Kuriose Argumente von Klimaskeptikern II
Die Klimaskeptiker produzieren bekanntlich allerhand Kurioses. Daher ist es jetzt an der Zeit sich wieder mal ein besonders merkwürdiges Argument anzuschauen.
Die Klimaskeptiker lassen sich allerhand einfallen, um behaupten zu können, die beobachtete Klimaerwärmung sei nicht auf die Treibhausgase zurückzuführen. Generell schlagen sie zwei Wege ein. Einfach zu behaupten es gebe keinen Treibhauseffekt, das ist der einfache Weg. Der schwierige Weg ist zu behaupten, dass die Klimasensitivität gering sei, ein Anstiegen der Konzentration der Treibhausgase daher nur eine sehr geringe Wirkung habe.
Gerhard Stehlik hat sich für den leichten Weg entschieden. Auf seiner Internetseite behauptet er:
Der Treibhauseffekt ist ein Artefakt. Es ist entstanden, weil Physik, Meteorologie und Klimawissenschaft die Chemie der Erdoberfläche und die Emissivität der chemischen Stoffe Wasser, Biomasse und “Gesteine” nicht berücksichtigt haben.
Na prima, dass es so kluge Leute wie den Stehlik gibt, die so etwas messerscharf bemerken. Weiter schreibt er:
Die Berechnung der –18°C Globaltemperatur erfolgt mit dem Wert 1 für die Emissivität der Erdoberfläche. Betrachtet man die Erdoberfläche als Wasserfläche mit der Emissivität von 0,67 liefert die gleiche Rechnung eine Globaltemperatur von +8°C. Die Kontinente sind wärmer als die Ozeane. Offenbar ist die Emissivität der Kontinente noch kleiner als die des Wassers.
Eine thermische Emissivität der Erde aus Ozeanen („Wasser“) und Kontinenten von 0,62 ergäbe exakt die heutige Globaltemperatur von 14°C, ohne dass ein „Treibhauseffekt“ oder eine „Schwarze Folie“ benötigt werden.
Zunächst zur Theorie: Das Emissionsvermögen oder die Emissivität eines Materials gibt an, welchen Bruchteil der Strahlung eines schwarzen Körpers dieser emittiert. Dabei entscheidet ausschließlich das Material an der Oberfläche eines Objektes über die Strahlungsemission. So lässt sich beispielsweise der Emissionswert von Fensterscheiben (etwa 0,9) durch Aufbringen einer dünnen Silberschicht auf ca. 0,1 reduzieren. Der Wärmeverlust duch Abstrahlung wird dadurch vermindert.
Nun argumentiert Stehlik die Erde habe gar nich ein Emissionsvermögen von knapp 1 (In der Natur gibt es keine schwarzen Strahler), sondern eher einen von 0,62. Setzt man für ein ganz einfaches Klimamodell die Einstrahlung der Sonne gleich der Ausstrahlung der Erde, so ergibt sich für ein Emissionsvermögen von knapp 1 eine Temperatur von -18°C. Die Erde wäre also ein kalter Eisbrocken im All. Nun wissen wir aber, dass es auf der Erde etwa 15°C warm ist: Die Differzenz erklärt der natürliche Treibhauseffekt. Wenn das Emissionsvermögen der Erde nun nicht fast 1 ist, sondern wie Stehlik annimmt 0,62, dann würde die Erde weniger Wärme durch Abstrahlung verlieren und es wäre wärmer auf der Erde. Bei einem Emissionsvermögen von 0,62 hätte die Erde ohne Atmosphäre eine Temperatur von etwa 15°C. Damit hat sich der Treibhauseffekt erledigt. Genial einfach. Merkwürdig, dass da noch keiner vor ihm drauf gekommen ist.
Was ist nun von dieser Argumentation zu halten?
Dazu sollten man zunächst das Emissionsvermögen von Wasser herausfinden. Immerhin 70% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Bei der MODIS UCSB Emissivity Library bin ich fündig geworden:
Water, ice, and snow generally have a high emissivity, 0.94 to 0.99, across the thermal infrared region.
Im langwelligem Bereich (und in diesem Bereich strahlt die Erde ab) hat Wasser also ein ziemlich hohes Emissionsvermögen von etwa 0,96-0,99. Nannte Stehlik nicht 0,67 für Wasser? Wie kommt er denn darauf? Auf seiner Internetseite verweist er auf eine Broschüre in der tatsächlich ein Emissionsfaktor von 0,67 für Wasser bei 40°C genannt wird. Wie diese Zahl zustande kommt, kann ich nicht sagen. Ich habe deshalb eine E-Mail an der Ersteller der Broschüre geschickt und werde hier berichten, sobald ich eine Antwort erhalte. Jedenfalls nennen alle andere Quellen, die ich auftreiben konnte, ein Emissionsvermögen von Wasser deutlich über 0,9. So nennt diese Arbeit für von Wind aufgeraute Meere ein Emissionvermögen von 0,97 bis 0,98. Und auch dieser Tabelle können 0,96 bis 0,98 entnommen werden.
Die Skeptiker scheinen sich übrigens noch nicht so ganz einig zu sein, weshalb der Treibhauseffekt nun nicht existiert. Dieser Klimaskeptiker vertitt eine andere höchst interessante Theorie: Die Treibhauslüge.
Von Martin Stolpe
Posted: 16 Februar, 2008 in Allgemeines.
Comments
Pingback from Politikstudent & Abiturient goes Klimawissenschaften: Die Hatz gegen Klimaskeptiker « klimanews
Posted: 17. Februar 2008 at 16:21
[...] nächstes wurde sich von dem Abiturienten unter dem Beitrag: „Kuriose Argumente von Klimaskeptikern II“ einer Stellungnahme des Diplomchemikers Dr. rer. nat. Gerhard Stehlik [...]
