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Kuriose Argumente von Klimaskeptikern

Im Internet findet man bekanntlich allerhand Nützliches, aber auch viel Unsinn. In diesem Beitrag möchte ich zwei besonders skurrilen Argumenten von Klimaskeptikern nachgehen.

Der erste Fall führt uns auf die Seite des “Solarkritikers” Rainer Hoffmann [gekürzt]. Auf seiner Homepage findet man die Rubrik “CO2 Klimakritik” in der er den Klimaschwindel aufdecken möchte. In zwei Einträgen geht er der Frage nach, weshalb wir Klimaschutz betreiben sollen wo doch die Vulkane “bei weitem mehr Kohlendioxid und Aerosole ausstoßen, als der Mensch bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen”. Auf den ersten Blick scheint die Frage berechtigt zu sein. Doch hält sie auch einer genaueren Prüfung stand?
Zunächst einige Zahlen, um ein Verständins für die Größenordnungen zu bekommen. Derzeit (Stand: 2004) stößt der Mensch jährlich knapp 29 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid aus, was in der Atmospähre einer Konzentration von 4 ppm entspricht. Die Kohlendioxid-Konzentration der Atmosphäre ist zwischen 1959 und 2004 von etwa 316 auf 377 ppm angestiegen. Der vorindustrielle Wert betrug etwa 280 ppm.

Um den Einwand von Rainer Hoffmann zu prüfen, sollten wir einen Blick auf eine Kohlendioxid-Messreihe werfen. Vielleicht können wir dort den Effekt von Vulkanausbrüchen schon direkt erkennen.

Zwei besonders starke Vulkanausbrüche waren der Ausbruch des Mount St. Helens im Mai 1980 und der des Pinatubos im Juni 1991. Sucht man jetzt die Jahreszahlen auf der obigen Grafik, so kann man mit bloßem Auge nicht viel erkennen. Vielleicht bringt aus ein Blick auf die Jahresdaten weiter: Demanch stieg die CO2-Konzentration im Jahr 1979, also im Jahr vor dem Ausbruch des Mount St. Helens, um 1,64 ppm. 1980 wurden dann in der Messtation “Mauna Loa” ein Ansteigen um 1,84 ppm beobachtet. 1981 waren es 1,44 ppm. Diese Zahlen erhärten nicht gerade den Eindruck, dass bei einem Vulkanausbruch nennenswerte CO2 Mengen freigesetzt werden. Wie sieht es mit dem Pinatubo aus: 1990 stieg die CO2 Konzentration um 1,31 ppm, 1991 dagegen nur um 0,99 ppm. Nun könnte man argumentieren, dass die Messtation auf dem Mauna Loa recht weit vom Pinatubo entfernt liegt und es eine Weile dauert bis sich das ausgestoßene CO2 durch atmosphärische Mischungsprozesse um den Globus verteilt hat. Aus diesem Grund ist die CO2-Konzentration der Nordhalbkugel, wo 95% der globalen anthropogenen CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe erzeugt werden, übrigens etwas höher als die der Südhalbkugel. Doch auch das lässt sich nicht an den Messdaten erkennen. 1992 stieg die Kohlendioxid-Konzentration gar nur um 0,45 ppm. Diese Messdaten stützen also nicht die These, dass Vulkane viel mehr CO2 als der Mensch durch seine Aktivitäten ausstößt.

Auch ein Blick in die Vergangenheit kann dies nicht. Die heutige CO2-Konzentration ist die höchste seit mindestens 650.000 Jahren. Wie viel Kohlendioxid kommt also wirklich aus den Vulkanen? Das British Geological Survey (BGS) geht von jährlich rund 300 Millionen Tonnen aus und das U.S. Geological Survey (USGS) nimmt 130-230 Millionen Tonnen an. Nochmal zum Vergleich: Die anthropogenen Kohlendioxid-Emissionen betragen etwa 29.000 Millionen Tonnen jährlich.

