. “Klimaskeptiker” nur noch wenig vertrauen kann. Wer die Fehler von Beck öffentlich verbreitet anstatt sich davon zu distanzieren, der kann nicht erwarten, dass man weiteren Vortrag noch ernst nimmt.

Comment from Climate Patrol
Time 2. Mai 2008 at 10:14

Die Graphik ist zu vage beschriftet und entzieht sich dadurch selbst jeglicher wissenschaftlicher Überprüfung. Vermutlich bezieht sich Beck auf den Vergleich zwischen der Landtemperatur (ohne Ozeane) mit dem Trend der mittleren Troposphäre: http://www.ncdc.noaa.gov/oa/climate/research/msu.html . Diese Option lässt er auch mit seinem Link zu: http://www.remss.com/msu/msu_data_description.html

Wie dem auch sei. Der März war bei den Landwerten der Wärmste März. Das ist unbestritten. Nimmt man den Land-Ocean-Index, dann ist der März der 2.wärmste, aber nur bei NOAA. Bei GISS und hadcrut3 war er nicht besonders warm.

Was den Wärmeinseleffekt anbelangt, bezieht sich Beck auf dieses Paper:
http://www.uoguelph.ca/~rmckitri/research/jgr07/M&M.JGRDec07.pdf .

Zusammenfassung: Eine kontroverse Botschaft, die leider infolge einiger Fehler von der wissenschaftlichen Welt wohl oder übel mit höhnischem Gelächter abgehakt wird. Aber es lohnt sich dennoch darüber nachzudenken, warum seit 1978 gerade die Kontinente wärmer geworden sind, und die Ozeane in viel geringerem Ausmass. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Comment from Nils Simon
Time 2. Mai 2008 at 10:38

Climate Patrol: “Aber es lohnt sich dennoch darüber nachzudenken, warum seit 1978 gerade die Kontinente wärmer geworden sind, und die Ozeane in viel geringerem Ausmass.”

Ich denke, das ist klar: Ozeane reagieren aufgrund ihrer enormen Masse verzögert auf die Erwärmung, weil es lange dauert bis auch die tieferen Schichten aufgeheizt sind (wohin beständig die Oberflächenwärme abgeführt wird).

Comment from IqRS
Time 2. Mai 2008 at 12:44

@Climate Patrol:
Warum hätte Beck so einen Vergleich wählen sollen? Naja, bei TMT gibt es laut RSS einen Trend von +0,112°C/Dekade. Praktisch keine Erwärmung gibt es nur im Channel TTS (+0,024°C/Dekade), nur läuft dieser erst seit 1987, sodass Beck ihn nicht gemeint haben kann.

Comment from IqRS
Time 2. Mai 2008 at 15:52

Was mir gerade auffällt: Nach dem umstrittenenen M&M Paper ist die Erwärmung über dem Land zwischen 1980 und 2002 ~50% geringer als angenommen. Warum färbt Beck dann den ganzen Bereich über der Zeitachse rot ein und schreibt “künstliche Erwärmung durch Wärmeinseleffekt”?

Comment from Climate Patrol
Time 8. Mai 2008 at 12:38

@IqRS
Diese Frage im Zusammenhang mit M&M ist tatsächlich berechtigt. Es fällt ja schon auf, dass der ganze Bereich über einer statistisch beliebig gewählten Nulllinie eingefärbt ist. Schon von daher ist klar, dass die Graphik die Beck benutzt höchstens als grobe Zusammenfassung für ein nicht technisch-wissenschaftlich versiertes Publikum (als Skizze) geeignet sein kann.