Comment from Dr. Gerhard Stehlik
Posted: 17. Februar 2008 at 16:28
Bemerkenswert, dass sich naturwissenschaftlich gebildete Menschen anonym mit mir auseinander sezten. Gleichwohl traten sie damit zur Verbreitung der Fragestellung bei, welchen Messwert hat die thermische Emissivtät von Wasser tatsächlich. Werte in der Nähe von 1 halte ich für falsch aufgrund der chemischen Struktur des Wassermoleküls. Auf meiner Homepage werde ich ein paar Anmerkungen darüber machen, wie nahezu unmöglich es ist, tatsächliche thermische Emissivitäten zu messen.
[Bin gespannt! IqRS]
Comment from Chlorobium
Posted: 17. Februar 2008 at 20:05
Herr Dr. Stehlik,
wer sich so in der Öffenlichkeit mit wissenschaftlichem Unsinn exponiert, sollte schon etwas Gegenwind vertragen können.
mfg
Chlorobium (der Farbe wegen)
Comment from adenosine
Posted: 21. Februar 2008 at 12:24
Es natürlich leicht irgendeinen Unfug als Unfug nachzuweisen, zumal es fast unbegrenzt davon gibt. Demnächst widerlegt ihr hier noch die Hypothese, dass die Erwärmung durch UFO-Abgase verursacht wird.
Dies kann aber nicht den messtechnischen Beweis der Hypothesen zum Umfang und den Auswirkungen der CO2-Wirkung ersetzen, der irgendwann mal abgeliefert werden muss. Z.B. der Nachweis, dass man von Weltraum eine sichtbare Abkühlung der CO2-Absorbtionsbänder erkennen kann.
Comment from IqRS
Posted: 21. Februar 2008 at 15:05
@adenosine:
Es hat schon ein Grund, dass der Beitrag “Kuriose Argumente von Klimaskeptikern” heißt
Wenn Du noch mehr solche Argumente hast, bitte immer her damit.
Pingback from Kuriose Argumente von Klimaskeptikern III « Globale Umweltpolitik
Posted: 20. Juli 2008 at 19:59
[...] sehr gering sei. Beim ersten Weg kann man ziemlich auf die Nase fallen (etwa so wie Gerhard Stehlik). Christopher Monckton versucht nun den anderen Weg. Seine Arbeit wurde von den Klimaskeptikern [...]
Comment from Oliver Janich
Posted: 25. Januar 2009 at 17:34
Der Anteil von CO2 in der Luft beträgt 0,038 Prozent. Selbst wenn man nicht Physiker, sondern Politikwissenschaftler ist, sollte diese Information ausreichen um den Wahrheitsgehalt der menschengemachten Gobal Warming These in Frage zu stellen. 0,038 Prozent sind 0,038 Prozent.
[Antwort: Ich würde Dir doch sehr raten, Deinem Körper keine 0,038 Prozent Botulinumtoxin zuzuführen, da dies Dein sicherer Tod wäre. Nils]
Comment from M.Wolf
Posted: 15. Dezember 2011 at 20:06
[Antwort: Ich würde Dir doch sehr raten, Deinem Körper keine 0,038 Prozent Botulinumtoxin zuzuführen, da dies Dein sicherer Tod wäre. Nils]
Und ICH würde IHEN raten, sich mal nach einem Beruf unzusehen, statt dumm oder Verbrecher zu bleiben!
“Die Klimaskeptiker produzieren bekanntlich allerhand Kurioses.”
Inkorrekt!
Die KlimaLÜGNER produzieren NUR Kurioses! Was die so alles produzieren, kann hier mal genossen werden:
Comment from Oliver Müller
Posted: 26. Dezember 2011 at 16:27
Die 20000 Sommer-Luxus-Durban-Touristen hätte man sich sparen können.
Denn Klima-Wandel gab es schon immer………
….und wird es in den nächsten 4,6 Mrd Jahren auch geben!
Nicht WIR sind es, die das Klima-manipulieren könnten – , nein, es sind einfachste, schon vor 88 Jahren erforschte Zusammenhänge.
Die Milancovic-Zyklen, die 3 verschiedenen Kreiselbewegungen unserer Erde um die Sonne.
Wen es interessiert, kann sich von der Uni Stuttgart die Klimazukunft audrucken lassen, klickst du hier:
http://www.irs.uni-stuttgart.de/skript/GEO_neu/02%20Geophysik/11%20Kryosph%C3%A4re/07%20Milankovitch-Parameter%20und%20Pal%C3%A4oklima%20Eiszeit%20-%20Bahlburg%20+%20Breitkreuz%2004.jpg
Und UPS, es wird KALT vorausgesagt, nein, berechnet, einfachste Mechanik des Kreisels mit Formeln, die schon Johannes Kepler, (Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe, Optiker und evangelischer Theologe) kannte!
Im Jahre 1598


Comment from Chlorobium
Posted: 16. Februar 2008 at 22:19
Hi Nils!
Ist das PowerPoint-File “Die Treibhauslüge” auch von dem Dr. Gerhard Stehlik?
[Bin zwar nicht Nils aber der Autor des Textes
. Ich denke nicht, dass "Die Treibhauslüge" auch von Stehlik ist. Ein Autor wird leider nicht genannt und auch auf der Seite http://www.klimawahrheit.de wird kein Impressum angegeben. Okay, vom Niveau würde es aber passen
IqRS]
[Antwort: Laut denic ist Stehlik nicht Inhaber der Domain klimawahrheit.de. Nils]