Darauf sollte aber auch “jeder halbwegs klardenkende Bürger” kommen ;-)

Nun komme ich schon zum zweiten Fall. In dem Text “CO2-Schwindel” erklärt uns Klaus Müller “das 1×1 der Physik”. Dort schreibt er, dass sich das CO2, da es eine höhere Molmasse als Luft hat (44 zu 29 g/Mol), am Boden sammle. Eigentlich eine ziemlich wirre Idee (im Himalaya liegt die Baumgrenze bei ~4.400 m), doch er beruft sich auf eine Nature Studie. Dies lässt mich aufhorchen:

In der oberen Atmosphäre, dort wo es laut Treibhaustheorie sein bösartiges Unwesen treiben soll, sinkt der CO2-Gehalt auf unter minimale 10 ppmv, konkret gesagt zwischen der Tropopause und 33 Kilometer Höhe. Dies wurde in den Achtzigern in der Zeitschrift „Nature” veröffentlicht, als es noch möglich war, solche Forschungsergebnisse zu veröffentlichen.

Ich habe mich also auf die Suche gemacht (leider hat er keinen Namen der Studie angegeben) und tatsächlich zwei Studien gefunden. Die erste, “Decrease in CO2 mixing ratio observed in the stratosphere” wurde 1980 von W. Bischof und P. Fabian in Nature veröffentlicht. Die zweite Studie ist 1985 unter dem Titel “Increased concentration and vertical distribution of carbon dioxide in the stratosphere” von W.Bischof, R. Borchers, P. Fabian und B. C. Krüger in Nature veröffentlicht worden. Die erste Studie berichtet tatsächlich von einer Abnahme der Kohlendioxid-Konzentration zwischen der Tropospause und bis 33 km Höhe (die zweite eigentlich auch aber bis 35 km Höhe, vgl. Abstracts). Allerdings heißt es in der Studie, dass die CO2-Konzentration zwischen der Tropospause und 33 km um 7 ppm abnimmt und nicht auf unter 10 ppm fällt. Ich vermute, dass es sich um einen Übersetzungsfehler von Klaus Müller handelt. In der 1985 veröffentlichten Studie findet sich eine Grafik, die das auch noch mal demonstriert (eine sehr ähnliche Grafik ist auch in der 1980 Studie) :
Co2 konz. höhe

Bleibt noch die Frage, wie denn die leichte Abnahme zustande kommt. Auch drauf geben die Studien Auskunft (aus der 1980er):

This man-made increase in tropospheric CO2 is gradually propagating upwards with a delay that increases with increasing altitude. The vertical gradient shown in the diagram, which is a result of this slow vertical mixing, suggests a delay of 5-6yr between the tropospause and an altitude of 25 km

Jetzt muss noch etwas wie ein Fazit her. Vielleicht sollten die Skeptiker nicht ganz so hochgreifen (“Sollte Deutschland oder Europa irgendwann einmal ein fähiger Physiker (oder eine Physikerin) in einem politischen oder öffentlichen Amt beschieden sein…” (K. Müller) und “jeder halbwegs klardenkende Bürger sollte sich die Frage stellen, ob die Politiker (!) bei den CO2-Berechnungen auch die natürlich-bedingten, aber unregelmässig ausgestossenen Staub und Gaswolken der Vulkane mitberücksichtigt haben. Wohl kaum !!” (R. Hoffmann)), denn das kann leicht daneben gehen…

Von Martin Stolpe

Comments

Comment from Nils Simon
Posted: 14. September 2007 at 15:44

Hinweis: In der ungekürzten Fassung enthielt der Beitrag einen Hinweis auf eine gerichtliche Verurteilung Rainer Hoffmanns, woraufhin dieser folgenden Kommentar hinterließ:

Ich würde dir Umgehend empfehlen, die Behauptung in deinem Blog zu entfernen, dass ich zu 14.400 euro Geldstrafe verurteilt worden bin. Gegen das Urteil wurde am 10.09.2007 Sprungrevision eingelegt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Ich bin gegenwärtig bei allen Strafverfahren rechtskräftig freigesprochen worden !!!!

Ausserdem vermittelst du in deinem Blog den falschen Eindruck, dass ich wegen angeblich falscher “Klimarecherchen” zu einer 14.400 Euro Geldstrafe verurteilt worden bin…

Ich würde dir umgehend empfehlen diese Behauptungen von deinem Blog bis zum 17.09.2007, 18Uhr zu entfernen.