Warum denn die ganze Erwärmungsdifferenz zwischen mittlerer Troposphäre und 1.5-2m über Boden als “Wärmeinseleffekt” zusammenfassen, und nicht nur die Hälfte davon? Nun, man kann natürlich die ganzen Kontinente als nicht primär CO2-abhängige Wärmeinseln bezeichnen, wenn man den Effekt der Bevölkerungsentwicklung während 100 Jahren von 1,8 auf 6,5 Milliarden Menschen mit der veränderten Bodennutzung zusammen sieht und alle Unsicherheiten einfachheitshalber auch noch den Wärmeinseln zuteilen. Da müssten wir Beck schon selber fragen. Ohne Beck’s Vorgehen als wissenschaftlich korrekt zu verteidigen, sehe ich Hinweise in der nichttechnischen Zusammenfassung von M&M, das der Grundaussage von Beck eine gewisse Relevanz verleiht: So konnte etwa das M&M Paper lediglich aufzeigen, wie stark die Landtemperaturen gestiegen wären, wenn die ganze Welt ein so gut unterhaltenes und überwachtes Temperaturnetz hätte wie die USA. Er greift da nicht einmal die Methoden von Gisstemp (USA) auf. Er sagt aber, dass die Studie noch nicht alles aufdecken konnte. Es ist sehr komplex…

Was für treibhausunabhängige Faktoren für die Erwärmung gibt es sonst noch? Vielleicht noch ein Auszug aus der M&M (nichttechnischen) Zusammenfassung, damit die Leser sehen, wie so ein IPCC-Prozess zum Thema etwa ausgesehen hat (mit meinen Hervorhebungen). So schreibt Ross McKitrick:

How did they [IPCC lead authors] handle this issue? In the first draft of the IPCC Report, the problem was simplyignored with the claim that, while city data is distorted by urban warming, this does not affect the global averages. A couple of familiar studies were cited to support their position, but the new counter-evidence was ignored. I submitted lengthy comments criticizing this section.
In the second draft there was still no discussion, so again I put in lengthy comments.
This time the IPCC authors wrote a response, which is recorded in the review record for the IPCC AR4
(Chapter 3 Second Draft Review Comments, line 3-453). They conceded the evidence of contamination,
but in a remarkable admission, said:
“The locations of socioeconomic development happen to have coincided with maximum
warming, not for the reason given by McKitrick and Mihaels [sic] (2004) but because of the strengthening of the Arctic Oscillation and the greater sensitivity of land than ocean to greenhouse forcing owing to the smaller thermal capacity of land.”
Note the irony: confronted with published evidence of an anthropogenic (but non-greenhouse)
explanation for warming, they dismissed it with an unproven conjecture that it can be chalked up to
natural causes. Who’s the “denialist” now?
The claim is obviously preposterous. The comparison of land to ocean is irrelevant since we were only
talking about land areas. The Arctic Oscillation is a wind circulation pattern that affects long term
weather trends in the Arctic. It certainly plays a role in explaining Arctic warming over the past few
decades. But for IPCC lead authors to invoke it as the explanation for a world-wide correlation between
industrialization and warming patterns is nonsense, especially since de Laat and Maurellis had
emphasized that climate models made no such prediction.
The final version of the report, published in May 2007, included the following paragraph (Chapter 3,
page 244).
McKitrick and Michaels (2004) and De Laat and Maurellis (2006) attempted to demonstrate that geographical patterns of warming trends over land are strongly correlated with geographical patterns of industrial and socioeconomic development, implying that urbanisation and related land surface changes have caused much of the observed warming. However, the locations of greatest socioeconomic development are also those that have been
most warmed by atmospheric circulation changes (Sections 3.2.2.7 and 3.6.4), which exhibit large-scale coherence. Hence, the correlation of warming with industrial and socioeconomic development ceases to be statistically significant. In addition, observed warming has been,
and transient greenhouse-induced warming is expected to be, greater over land than over the
oceans (Chapter 10), owing to the smaller thermal capacity of the land.

Zusammenfassung: Die Landgebiete mit der stärksten Erwärmung hatten sowohl eine starke industrielle Entwicklung hinter sich als auch eine stärkere Erwärmung auf Grund von veränderten atmosphärischen Zirkulationsmuster.

Und das ist noch nicht alles. Auch die Meeresströmungen haben die Erwärmung während der achtziger- und neunziger Jahre noch begünstigt (PDO-Index relativ hoch, AMO auch auf der warmen Seite).

Fazit: Weder das IPCC noch Beck haben völlig Recht. Es gibt noch viel zu erforschen.

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