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Vor einigen Wochen begann für mich die Jogging-Saison. Gut, es ist die erste meines Lebens; davor habe ich mir eingeredet, mit täglichem Fahrradfahren und gelegentlichem Fußballspielen würde ich schon fit genug bleiben. Geahnt, dass das nicht stimmt, habe ich schon letztes Jahr, als ich mir als guter Sozialöko ein paar Schuhe vom hiesigen Hersteller Lunge gekauft habe. Doppelt so teuer wie ein gleichwertiger Schuh von Nike, aber in Deutschland hergestellt und mutmaßlich unter Einhaltung sämtlicher Sozialstandards, die Meck-Pomm zu bieten hat.
In diesem Jahr also wird gelaufen, und meine Standard-Strecke liegt nach anfänglichem Herantasten an meine Leistungsgrenze inzwischen bei gut 10km. Genug also, um mich als Jogger bezeichnen zu können, aber doch zu wenig, um bei einem dieser Vattenfall-Marathons oder -Halbmarathons teilzunehmen, die Berlin einmal im Jahr zu bieten hat.
Nun kann ich mir einbilden, bei einer Veranstaltung dieses miesen Atom- und Kohle-Konzerns sowieso nicht mitmachen zu wollen. Sollen die ihre PR-Reinwaschung doch mit der Hilfe von anderen Doofen durchziehen, denen egal ist wofür sie ihren Schweiß hergeben. Aber ganz so leicht ist das nicht. Schuld daran ist übrigens das Wetter, wenn nicht gar der Klimawandel. Warum?
Nun, so lange es einigermaßen kühl draußen war, bin ich immer mit einem T-Shirt und einem alten Borussia Dortmund-Fußballtrikot aus meinen Jugendtagen gelaufen (so eins aus häßlichem Neongelb, mit der “Continentale”-Werbung drauf. Ich erspare euch jetzt mal Fotos). Doch neulich war es für einige Tage schön warm, und ich bin beim modernen kurzärmeligen Hertha-BSC-Trikot angekommen. Das hat mir vor Jahren mal deren damaliger Sponsor Arcor nebst einem Telefonanschluss angedreht. Als Verächter teurer Funktionswäsche war jene Laufrunde für mich ein unfreiwilliges Aha-Erlebnis: Meine Bio-Baumwollshirts sind tatsächlich so ungemütlich, wie alle Jogger-Foren schon immer behauptet haben!
Posted: 8 April, 2011 in Konsum.
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