Rainer Hoffman
http://www.solarkritik.de

Comment from planeten
Posted: 14. September 2007 at 17:30

Sehr schön recherchiert und nachgeprüft. Zu der Idee CO2 sinkt nach unten wegen größerer Molmasse, sag ich als Physiker nur eins: Bullshit. Als ob Luftmoleküle völlig stillstehen würden und nur die Schwerkraft wirkt, die nun mal die schwächste der vier in der Natur vorkommenden Kräfte ist, aber dafür die mit der größten Reichweite.

http://de.wikipedia.org/wiki/Homosph%C3%A4re

Erst ab 100 km Höhe fangen die Bestandteile die Atmosphäre an, sich nach der Molmasse zu trennen. Darunter sind die Moleküle so dicht gepackt, dass sie sich ständig gegenseitig anstoßen. Die Moleküle haben schließlich eine gewisse Energie – ander ausgedrückt die Luft ist warm – sie bewegen sich ständig, stoße sich gegenseitig ständig an und daher duchmischen sich die Moleküle die ganze Zeit. Alerdings dauert es eine gewisse Zeit bis man aus zwei reinen Gasen eine Mischung erhält.

Hier liegt der Denkfehler in dieser schwachsinnigen, weil in die Irre leitende Analogie mit dem CO2 im Weinkeller. Hier wird in relativ kurzer Zeit sehr viel CO2 erzeugt, dass erst mal zu Boden sinkt, weil die Durchmischung bzw. Diffusion von verschiedenen Molekülen eben eine gewisse Zeit dauert. Lässt man einen Weinkeller lang genug ruhen und sorgt dafür, dass nicht noch mehr CO2 erzeugt wird. Dann verteilt sich das CO2 nach einiger Zeit gleichmäßig im Raum.

Das ist übrigens auch die Kernaussage im Artikel oben. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich das Co2 vom Erdboden bis hin in die obere Atmosphäre verteilt hat. Das kennen wir auch von FCKW und diese Stoffe haben sogar eine noch höhere Molmasse als CO2 und dennoch sind die in der Lage nach einigen Jahrzehnten das Ozon in der oberen Atmosphäre zu binden.

Das nennt sich Thermodynamik und Entropie. Wer was anderes behauptet, sollte mal mit verschiedenen ungiftigen Gasen experimenieren – jedes Schullabor ist dazu imstande -und nicht versuchen, mal eben 150 Jahre Wissenschaft zu widerlegen.

Typischer Fall von: Was ich nicht verstehe, das leugne ich einfach.

Dabei lässt sich das relativ einfach nachprüfen, dass das gar nicht sein kann. Denn demnach müsste sich alles CO2 am Erdboden sammeln und wir würden elendlich ersticken.

Comment from chlorobium
Posted: 14. September 2007 at 17:39

Es gibt zum Thema der lithosphärischen CO2-Ausgasung eine Arbeit. Ich stell hier mal den Abstract rein.

N. Mörner and G. Etiope (2002) Carbon degasing from the lithosphere. Global and Planetary Change 33:185-203

Abstract:
So far, the role of present-day Earth degassing in global C budget and climate effects has been focused to volcanic emissions. The non-volcanic escape of CO2 — CH4 from the upper mantle, from carbonate bearing rocks in the crust, from hydrocarbon accumulations and from surface deposits and processes is here discussed in detail. An inventory of recent available data is presented. For the first time, a so large quantity of data is considered altogether showing clearly that the geological flux of carbon was previously significantly underestimated. Several lines of evidence show that non-volcanic C fluxes in «colder» environments are much greater than generally assumed. Local and regional data suggest that metamorphic decarbonation, hydrocarbon leakage and mud volcanoes could be significant CO2 — CH4 sources at global scale. Moreover, extensive surface gas-geochemical observations, including soil — atmosphere flux investigations, open the possibility that ecosystems controlled by biogenic activity (soil, permafrost, seawater) can host important components of endogenous C gas (geogas), even in the
absence of surface gas manifestations. This would imply the existence of a geological diffuse, background emission over large areas of our planet. New theories concerning the occurrence of pervasive geogas and lithospheric processes of C-gas production («lithospheric loss in rigidity») can be taken as novel reference and rationale for re-evaluating geological sources of CO2 and CH4, and an important endeavour and work prospect for the years to come. Our survey shows that it is still very hard to arrive at a meaningful estimate of the lithospheric non-volcanic degassing into the atmosphere. Orders of 102 — 103 Mt CO2/year can be provisionally considered. Assuming as lower limit for a global subaerial volcanic degassing 300 Mt/year, the lithosphere may emit directly into the atmosphere at least 600 Mt CO2/year (about 10% of the C source due to deforestation and land-use exchange), an estimate we still consider conservative. It is likely that temporal variations of lithosphere degassing, at Quaternary and secular scale, may influence the atmospheric C budget. The present-day lithosphere degassing would seem higher than the value considered to balance at Ma time-scale the CO2 uptake due to silicate weathering.

Comment from Jörg Haas
Posted: 16. September 2007 at 09:27

Sauber recherchiert, klar dargestellt. Glückwunsch. Ich glaube wir müssen Stefan Rahmstorf ein wenig die Arbeit abnehmen, derlei Unsinn zu widerlegen. Der kommt gerade ganz unfair unter Druck. http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/was-ist-das-wirkliche-problem/

Comment from Kohleverfluessigungs-Investor
Posted: 16. September 2007 at 22:54

Eines der Hauptargumente gegen die Klimakatatastrophenpropheten ist ihre “wissenschaftliche Vorgehensweise”
Ihre gesamte Argumentation und ihre gesamten Prognosen stützen sich zu etwa 90% auf Hypothesen.
Die Verbindung zwischen CO2 und Klimafolgen wird fast ausschließlich durch Hypothesen begründet.
Die Rückkopplungseffekte sind zurezeit Hypothesen und gerade diese Rückkopplungen verstärken die durch CO2 verursachte Erwärmung.
Es gibt keinen einzigen Beweis dafür, dass es in 100 Jahren x Grad wärmer wird. lediglich Annahmen, auf denen Simulationen beruhen.
Man weiss nichts Konkretes, insbesonders bei Rückkopplungen, speist aber trotzdem Werte in Klimamodelle ein.
Klimawissenschaft ist hochspekulativ und leicht manipulierbar.
Ich bestreite nicht, dass Kohlenstoffdioxid einen EInfluss auf das Klima hat, ich behaupte nur, dass das Ausmaß dieses Einflusses nur hypothetisch bewertet werden kann.
Da hier mit Hypothesen gehandelt wird (die Polareismasse wird bei x Grad Erwärmung um y Megatonnen sinken), kann man einfach den Teufel an die Wand malen.
Die aktuellen Klimamodelle sind praktisch wertlos, da sie in den Atmosphärenschichten eine andere Erwärmung berechnet haben, als in der Realität beobachtet wurde:
http://scienceandpublicpolicy.org/images/stories/papers/monckton/whatgreenhouse/moncktongreenhousewarming.pdf
So jetzt haben sie Mal ein paar richtige Argumente und eine kritische Sichtweise der Katastrophenszenarien.
Ich persönlich bin gegen Klimaschutz, solange Klimawissenschaft so hochspekulativ und hypothetisch bleibt.
Es ist unverantwortlich, der hocheffizienten heimischen Industrie Steine in den Weg zu legen und den Wettbewerb zu behindern, aufgrund der Annahme, CO2 würde in Zukunft Katastrophen verursachen.
In der chemischen Industrie, als auch im Metallbereich ist eine CO2-Reduktion der Todesstoß, da man in der Branche So viel Energie wie möglich spart, eine erzwungene CO2-Reduktion deshalb zur weiteren Produktionsverlagerung führt.
Alternative Energien sind in Deutschland weiterhin unwirtschaftlich, bis auf einige Ausnahmen (heimische Holzpellets).

Der beste Weg zur Energieeinsparung sind BHKWs, da man mit ihnen permanent Elektrizität erzeugt, als auch Wohnungen\Bürogebäude beheizen kann.
Im Sommer könnte man mit Absorptionskältemaschinen kühlen.
Die BHKWs beheizt man am besten mit Kohle, da diese billig ist und es auch möglich ist, die Abgase kleiner Anlagen zu entschweflen.
Unterm Strich wird trotzdem über 50% CO2 eingespart, man hat billige, zuverlässige Energie, sehr hohe Effizienz und kann die Macht der Stromkonzerne brechen.
Mit Wind- und Solarenergie ist eine zukünftige Energieversorgung nur schwer möglich, da sie sehr teuer sind und diese Kosten durch Stromspeicherung und Reservekapazitäten in die Höhe getrieben werden.
Zudem sind diese Energieerzeugungsarten unzuverlässig.
Palmölkraftwerke sind laut “Rettet Den Regenwald EV” indirekte Drecksschleudern, da wegen Palmöl Landschaften zerstört werden und unterm Strich sogar mehr CO2 freigesetzt werden kann, als bei Erdöl.
Meine Anageben sind auf Deutschland bezogen.

Zur Klimasensitivität: Und warum kommen dann praktisch alle Studien, die auf unterschiedlichsten Vorgehensweisen beruhen, zum Ergebnis, dass die Klimasensitivität irgendwo zwischen 2-4,5°C liegt; bei einem besten Schätzwert von 3°C? (beachte: jedes blaue Wort ist ein einzelner Link)

Zu Monckton: Darauf hat “planck” schon auf Ökologismus.de geantwortet: Daher hier seine Antwort nochmal:
“Noch zu Moncktons “Paper”. Erstmal finde ich es begruessenswert, dass 1) er die entsprechende Literatur liest und (auch voellig legitim) nach Schwachpunkten sucht. Er ist damit den meisten hier meilenweit voraus.
2) Ferner eine voellig korrekte Darstellung des Treibhauseffekts. Auch das ein Novum!
3) Zur Historie des Berichts. Es gab einen Unterschied zwischen Satelliten- und Radiosondendaten. Das Problem wurde zu Gunsten der Modelle geloest. Im allerersten Bericht ueber die CSSP Resultate wurde natuerlich zuerstmal das und dann aber auch die verbleibenden Probleme in den Tropen erwaehnt. Sosehr ich also Monckton loben muss, dass er nicht in den Orkus des allergroessten Skeptikerbloedsinns geplumpst ist, so sehr sollte aber auch klar sein, dass alles, was er schreibt aus Wissenschaftsberichten abgeschrieben ist, – ausser natuerlich der ueblichen Polemik.
4) Wie ernst ist das beschriebene Problem? Nun zuerst mal, die Tatsache, dass ein Model irgendwo ein Problem mit Groesse X hat, sagt nicht viel aus. Es sei denn, dass zb der zu geringe Niederschlag in Sibirien oder die zu starke Wolkenbedeckung ueber den Osterinseln (nur Beispiele) ist ein Schluessel der Vorhersagen des Models. Bei dem sog Hotspot bin ich nicht ganz sicher. Insbesondere ist der sog Lapse Rate Feedback (ohne Wasserdampf) negativ, dh je flacher die Lapse Rate ist (also zB bei starker Erwaermung der hoeheren Luftschichten) um so schwaecher wirkt sich der direkte Strahlungseffekt der Treibhausgase aus. Ich erwaehnte ja schon, dass eine hypothetische Atmosphaere ohne Lapse Rate keinen Treibhauseffekt kennen wuerde.
5) Aus der Geschichte der Model vs Teledetection Daten bleibt jedoch mein Tip, dass noch etwas bei den Daten im Argen liegt. Das obige Bild zeigt zB die Radiosonden Daten im zonalen Schnitt. Dazu hier und hier, wo man insbesondere sehen kann, wieviele Stationen ueberhaupt an dem sog Hotspot in den Messungen beteiligt sind.”

Grüße IqRS

Comment from Kohleverfluessigungs-Investor
Posted: 17. September 2007 at 06:49

Sie nennen es Studien, ich nenne es Computermodelle.
Dies sind keinesfalss Studien, wie man sie in der Wissenschaft kennt, sondern Rechnungen, die auf Hypothesen beruhen.
Es gibt normale Wissenschaft mit Versuchen und Beweisen, und es gibt Klimawissenschaft, bei der man mit irgendwelchen Hypothetischen Faktoren rechnet.
Es ist immer noch nichts bewiesen, Klimawissenschaft ist ein einziger Indizienprozess, der schlecht geführt wird.
Zudem wird bei der Klimawissenschaft (ich will mich nicht auf Gores Niveau herablassen) manipuliert.
Da werden Bodentemperaturmessungen “angepasst”, das können sie selbst auf oekologismus.de nachlesen und zur “globalen Durchschnittstemperatur” Messstationen herangezogen, die auf asphaltierten Plätzen stehen.
“Klimawissenschaft” stinkt auch schon deswegen zum Himmel, da das IPCC bewusst Kritiker ausschließt und die Medien sich das herauspicken, was sich an katastrophalsten anhört.
Es würde nicht auf der ersten Seite, auch nicht auf der zweiten stehen, sondern wohl ziemlich klein irgendwo in der Mitte der Zeitung, wenn eine Studie herausgefunden hat, ich meine natürlich Computermodell, dass das Klima in Europa beinahe so bleibt wiue aktuell.

Mal eine Frage:
Warum interessieren sie keine realen Umweltprobleme wie Luftverschmutzung durch giftigen Staub und Schwefeldioxide, sowie Verseuchung von Trinkwasser?
In der dritten Welt gibt es so viele menschenunwürdigen Umweltbelastungen, die wegen des Klimawandels glatt ignoriert werden.

Comment from planeten
Posted: 17. September 2007 at 14:51

@chlorobium: Es lohnt sich immer, wenn man nicht nur den Abstract, sondern das ganze Paper liest.

Zitat: “the lithospheric degassing of CO2 directly into the atmosphere could, globally, be higher than 600 Mt/year (about 160 Mt C/year), i.e. more than 2% of the anthropogenic sources (and 10% of the C source due to deforestation and land-use exchange)” Letzteres ist übrigens ebenfalls ein anthropogener Effekt.

In diesem Paper steht nichs anderes, als das NEBEN den anthropogenen CO2-Quellen CO2 aus der Erdkruste einen höheren Beitrag leisten als gedacht und mehr als 2% (!) des anthropogenen Beitrags beisteuern. +Ironie+ Wow. Eine 2% Korrekur. DAS ändert mal alles +Ironie+

@ Kohlerverflüssigungsinvestor: Sie haben anscheinend die wissenschaftliche Enwicklung der letzten 40 jahre verpasst.

Comupermodelle haben sich neben dem Bereichen: Mathematische Theorie und der reinen experimentellen Arbeiten seit nunmehr fast 40 Jahren mit Erfolg etabliert.

Geben Sie doch bitte mal auf der Seite des Science magazin oder Nature auf der Suchseite computational science oder simulation oder computer models ein. Sie werden sich über die Fülle der beiträge in ALLEN wissenschaftlichen Bereichen wundern: Biologie, Materialwissenschaften, Chemie, Sozialwissenschaften, Sprachwissenschaften, Wirtschafswissenschaften, Inginieurwissenschaften. Autos werden heute zu größten Teil am Computer erstellt und die Belastungen und der Verbrauch modelliert. Jede größere Bank und Investmentunternehmen hat eine eigene Abteilung, die mit Computermodellen (Börsenmarkt, Gewinnmaximierung, Risikostreuung) arbeitet. Aber wahrscheinlich haben Banken und Automobilfirmen eh Geld zuviel und haben noch nicht gerafft, dass sie da Geld zum Fenster rauswerfen.

Oder könnte es sein, dass sie persönlich einfach nicht verstehen oder verstehen wollen, worum es beim Computer-Simulationen geht und es daher als wissenschaftliche Methodik ablehnen?

Und über Hypothesen sind wir längst hinaus. Die Klimamodelle gibt es auch schon seit Jahrzehnten und es ist ja nicht so, als ob niemand zwischendurch nachsehen würde, ob sich die Vorhersagen von damals auch mit den heute gemessenen Daten decken.

http://www.realclimate.org/index.php/archives/2007/05/hansens-1988-projections/

Hypothese->Vorhersage-> Daten, welche Vorhersage bestätigen->Theorie (das bisher wissenschaftlich fundierteste Abbild der Natur)

Antiwissenschaftliche Behauptungen werden durch Wiederholungen auch nicht wissenschaftlicher.

Comment from Kohleverfluessigungs-Investor
Posted: 17. September 2007 at 16:05

planeten, sie wissen wohl nicht, dass das Klima relativ wengig verstanden gegenüber beispielsweise der Börsenwissenschaft ist.
Computer-Modelle sind zwar nützliche Helfer, aber die Klimaforschung ist so komplex, dass teilweise die einzige Übereinstimmung mit der Realität gemittelte x Grad Celsius sind, schon beim sogenannten “hot spot” der Atmosphäre weichen die Modellergebnisse von der Realität ab.
Die Klimamodelle gibt es seit höchstens 2 Jahrzehnten und damals hat man auch die Ausdehnungsveränderung des Ozonlochs, einem relativ simplem Sachverhalt mit Modellen berechnet.
Es gab auch schon in den 60ern Aktienfonds nach Computermodellen.
Mit beidem hat man sich furchtbar auf die Nase gelegt.
Und jetzt behaupten sie Mal eben, man kann einen hochkomplexen Zusammenhang durch Modelle erklären!
Die Modelle sind deshalb noch lange nicht verifiziert, da sie die ihre Ergebnisse annähernd den Temperaturverlauf der letzten 100 Jahre wiedergeben!
Wenn ein Modell nicht die richtigen Ergebnisse ausspuckt, wird eben noch an dem “Feintuning” gearbeitet und geguckt, was passiert.
Allerdings sind die Modelle auf Hypothesen aufgebaut und bringen nur weitere Hypothesen heraus.
Und dass ein Modell von 88 die globale Erwärmung voraussagt ist auch nichts Neues.
Damals dachte man ernsthaft, den Klimawandel durch FCKW-Emissionsreduzierung maßgeblich zu verlangsamen.
10 Jahre früher wurden auch Klimaprognosen aufgestellt, die das Gegenteil behauptet haben, nämlich die globale EIszeit, da es von 1940 bisd ´78 kälter wurde.
Das Ende der 70er ist auch Bezugspunkt, wenn man z. B. von der Eisschmelze redet.

Comment from iqrs
Posted: 17. September 2007 at 16:57

Hallo,
zur Klimasensitivität:
Die Klimamodelle gibt es seit höchstens 2 Jahrzehnten
Dann kann Gilbert Plass als er 1956 in der Studie “Effect of Carbon Dioxide Variations on Climate” sagte, dass die Klimasensitivität bei etwa 3,8°C läge, wohl nicht auf Computermodelle zurückgegriffen haben :-)

Oder wie schaut es mit Studien aus, die anhand von paleoklimatologischen Daten versuchen die Klimasensitivität zu bestimmen:Deriving global climate sensitivity from palaeoclimate reconstructions “An alternative to model-based estimates is in principle available from the reconstruction of past climates3–6, which implicitly includes cloud feedback. Here we retrieve the sensitivity of two palaeoclimates, one colder and one warmer than present, by independently reconstructing both the equilibrium surface tem-perature change and the radiative forcing. Our results yield DeltaT 2x = 2.3 +/- 0.9 °C. ”
Oder eine etwas aktuellere Studie: “This model-independent, observationally-obtained climate sensitivity is equivalent to a global double-CO2 warming of 2.3 -4.1 °K at equilibrium, at 95% confidence level.”

10 Jahre früher wurden auch Klimaprognosen aufgestellt, die das Gegenteil behauptet haben, nämlich die globale EIszeit, da es von 1940 bisd ´78 kälter wurde.
Gibts dazu auch eine Quelle (bitte aus einem Fachjournal)?

IqRS

Comment from Kohleverfluessigungs-Investor
Posted: 17. September 2007 at 17:08

http://en.wikipedia.org/wiki/Global_cooling

reicht das?

Comment from iqrs
Posted: 17. September 2007 at 17:13

Danke für den Hinweis. Ich werds mir gleich mal durchlesen.

PS: Wie siehts mit der Klimasensitivität aus?

Comment from chlorobium
Posted: 17. September 2007 at 17:59

@planeten:
Ich wollte auch gar nichts anderes damit zum Ausdruck bringen. Leider kann ich nicht den ganzen Artikel hier reinstellen. Der Abstract dürfte aber schon einmal ein Gefühl für die Größenordnungen geben.

@IqRS:
Zum Global cooling. Ich habe mir vor einiger Zeit mal die Mühe gemacht und Zeitschriften wie Science und Nature danach durchsucht. Am Ende kam ich auf 5 ode 6 Artikel zum diesem Thema. Was aber noch wichtiger ist. Keiner dieser Artikel wurde widerspruchslos hingenommen. Zu allen von mir gefundenen Artikeln gab es immer eine unmittelbare Antwort mit gegenteiliger Position. Ich ziehe daraus den Schluß: Ja, Global cooling wurde von einigen Forschergruppen ernsthaft diskutiert, diese waren jedoch immer nur eine kleine Gruppe und ihre These konnte die Mehrheit nicht überzeugen.

Chlorobium (der Farbe wegen)

Comment from Nils Simon
Posted: 18. September 2007 at 08:44

Zur global cooling-Sache ist auch der RealClimate-Artikel von William Connolley “The global cooling myth” lesenswert.

Comment from Kohleverfluessigungs-Investor
Posted: 26. September 2007 at 00:53

Eine Frage:
Ist es nicht irgendwie furchtbar arrogant, eine CO2-Reduzierung in der 3. Welt bewirken zu wollen, während die Menschen dort ganz andere Probleme haben, die sich auch viel einfacher lösen lassen.
China kann man zwar eher als Land der 2. Welt bezeichnen, aber haben sie schon einmal darüber nachgedacht, ob es nicht sinnvoller wäre, vorerst den Ausstoß an Schwefeldioxid, Stäuben und die Wasserverschmutzung in den Griff zu bekommen?
Ich meine ja nur, dass in China Menschen real sterben, z. B. an Staublunge oder giftigem Tringwasser und nicht nur in irgendwelchen spekulativen Klimaprognosen.
Es ist doch furchtbar arrogant man eben über diese realen Probleme hinwegzusehen!
Es gibt ja das Problem der Versauerung der Ozeane.
Und Klimakatastrophiker sagen: Das ist das böse CO2.
Ich sage, es ist Schwefeldioxid.
Warum?
Kohle und Öl bestehen zu 2-4% aus Schwefel und dieser wird zu Schwefeldioxid verbrannt.
In den Entwicklungsländern und Schwellenländern wird dieses Gas aber nicht aus dem Abgas herausgefiltert und vor den 70ern war es in den Industrienationen ganau so.
Dieses Schwefeldioxid bindet sich in der Atmosphäre mit Wasser zu schwefliger Säure und Schwefelsäure.
Diese sind ein Vielfaches saurer als Kohlensäure und so stabil, dass sie nicht wieder zurück in die Atmosphäre gelangen.
Und ich frage mich: Warum wird nichts getan, um den Schwefeldioxidausstoß und denn Saubausstoß in den Griff zu bekommen?
Das ist die Arroganz der Industrienationen, die wegen des “Klimawandels” reale Probleme übersehen.

Comment from Kohleverfluessigungs-Investor
Posted: 26. September 2007 at 00:54

sry hab Tippfehler eingebaut: Trinkwasser; Staubausstoß

Comment from Globaler Klimawandel
Posted: 16. Oktober 2007 at 23:35

Hallo Nils,

sehr sauber recherchiert dein Artikel. Ich muss auch immer wieder meine Hand auf die Stirn klatschen, wenn ich so manche Klimawandel-Skeptiker-Theorie lese.

Ich lese sehr gerne deine Artikel im Blog. Inzwischen habe ich mit zwei Freunden, die sich ebenfalls für den Klimaschutz einsetzen, eine nichtkommerzielle Website gestartet.

Vielleicht willst du mal bei uns vorbei schauen oder uns gar in deine Blogroll aufnehmen?

LG aus München,

Chris

[Hallo Chris! Danke für Dein Lob, aber das gilt nicht mir, sondern meinem Co-Blogger IqRS! Schönen Blog hast Du da, sobald ich Zeit hab schau ich mal genauer rein und überleg mir eine Verlinkung. Nils]

Pingback from Ein “Fachjournalist” recherchiert… « Globale Umweltpolitik
Posted: 7. August 2008 at 11:02

[...] August 2008 — IqRS Ich habe nicht schlecht gestaunt als ich folgenden Kommentar von einem alten Bekannten auf Primaklima gelesen habe: Sehr geehrter Herr G. Hoffmann, haben Sie eine Erklärung, warum im [...]

Comment from Abnehmen
Posted: 18. Januar 2012 at 03:42

Because the admin of this website is working, no hesitation very soon it will be renowned, due to its feature contents.

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